Schweiz
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Ein Schuetzenpanzer M113 faehrt am 23. Juni 2003, waehrend einer Uebung auf dem Gelaende des Panzeruebungsplatzes bei Bure. (KEYSTONE/Gaetan Bally) ===  ===

Ein alter Schützenpanzer der Schweizer Armee. Vorne der Fahrer, dahinter der «Commander» .... archivBild: KEYSTONE

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Ein persönlicher Erlebnisbericht, ausgelöst durch eine Mitteilung aus Bern.



Am 7. Oktober 1991, einem Montag, hing mein Leben am seidenen Faden: Es fehlten Zentimeter und ein 12 Tonnen schwerer Schützenpanzer hätte mich zermatscht und unter sich begraben.

Wir sollten an dem Tag vom Waffenplatz Hongrin im Kanton Waadt in den Jura (nach Bure) «verschieben».

Als Unteroffizier befehligte ich einen «Schüpa» und hatte mich dazu in die Commander-Luke gestellt, direkt hinter dem Fahrer. Den schweren runden Stahldeckel drehte ich nach vorn, um mich vor dem Fahrtwind zu schützen.

Die Zeit drängte. Wir mussten es zum Bahnhof XY schaffen, um die Kompanie samt Panzern zu verladen.

Auf geraden Strecken waren wir mit Höchstgeschwindigkeit unterwegs ... und ich weiss noch, dass wir ausserorts auf einer Landstrasse dahin ratterten, als es plötzlich einen heftigen Ruck gab und unser M-113 nach links ausscherte. Über die Mittellinie. Dann war alles schwarz.

Bild

Pressebericht zum Unfall: «Einen Fingerbreit von der Katastrophe» ... bild: watson

Als ich zu mir kam, liess ich mich auf den Boden plumpsen. Das war weniger schmerzhaft, als man annehmen könnte – und ich spürte es wohl gar nicht richtig.

Der Schützenpanzer war nach dem Zusammenstoss mit dem Tanklaster Dutzende Meter durch die Luft geschleudert worden und schliesslich auf seiner rechten Seite zum Stillstand gekommen, so dass ich aus der Luke hing.

Wäre der Panzer ganz umgekippt, würde ich an dieser Stelle nicht über Militärunfälle und ihre Folgen schreiben.

Jedenfalls rannte ich im Schock in Richtung der vermeintlich entgegenkommenden Autos. Ich wollte wohl versuchen, den Verkehr zu regeln (laut Schilderungen von Kameraden, die im Panzer vor mir gewesen waren). Dann wankte ich mit zittrigen Beinen an den Strassenrand und legte mich hin.

Es folgte GABI. (So hiess früher der im Nothelferkurs und im Militär gelehrte Spruch, um Erste Hilfe richtig zu leisten).

Das Zeitgefühl war mir abhanden gekommen. Und ich bekundete wegen des in den Mund laufenden Blutes Mühe, zu sprechen. Als ich zu verstehen gab, dass ich meine Beine nicht mehr richtig spüre, schnürten mich die Rettungssanitäter auf eine «Luftmatratze» und ab ging's ins Spital.

Am Folgetag erzählte man mir, was passiert war. Ich erfuhr von der starken Hirnerschütterung. Und von der zweiten Mundöffnung, die ich vorübergehend hatte, respektive dem vertikalen Riss (den ein mir unbekannter Westschweizer Arzt schön zugenäht hat, vielen Dank dafür! 🙏).

Offenbar hatte auch meine zu Kartoffelgrösse angeschwollene Nase Bekanntschaft gemacht mit dem stählernen Lukendeckel. Dank ihr und dem robustem Kunststoffhelm gabs keinen Schädelbruch, und auch der Rücken blieb heil ...

Ich will mich nicht beschweren. Darf man auch nicht, wenn man in Erinnerung ruft, dass Militärunfälle immer wieder tragisch enden, mit Schwerverletzten und Toten.

Dieser Schuetzenpanzer 63/89 kam am Freitag, 11. August 2000, bei einer Gefechtsuebung auf dem Schiessplatz Wichlenalp (GL) von der Strasse ab. Dabei kippte das Fahrzeug um und begrub den Mann unter sich, der sich in der Luke des Schuetzenpanzers befand. Er wurde getoetet. Drei weitere Soldaten erlitten leichte Verletzungen. (KEYSTONE/SUEDOSTSCHWEIZ/KOEPFEL)

Dieser Schüpa kam am 11. August 2000 bei einer Gefechtsübung auf dem Schiessplatz Wichlenalp (GL) von der Strasse ab. Das Fahrzeug kippte um. Ein Mann wurde getötet. Bild: keystone

Wie durch ein Wunder waren bei unserem Unfall keine Opfer zu beklagen und niemand wurde schwer verletzt. Mehrere Soldaten waren im Transportraum hinter mir gemütlich herumgelümmelt. Zum Teil ohne Helm, wie es bei langen «Verschiebungen» zwar verboten, aber üblich war.

Die meisten Männer waren wohl am Dösen, als es knallte. Das erklärte ich auch den beiden Untersuchungsrichtern, die mir noch am Spitalbett einen Besuch abstatteten.

Die Schweizer Armee wollte umgehend ermitteln, wie es zum schweren Zusammenstoss kommen konnte.

Sicher war: Wir hatten auch insofern Glück, dass der Tanklastwagen, den wir ausserorts fast frontal gerammt hatten, kein Benzin mitführte, sondern 20'000 Liter Heizöl.

Bild

Der Lastwagenfahrer wurde nur leicht verletzt. Und laut Presse gabs keine gravierenden Umweltschäden wegen des ausgelaufenen Treibstoffs. bild: watson

Nach Abschluss der Untersuchung sollte sich herausstellen, dass wohl ein technischer Defekt eine Raupe blockiert hatte. Weder dem Panzerfahrer noch mir wurde ein Verschulden angelastet. Und zum Glück waren wir beim Einrücken am Vorabend (wie fast immer) «brav» gewesen.

Abgesehen von kleinen Narben und gelegentlichen Albträumen hielten sich die Auswirkungen des Unfalls für mich in Grenzen. Zwar konnte ich über Wochen nur Suppe schlürfen und musste im «Ausgang» neidisch mitansehen, wie die Kollegen Steaks und Schnitzel mit Pommes-Frites reinschaufelten. Aber immerhin blieben mir meine Vorderzähne und die Wurzeln starben trotz ärztlicher Befürchtungen nicht ab.

Und die Moral von der Geschichte?

Dass ich nach dem schweren Unfall wieder einen Schützenpanzer bestiegen habe und weiterhin Militärdienst leistete, mag man mit Dummheit erklären oder den Folgen der Gehirnerschütterung ... doch für mich kam der Austritt aus «dem grünen Verein» nicht infrage.

Ich denke relativ selten an den Unfall zurück und träume auch nicht mehr davon. Nach dem anfänglichen Frust über die eingedrückten Zähne machten sich positive Gefühle bereit. Irgendwie hatte ich ein zweites Leben gewonnen.

Das bringt uns zum Grund, warum ich viele Jahre später von jenem beinahe verhängnisvollen Tag in Enney FR erzähle.

Anlass war eine simple Medienmitteilung aus Bern: Am Wochenende feiert der älteste Waffenplatz der Schweiz grosses Jubiläum (siehe Box). In Thun, vor den Toren der Allmend, steht die Dufour-Kaserne, das Zuhause der Panzergrenadiere, das ich mit vielen Erinnerungen verbinde.

Mit schönen und weniger schönen.

Wir waren eine eingeschworene Truppe, die gemeinsam durch dick und dünn ging. Am Samstag werde ich ein, zwei Bierchen darauf trinken.

Happy Birthday, Thun!

Am Samstag, 17. August 2019, feiert der älteste eidgenössische Waffenplatz der Schweiz den 200. Geburtstag. Unter dem Motto «Gestern – Heute – Dynamisch» wird die Nutzung des Waffenplatzes Thun im Kasernenareal, dem Polygon und auf der Allmend präsentiert, wie die Schweizer Armee auf ihrer Website informiert. Dort findet man auch einen Festführer mit allen Aktivitäten (als PDF).

Was tun eigentlich Panzergrenadiere?

abspielen

Video: YouTube/Schweizer Armee

So fing es an ...

ARCHIV---Uebergabe der M-113 Schuetzenpanzer an die Armee 1964 in Thun. Die Armee soll die 40-jaehrigen Ketten-Schuetzenpanzer M-113 durch moderne Maschinen ersetzen, wie die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrates am Dienstag 22. August 2000 in Bern vor den Medien bekannt gab. Der M-113 sei fuer die Zusammenarbeit mit dem Kampfpanzer Leopard zu langsam. (KEYSTONE/ARCHIVE/B&W ONLY)

1964 wurden die vom US-Militär gelieferten M-113 Schützenpanzer von der Schweizer Armee (feierlich) in Empfang genommen. Bild: KEYSTONE

Un ouvrier s'occupe de decouper un char M113 dans les locaux de l'entreprise Thevenaz-Leduc SA ce jeudi 3 aout 2006 a Ecublens, Vaud. Quelque 550 vieux chars de grenadiers M113 qui n'ont pas pu etre vendus a l'etranger vont finir a la casse. Les engins seront démilitarises et les materiaux recycles. Les chars concernes, entres en service pour les plus anciens il y a une quarantaine d' annees et dont lŽarmee suisse n'a plus besoin, ont ete longtemps a vendre sans qu'il soit possible de conclure un contrat valable. Recemment, le Pakistan et les Emirats arabes unis, qui comptaient transferer 180 vehicules vers lŽIrak, se sont montres intéeesses, mais ces projets ont capotes apres la polémique quŽils ont suscitee en Suisse.(KEYSTONE/Laurent Gillieron)

2006 war Schluss: Da landeten 550 alte Schüpas, die nicht ins Ausland verkauft werden konnten, im Schrott. Sie wurden «entmilitarisiert» und das Material recycelt. Bild: KEYSTONE

Ein Schweizer Schuetzenpanzer 2000 faehrt am Donnerstag, 6. November 2003 auf dem Waffenplatz Bure im Jura durch das Uebungsgelaende. Dieser Panzer, der  schneller sowie staerker gepanzert ist als sein Vorgaengermodell und mehr Panzergrenadiere aufnehmen kann, wird ab 2004 eingefuehrt. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Heute fahren die Panzergrenadiere mit einem modernen Schützenpanzer ins Gefecht, dem schwedischen Combat Vehicle (CV) 9030, die Schweizer Armee nennt ihn Spz 2000. Bild: KEYSTONE

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  • Petitsuisse 18.08.2019 10:34
    Highlight Highlight Wenn ich das richtig sehe, gab es mehr Un- und Todesfälle, mit als ohne Militär? Und das soll uns schützen? Geht für mich irgendwie nicht auf. Und dann kostet es auch noch so viel? Klingt nach Monty Python.
  • Pitorak 18.08.2019 08:56
    Highlight Highlight War auch dabei. Habe 1964 die SommerRS in Thun gemacht.
    War ein heisser Sommer.
    Guter Beitrag👍
  • c_meier 17.08.2019 06:59
    Highlight Highlight ich war 2004 auch auf dem Wpl Thun für die RS bei den Motormechanikern fürs Büro eingeteilt (Buchhalter).
    die ersten 2 Wochen RS war ich noch für die Ess-Bedienung der Offiziere eingeteilt, somit eigentlich nie Pause von 6-23h. 1.5 Wochen ging es einigermassen, danach konnte ich irgendwie emotional nicht mehr was einen Besuch in der KS nötig machte... danach ohne Bedienuns wars ok und ab der 7. Woche im Büro inkl. 2 Wochen Kurs in Sion sowieso. mein Kollege als TrpBH musste dann die letzten 6 RS-Wochen die ganze RS abrechnen inkl. Abgabe, ich hatte nur10 WK-Soldaten zum abrechnen ;)
  • DYSLI 17.08.2019 03:30
    Highlight Highlight Ich kenne die Geschichten von überschlagen Panzern. Bin selber M109 Fahrer. Die Dinger sind allesamt Todesfallen.
    Aber dank der Ausbildung der Armee passiert relativ wenig. Aber wenn mal was passiert, ist es heftig. Es fehlen, ander als bei PKWs, Airbags und Knautschzonen.
  • WickedPanda 17.08.2019 02:44
    Highlight Highlight Inf RS Hier.
    Wir hatten mal eine gemeinsame Übung. Das neue SIM musste den Herren Oberen vorgestellt werden.

    Uns wurde gesagt, sie seien die Hinterletzten und überhaupt. Ihnen wahrscheinlich dasselbe.

    Draufgeschissen. Den jungs mit den schwarzen Berets haben wir einen anständigen Empfang bereitet, welcher herzlich angenommen wurde.

    Waren zwei super Ausgänge mit den Jungs. Und einige der besten Gefechte...
  • 7immi 16.08.2019 23:15
    Highlight Highlight Grundsätzlich ist es so, dass bei der Armee sehr wenig passiert verglichen mit dem zivilen Verkehr. Bei Panzern fehlt natürlich der Vergleichswert, bei Pneufahrzeugen ist es aber klar nachweisbar.
    Man hinterfragt in der Armee auch Dinge, die man im Zivilen nie hinterfragen würde. Niemand stören die unzähligen Leerfahrten bei der Fahrausbildung. Beim Militär sind Ausbildungsfahrten-zb auch mit Panzern-aber schlimm und unnötig. Solche Verschiebungen bringen viel Erfahrung, aber natürlich auch ein gewisses Restrisiko, wie jede Verkehrsteilnahme. Guter Artikel und wohl der erste neutrale zur Armee hier.
  • iisprinzässin 16.08.2019 22:52
    Highlight Highlight Mir fehlt der "was ich daraus lernte"-Teil ...?
    • @schurt3r 17.08.2019 06:33
      Highlight Highlight Ja, der ist relativ kurz ausgefallen 😌

      Zusammengefasst::

      1. Militärdienst kann lebensgefährlich sein.

      2. Wähle deine Kameraden/Kameradinnen weise und achte auf sie..

      3. Steh zu dem, was du getan und erlebt hast.
    • DasEchteGipfeli 17.08.2019 18:48
      Highlight Highlight Das mit dem Kameraden wählen ist ja so eine Sache..
  • Goldjunge Krater 16.08.2019 21:19
    Highlight Highlight Hey Daniel! Mich hätte der Sensenmann aus anderen Gründen fast erwischt, lag vier Wochen auf der Intensivstation!

    Alles Gute! 💪👍
    • @schurt3r 17.08.2019 06:33
      Highlight Highlight Danke, das wünsch ich dir auch! 🙏
  • Kramer 16.08.2019 21:01
    Highlight Highlight Leider laufen nicht alle Unfälle so ab. Ich kenne leider einen Fall mit einem Panzer bei dem ein Soldat ein Schleudertrauma erlitt, die Vorgesetzten und das Militär den Vorfall aber vertuschten, und der Soldat jahrelang für sein Recht kämpfen musste (er musste umgeschult werden und ist IV-Berechtigt), das Militär zahlt aber nichts, und niemand würde zur Rechenschaft gezogen.
  • Thor_Odinson 16.08.2019 20:55
    Highlight Highlight Schön, dass da nicht mehr passiert ist und sie heute so wohlauf sind. Aber nun die brennende Frage:

    Wie sieht die Narbe des 2. Mundes aus?
    Bin sicher, das brennt allen unter den Fingernägeln ;-)
    • @schurt3r 17.08.2019 06:21
      Highlight Highlight Da war ein Loch unterhalb, da konnte man mit dem Finger in den Mund langen, ohne dass ich ihn öffnen musste ... Ist gut verheilt, heute sieht man kaum mehr etwas, mit Dreitagebart :)
  • Meisterrr 16.08.2019 20:36
    Highlight Highlight IN CORDE VERITAS 💪
  • coronado71 16.08.2019 19:43
    Highlight Highlight Danke für den Artikel! Puuuh, da wurden bei mir auch ein paar Erinnerungen an den M113 wach. Eine Raupe hat es uns auch mal blockiert ("eingehängt"). Das ging aber glimpflich aus und endete an einem zum Glück massiv gemauerten Brückengeländer.

    Ich erinnere mich, wie unser Ausbilder uns eingeschärft hat, was für eine gefährliche Kiste der M113 sein kann ("Raupenspannung! Daumen weg vom Lenkhebelkopf!" - ich hör den jetzt noch zetern :-D).

    Viel Spass allen, die morgen nach Thun gehen!

    • @schurt3r 16.08.2019 20:27
      Highlight Highlight Hey, danke für die Erinnerungen!
      Ja. Glück und Unglück waren beim M-113 manchmal verdammt nah beieinander ...
  • YvesM 16.08.2019 19:32
    Highlight Highlight Pz Gren RS... War sehr geil und spitzen Leute.
  • Hattori_Hanzo 16.08.2019 18:59
    Highlight Highlight Ergänzung: Es fragt einer der “austerbenden“ InfAufkl
    • @schurt3r 16.08.2019 19:19
      Highlight Highlight Danke für die Frage, Hattori_Hanzo.
      Antwort folgt unten ;-)
  • Hattori_Hanzo 16.08.2019 18:58
    Highlight Highlight 1) @Schurter: Zum Glück bist du glimpflich davon gekommen

    2) Wenn ich die Kommentare hier so lese, bestätigt sich mal wieder meine Beobachtung: Kaum eine Truppengattung zeigt einen so grossen Stolz wie PzGren‘s, weder die Gren’s aus Isone, noch GebSpz noch Füsel oder andere.

    Ernst gemeinte Frage: Woher kommt das? Wird das einem eingetrichtert? Oder hat das sonst einen Hintergrund?

    • Herr Noergler 16.08.2019 19:16
      Highlight Highlight Weil du als Pz Gren in der Ausbildung ziemlich unten durch musst. Und besser wird’s später auch nicht. 😉 Wenn du dir dann mit deinen Kameraden im Morast von Bure nächtelang den Arsch abgefroren hast, schweisst das zusammen.
    • @schurt3r 16.08.2019 19:28
      Highlight Highlight Ich hatte die Gelegenheit, mehrere WKs in Kompanien zu leisten, die aus Panzergrenadieren und Infanterie-Grenadieren gebildet wurden. Das hatte die Armeeführung damals, in den 90ern, so verfügt.

      Persönliches Fazit: Die Motivation war gleich gross, die Inf-Grenis waren noch etwas verrückter :) Doch wir haben uns zusammengerauft.

      Der «Stolz» wurde uns schon in der RS von unserem Zugführer eingeimpft, einem knallharten Appenzeller (Grüsse an Leutnant Koller!)
    • coronado71 16.08.2019 19:56
      Highlight Highlight Interessant. Wir hatten bei der Artillerie auch das Gefühl, etwas "Besonderes" zu sein. Wenn in Bure allerdings die Pz Art auf die Pz und Pz Gren stiessen, war es dann mit dem Artilleriestolz nicht mehr so weit her. Die hatten die grösseren Panzer und wir hatten irgendwie das Gefühl, dass deren M113er viel stärkere Motoren hätten als unsere. Das stimmte zwar nicht, die holzten auf der Piste einfach etwas rabiater rum als wir (dafür hatten deren Mechs wesentlich mehr zu tun als unsere).
    Weitere Antworten anzeigen
  • Calvin Whatison 16.08.2019 18:27
    Highlight Highlight Wen man das so liest, haben wir ja doch die beste Armee der Welt.

    Gelungener, spannender Artikel. 👍🏻👍🏻
  • Gawayn 16.08.2019 18:05
    Highlight Highlight Ich habe mehrheitlich eher unangenehme Erinnerungen an der Armee.

    Dennoch halte ich es für falsch, sie abschaffen zu wollen.
    Sollte es in der Schweiz wirklich zu schlimmen Katastrophen kommen.
    Starke Überschwemmungen, Stürme, Verschüttungen, noch vieles mehr.

    Bringt einzig die Armee es fertig, eine Grundversorgung innert Tagen aufzustellen.

    Deshalb müssen sie üben und bereit sein.
    Für das, was niemand wünscht, das es jemals eintritt.
    • kärli 16.08.2019 18:47
      Highlight Highlight Dafür braucht man aber keine Panzer und Kampfflugzeuge.
  • Don Alejandro 16.08.2019 17:57
    Highlight Highlight Ich erinnere mich nur noch an die MP, welche gleich dreimal in der RS anrückte. Zweimal die Nacht draussen verbracht, einmal bei - 3 Grad. Bei null Schlaf anschliessend jeweils volles Programm. Aber was einen nicht umbringt, macht bekanntlich stark. Schlussendlich war es eine gute Zeit.
  • Sgt.Pepper 16.08.2019 17:54
    Highlight Highlight In meiner RS kam ein Soldat ums Leben, als sich ein Eagle überschlug und er aus dem Turm geschaut hat. Sehr tragisch für alle, inkl. Fahrer obwohl er klar einen Fehler gemacht hatte in der steilen Kurve 😢
    Es ist jeweils schwierig, sein Leben in die Hände anderer zu geben. In der Armee jedoch unvermeidbar.
    • philosophund 16.08.2019 23:42
      Highlight Highlight Eagle ist und war schon immer eine Todesfalle und es grenzt wirklich an Wunder, dass sich nicht noch mehr tragische Unfalle ereignet haben..
    • Jong & Hässig 17.08.2019 00:58
      Highlight Highlight Ohja. Mir wird es jeweild Angst und Bange wenn ich im Turm sitze während der Fahrer über die Panzerpiste donnert als gäbs kein morgen.
  • Militia 16.08.2019 17:02
    Highlight Highlight @Schurter: Danke, dass Sie hier Ihre Erfahrungen teilen und auch die andere Sichtweise erzählen. Schön, dass es alle mehr oder weniger unversehrt überstanden haben. Unfälle sind immer tragisch, ob zivil oder in der Armee. In der Armee wird alles unternommen, um Unfällen vorzubeugen. Meistens ist es aber menschliches Versagen. In der Armee kommen halt vieler Mütter Söhne zusammen.
    An die, welche sagen dass man zu 75% nichts Nützliches macht: Die Armee als gesamtes ist sehr wohl nützlich, ein Minenwerfer kann aber auch nicht 24h am Tag nur Minen spicken, das sollte eigentlich einleuchten.
  • Winschdi 16.08.2019 16:54
    Highlight Highlight Ja Thun. Dort wurden wir Spitsdt im KZ jeweils belächelt. Aber wir lachten jeweils lauter, wenn sie am Morgen früh im Gleichschritt durch den Regen rennen mussten...
    • @schurt3r 16.08.2019 17:34
      Highlight Highlight Ich erinnere mich ans Einrücken der neuen Panzergrenadier-Rekruten: Wer beim Antreten verletzt war oder krank, musste sich melden, dann gings zur Arztvisite: und zwar im Laufschritt.

      Eigentlich waren wir immer am Rennen. Nicht nur auf dem Weg ins «KZ» (= Krankenzimmer).
    • swisskiss 16.08.2019 18:14
      Highlight Highlight @schurt3r: Waren es nicht lustige Zeiten, auf der Panzerpiste Guntelsey retour, Bure im Schlamm oder der Sensegraben bei Hochwasser.

      Da warst du immer am Secklä. Gerne auch mit Vollpackung. Aber als "Gfechtler" wars schlimmer, als für die "Herren Bsatzer."
    • @schurt3r 16.08.2019 19:12
      Highlight Highlight @swisskiss

      Oh ja, viele Erinnerungen! 😌

      An nass-kalte Biwaks. An Gefechte im Schnee-Regen. An Pruntrut, wo man wegen der (angeblich überall lauernden) Jura-Libre-Schläger nur in Gruppen in den «Ausgang» gehen konnte, was sich aber überhaupt nicht lohnte.

      Für Gefechtler wars definitiv härter, aber wir waren immer froh, wenn wir «Taxi» hörten ...
  • redeye70 16.08.2019 16:24
    Highlight Highlight Die beste Zeit im Militär erlebte ich während der UO. Wir hatten den schlimmsten Schleifer als Befehlshaber unserer Klasse aber wir wuchsen zu einer verschworenen Einheit zusammen. Keiner wurde alleingelassen, der Zusammenhalt war phänomenal. So etwas habe ich nie mehr erleben dürfen im späteren Leben.
  • Zazu36 16.08.2019 16:02
    Highlight Highlight Sehr spannender Artikel, da man zudem aus Erfahrung als Fahrer von diesen Kisten sich ein Bild machen kann. Der M-113 ist ab 50 km/h schon eine Gefahr für sich wenn die Raupenspannung nicht haargenau gleich auf beiden Seiten ist. Zum Glück ist es glimpflich ausgegangen!
  • Walter Sobchak 16.08.2019 15:52
    Highlight Highlight Hatten in unserer Artillerie RS einen ähnlichen Vorfall mit einer Haubitze, welche in einer Kurve von der Strasse abgekommen, auf die Wiese gerutscht ist und sich auf den Kopf gelegt hat.
    Bei diesem Gefährt schauen 2 oben aus der Luke. Einen hat es herausgeschleudert, dem anderen haben der Lukendeckel und das MG das Leben gerettet.
    War wirklich eine heftige Szene, die jedoch ausser einem gebrochenen Bein und ein paar Gehirnerschütterungen keine gravierenderen Folgen hatte.

    https://www.nzz.ch/newzzEQG4Q2MS-12-1.51252
  • Gipfeligeist 16.08.2019 15:41
    Highlight Highlight Sehr spannende Lebenserfahrung. Ich weiss, dieser Artikel ist freundlich gegenüber dem Militär gesinnt. So ein Unfall kann im Verkehr unter verschiedensten Umständen auftreten.

    Trotzdem finde ich es makaber, dass wir neben finanziellen Verlusten auch menschliche Opfer im Militär in Kauf nehmen. Bei einem mir nicht ersichtlichen Nutzen diesen Vereins...
    • dokkaebi 16.08.2019 15:59
      Highlight Highlight Unfälle passieren, die Menschenleben werden NICHT in Kauf genommen. Wie kommst du darauf? Der "Verein" hat vielerlei Nutzen, das wurde hier bereits hundertfach durchgekaut.
    • bytheway 16.08.2019 16:13
      Highlight Highlight dokkaebi: Es kommt auf das Kosten-/Nutzenverhältnis an! Und darüber lässt sich streiten.
    • Gipfeligeist 16.08.2019 16:25
      Highlight Highlight @dokkaebi
      Ich meine damit, dass die zu 75% unnötige Aufgaben gestrichen werden könnten. Dann würden die Arbeitsunfälle auch abnehmen. Übermüdetes Autofahren ist immer gefährlich und ist im Militär mitunter der Fall (nach 6h Schlaf).
      Natürlich hat das Militär seinen Nutzen, aber dieses sehe ich mit maroden Material und falscher Pri­o­ri­sie­rung nicht erfüllt. Das ist mein generelles Problem mit dem Militär.

      Ich war nie im Militär, aber haben Sie während der RS tatsächlich sinnvolle Arbeit erledigt? Laut Kollegen ist das nämlich zu selten der Fall, aber vielleicht habe ich ein falsches Bild..
    Weitere Antworten anzeigen
  • Zauggovia 16.08.2019 15:33
    Highlight Highlight Genau deswegen ist es wichtig, dass unsere Jungs (und Mädels) in Grün mit modernem und sicherem Material und Fahrzeugen ausgerüstet werden.
    • Dominik Treier 16.08.2019 20:37
      Highlight Highlight Oder dass man den Verein gleich abschafft und nur noch Luftpolizei Katastrophenhilfe, Sanität und Terrorabwehr sein lässt...
    • Zauggovia 16.08.2019 22:34
      Highlight Highlight @Dominik: zum Glück ist die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung etwas besonnener und vorausschauender als du.
    • Dominik Treier 17.08.2019 00:55
      Highlight Highlight Vorausschauend? Worauf? Einen 3. Weltkrieg? Krieg generell? Was soll daran besonnen sein Geld für ein unrealistisches Szenario, in dem wir mit unserem Bisschen Armee, so sie denn jemals benötigt würde, inmitten von Freunden, zum Fenster raus zu werfen? Am Sozialstaat soll beständig auf dem Buckel der Schwächsten gespart werden aber die Armee darf Geld für Eventualitäten verbraten, bei denen wir trotzdem Chancenlos wären...
  • paco95 16.08.2019 15:18
    Highlight Highlight Die M113 sind richtige Schrottkisten. Manch einer behauptet, da würde sogar ein MG-Schuss bei richtigem Winkel die Panzerung durchbrechen.

    Habe jedoch mit dem neuen CV9030 auch einige brenzlige Situationen erlebt, die glücklicherweise ohne ernsthaft Verletzte ausgegangen ist.

    Aber ich denke, wir sind uns einig, dass wir als Panzergrenadiere, die gern mal von Minenwerfern überschossen werden, mit Vollgas durch die Löcherschlammpiste von Bure oder die vereisten Weglein in der Wichlen stossen und dabei ein Arsenal von Waffen einsetzen, einem grösseren Risiko ausgesetzt sind als andere Einheiten.
    • Ich hol jetzt das Schwein 16.08.2019 16:12
      Highlight Highlight "Manch einer behauptet, da würde sogar ein MG-Schuss bei richtigem Winkel die Panzerung durchbrechen." Das stimmt so nicht, da MGs meist eher grössere Kaliber mit geringerer Mündungsgeschwindigkeit verschiessen. Selbst mit einem Stgw 90 (Kaliber 6,45, Mündungsgeschw. 905 m/s) müsste man einen genauen 90° Winkel hinbringen, damit der Schuss im Innern der Panzerung noch ankommen. Und dann auch nur noch rausfallen würden. Aber eine extreme Panzerung ist es nicht, das stimmt. War von Anfang an nur als Splitterschutz konzipiert. Und das in den 1950er-Jahren. Totzubringen waren sie jedenfalls kaum.
    • Büetzer 16.08.2019 16:24
      Highlight Highlight Denk dabei aber bitte an die Aufklärer, die in Bure in den Büschen liegen .... ist echt n scheiss Gefühl wenn eure Blechdosen so knapp an dir vorbei rauschen.

      Und ja, auch als roter Klimastreiker kann man Militärdienst leisten und dabei etwas fürs Leben mitnehmen.
      ( und sogar manchmal Spass haben dabei )
    • Militia 16.08.2019 18:01
      Highlight Highlight @Ich hol jetzt das Schwein:
      Ich weiss ja nicht, was Sie für einen Prügel schwingen, aber mein Stgw90 hat Kaliber 5.56...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Humpe 16.08.2019 15:17
    Highlight Highlight Ich habe mir immer fast in die Hose geschissen, als ich Anfang/Mitte der 80er Jahre als Primarschüler in Frauenfeld (für die Nicht-Eingeweihten: Artillerie-Waffenplatz) beim Velofahren mitten in der Stadt von einem Panzerkonvoi überholt wurde. Ich werde das Geräusch der rasselnden Raupen nie mehr vergessen.
  • remeto 16.08.2019 15:16
    Highlight Highlight Schöner Artikel!
  • Gondeli 16.08.2019 15:11
    Highlight Highlight Semper Fi!
    • Giggu 16.08.2019 15:46
      Highlight Highlight In corde veritas!
    • philosophund 16.08.2019 23:51
      Highlight Highlight Par saint Georges vive la cavalerie!
  • Eifachöpper 16.08.2019 15:09
    Highlight Highlight Sehr spannender Artikel und schön zu hören dass du eine solch positive Einstellung daraus mitnehmen konntest :)
  • BerriVonHut 16.08.2019 15:03
    Highlight Highlight nicht alle M113 sind ausser Dienstgestellt worden. Die Sappeure freuen sich immer noch über diesen Untersatz :)
    • MrFaeh 16.08.2019 15:06
      Highlight Highlight Die Artilleristen ebenfalls :)
    • @schurt3r 16.08.2019 15:16
      Highlight Highlight Danke für die Präzisierung! 👍🏻
    • Trommelnicht 16.08.2019 19:00
      Highlight Highlight In der Artillerie fährt sogar der Abteilungskommandant (=Bat Kdt) im M113! Wie schlau das ist, sei dahin gestellt.
  • MrFaeh 16.08.2019 14:57
    Highlight Highlight Wow! Eindrückliche Geschichte, Dani! Was wurde aus eurem Schüpa Fahrer? Wurde er ebenfalls mittelschwer verletzt?
    • @schurt3r 16.08.2019 15:19
      Highlight Highlight Er hats zum Glück relativ gut überstanden. Wurde dann nachher (wie zu erwarten) auch intensiv befragt...

      War ein super Schüpa-Fahrer, habe aber keinen Kontakt mehr zu ihm.
  • Joe Smith 16.08.2019 14:51
    Highlight Highlight Mein Horror-Erlebnis im Militär war das Militär selbst. Ich hab dann ziemlich schnell die Konsequenzen gezogen und frühzeitig den Austritt gegeben.
    • Froggr 16.08.2019 15:22
      Highlight Highlight Okey cool
    • Focke 16.08.2019 15:23
      Highlight Highlight behalte doch deine meinung für dich. hier geht es um danis erlebnis.
    • Christian Mueller (1) 16.08.2019 15:55
      Highlight Highlight @Focke, wir sind hier nicht im Militär, hier darf man sagen, was man möchte ;-)
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