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Armee

Fahrverbot für Schützenpanzer der Armee wegen Defekt

Fahrverbot für Schützenpanzer der Armee – gefährlicher Defekt führt zu «Grounding»

Alle M113-Schützenpanzer müssen dringend repariert werden. Betroffene Offiziersgesellschaften schlagen Alarm.
17.12.2023, 15:4718.12.2023, 09:23
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Ein Schuetzenpanzer M113 am 4. Juni 2003 in voller Fahrt bei Frauenfeld. (KEYSTONE/Gaetan Bally) === , ===
Der M113 wurde bereits im Vietnamkrieg von US-Truppen eingesetzt und findet bis heute in modifizierter Form bei der Schweizer Armee Verwendung.Bild: KEYSTONE

Die Schweizer Armee hat all ihre Schützenpanzer M113 mit einem Fahrverbot belegt. Grund dafür ist ein technischer Defekt bei der Antriebswelle der Fahrzeuge aus den 1960er-Jahren.

Bereitschaft der Armee angeblich nicht gefährdet

Angeordnet wurde ein Fahrzeugstopp und Fahrzeugverbot, um unnötige Schäden an Fahrzeugen und Unfälle zu verhindern, wie ein Vertreter des Lageverfolgungszentrums der Armee am Sonntag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte und damit Informationen des «Blick» bestätigte.

Den technischen Defekt habe die Armee am Freitag festgestellt. Nun werde jedes Fahrzeug einzeln geprüft. Beim Fahrzeugtyp handelt es sich um ein Modell aus den 60er-Jahren und eines der ältesten Fahrzeuge der Armee, wobei seither einige technische Änderungen vorgenommen wurden.

Die Einsatzbereitschaft der Armee sei deswegen nicht gefährdet, versichern die Verantwortlichen. Der Fahrzeugtyp werde zurzeit in keinem Bataillon verwendet. Die nächste Gruppe arbeite erst wieder im Februar mit M113-Panzern. Und bis dann seien sie wieder repariert, so der Armeevertreter.

Offiziersgesellschaften schlugen Alarm

Ob die M113 bis dann tatsächlich wieder einsatzbereit sind, wird allerdings bezweifelt. Laut «Blick» sei gerade aufgrund des Ukraine-Kriegs der Markt für Ersatzteile derzeit angespannt. Daher sei mit Verzögerungen zu rechnen.

Die Offiziersgesellschaften der Panzertruppen und der Artillerie, die OG Panzer und die Sogart, hatten «das Grounding» der Schützenpanzer-Flotte am Samstag mit einem gemeinsamen Aufruf gemeldet. Darin hiess es, die Situation sei «prekär».

«Der M113 ist von zentraler Bedeutung für den Einsatz der Bodentruppen der Schweizer Armee: Mit dem Grounding der M113 verlieren die Panzersappeure ihr Einsatzfahrzeug, die Artillerie verliert ihr Feuerleitmittel und die Panzerbataillone verlieren ihre Sicherungszüge.»

Laut «Blick» könne der festgestellte Defekt Probleme beim Lenken und Bremsen des rund 13 Tonnen schweren Panzers auslösen. Eine Gefahr für Truppe und Dritte.

Quellen

(dsc/sda)

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42 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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WindJoe
17.12.2023 16:20registriert Juli 2020
Nach 63 Jahren wird ein Mangel festgestellt?
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750GT
17.12.2023 16:21registriert November 2016
Na ja, z.B. Tesla hat wohl mehr Rückrufe als so ein M113 aus den 60-iger Jahren... 🤣
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PapaSchlumpf
17.12.2023 17:08registriert März 2023
Dass die Armee diese alten hebelgesteuerten Dinger immer noch verwendet…? Naja, sollen auch die heutigen Soldaten etwas Spass haben 😎
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