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Patriot-Abwehrsystem gegen ballistische Raketen «praktisch nutzlos»

Abwehrsystem Patriot gegen ballistische Raketen «praktisch nutzlos» – die Sonntagsnews

21.06.2026, 05:5421.06.2026, 09:38

Das von der Schweiz beschaffte Patriot-Luftverteidigungssystem ist gegen ballistische Raketen «praktisch nutzlos», Behörden decken vermehrt Missbrauch bei der Arbeitsmigration auf, der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) warnt vor chinesischer Einflussnahme über Städtepartnerschaften mit Schweizer Gemeinden und SVP-Nationalrat Jean-Luc Addor schlägt ein Schiedsgericht zur Entschädigung der Opfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana vor.

Die Schlagzeilen vom Sonntag in nicht verifizierten Meldungen:

Patriot-Luftverteidigungssystem «praktisch nutzlos»

epa13020155 A Patriot anti-aircraft missile system is on display during the German Armed Forces Day at the Laage Air Base, located within the Rostock-Laage Airport area, Germany, 06 June 2026. EPA/FIL ...
Das Patriot-Luftverteidigungssystem.Bild: Keystone

Das von der Schweiz beschaffte Patriot-Luftverteidigungssystem ist laut einem Experten in der «SonntagsZeitung» gegen ballistische Raketen aus Russland oder dem Iran «praktisch nutzlos». Werde die Schweiz aus einer Distanz von 2000 bis 3000 Kilometern angegriffen, sei die Abfangwahrscheinlichkeit sehr gering, sagte Timur Kadyshev, Raketenabwehrexperte an der Universität Hamburg, der Zeitung. Patriot sei primär auf die Abwehr ballistischer Kurzstreckenraketen ausgelegt und könne nur begrenzte Gebiete schützen. Das Verteidigungsdepartement (VBS) räumte selbst ein, dass Patriot die Bevölkerung nur «in begrenztem Umfang» schützen könne. Auch ein zweites Abwehrsystem, über das möglicherweise bereits am Mittwoch entschieden werde, löse das Problem laut Kadyshev nicht. Systeme wie SAMP/T und David's Sling würden ähnlich wie Patriot wirken und Raketen ebenfalls erst kurz vor dem Einschlag bekämpfen.

Vermehrte Missbrauchsfälle bei Arbeitsmigration

Das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) hat laut der «NZZ am Sonntag» im vergangenen Jahr 1456 gefälschte Dokumente entdeckt. Die Zeitung berichtet von vermehrten Missbrauchsfällen bei der Arbeitsmigration und der Personenfreizügigkeit. Dabei würden Personen unter anderem mit Scheinarbeitsverträgen, Scheinfirmen oder gefälschten EU-Ausweisen Aufenthaltsbewilligungen in der Schweiz erlangen. Am häufigsten würden die Behörden Fälschungen aus Osteuropa feststellen. «Die Zahl von Dokumenten mit Fälschungsmerkmalen, die wir bei der täglichen Arbeit sehen, nimmt deutlich zu», sagte Alexander Ott, Co-Präsident des Verbands Schweizerischer Einwohnerdienste (VSDE), der Zeitung. Viele Fälschungen dürften laut Ott unerkannt bleiben. Der Verband lanciere deshalb ein Ausweis-Kontroll-Kit. Dieses enthalte eine UV-Lampe, eine Lupe sowie den Zugriff auf eine KI-gestützte Referenzdatenbank zur Überprüfung von Identitätskarten und Pässen. Das Kontroll-Kit werde ab Herbst Behörden angeboten; das Basisset koste 357 Franken.

SVP-Addor will Schiedsgericht zur Entschädigung von Crans-Montana-Opfern

Nationalrat Jean-Luc Addor, SVP-VS, spricht waehrend der Wintersession der Eidgenoessischen Raete, am Mittwoch, 10. Dezember 2025 im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)
Jean-Luc Addor.Bild: Keystone

SVP-Nationalrat Jean-Luc Addor hat laut «SonntagsBlick» ein Schiedsgericht zur Entschädigung der Opfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana vorgeschlagen. Das Schiedsgericht solle an die Stelle des vom Bund angekündigten runden Tischs treten und rasch verbindliche Entscheide ermöglichen. Das Konzept, das der Zeitung vorliege, sei vom Ständigen Schiedshof in Den Haag gutgeheissen worden. Addor kritisiere, der runde Tisch sei mehr als ein halbes Jahr nach dem Unglück mit 41 Toten noch immer nicht zusammengetreten und habe bisher keine konkreten Resultate gebracht. Wie beim runden Tisch wäre die Teilnahme freiwillig, das Schiedsgericht könnte jedoch vom Bund moderiert werden. Das Bundesamt für Justiz kündige an, noch vor der Sommerpause über die Konstituierung des geplanten runden Tischs zu informieren. Weiter offen sei, ob sich der Bund an einer Vergleichslösung beteiligen soll. Der Kanton Wallis habe bislang 88 von 125 vorgesehenen Entschädigungen von je 50'000 Franken ausbezahlt.

NDB warnt vor chinesischer Einflussnahme

Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) sieht laut der «NZZ am Sonntag» Risiken bei Städtepartnerschaften zwischen Schweizer und chinesischen Gemeinden. China könne solche Beziehungen nutzen, um Einfluss auf lokale Behörden zu nehmen und Druck auszuüben, schrieb die Zeitung unter Berufung auf gut informierte Kreise. Gemäss dem NDB könnten Gemeinden mit Partnerschaften zu chinesischen Städten etwa bei Taiwan- oder Tibet-Fragen unter Druck geraten. China-Experte Ralph Weber teile diese Einschätzung und warne vor einer Schweizer Selbstzensur. Städte wie Basel betonten dagegen den kulturellen und wirtschaftlichen Charakter der Kontakte und erklärten, keine Versuche der Einflussnahme festgestellt zu haben. Im Bundesparlament wachse dennoch die Skepsis gegenüber China. «Langsam stellt sich schon die Frage, ob man das Handelsabkommen mit China wirklich aktualisieren sollte», sagte der ehemalige Mitte-Präsident und Nationalrat Gerhard Pfister der Zeitung.

Fonds soll zusätzliche Vergütungen für neue Medikamente ermöglichen

Ein neuer Fonds soll laut der «SonntagsZeitung» Pharmafirmen zusätzliche Vergütungen für neue Medikamente ermöglichen. Wie die Zeitung aus Gesprächen mit Vertretern der Pharmaindustrie und der Politik erfahren habe, sollen die Kantone in den Fonds einzahlen. Die zusätzlichen Zahlungen sollten neue Therapien in der Schweiz ermöglichen, ohne die Krankenkassenprämien zu belasten. Die Grösse des Fonds sei noch unklar. Hintergrund seien Befürchtungen der Pharmaindustrie, dass tiefe Schweizer Medikamentenpreise wegen der Preispolitik von US-Präsident Donald Trump negative Folgen für das Geschäft in den USA haben könnten. Der Vorschlag stamme vom runden Tisch «Life-Sciences-Standort» mit Vertretern von Bund, Kantonen und Pharmaindustrie. Der runde Tisch würde noch weitere Optionen überprüfen, die Fonds-Lösung mit Beiträgen aller Kantone gelte derzeit aber als wahrscheinlichstes Szenario.

Immer mehr Stau in der Schweiz

Die Zahl der Staustunden in der Schweiz ist laut «SonntagsBlick» 2025 auf 68'040 gestiegen. Das entspreche gegenüber dem Vorjahr einer Zunahme von 22 Prozent. Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) spreche von einer deutlichen Verschärfung der Überlastung auf den Autobahnen. Staus träten häufiger auf, dauerten länger und seien weniger verlässlich planbar. Als Hauptgrund nenne das ASTRA das starke Verkehrswachstum auf den Autobahnen. Während der Verkehr auf anderen Strassen seit 1990 im Gleichschritt mit der Bevölkerung um rund 30 Prozent zugenommen habe, sei er auf den Nationalstrassen um 140 Prozent gewachsen. Das Netz stosse dadurch immer öfter an seine Kapazitätsgrenzen. Bereits kleinere Ereignisse wie Pannen, Unfälle oder abrupte Bremsmanöver könnten Staus auslösen. Kritik am Kurs des Bundesrats komme aus bürgerlichen Kreisen. Vertreter von Auto-Schweiz sowie Politiker der FDP bemängelten, der Strassenausbau werde gegenüber der Bahn vernachlässigt.

Gaydoul kritisiert die Migros

Kloten Flyers Investor Philippe Gaydoul anlaesslich der Generalversammlung der Kloten Flyers am Montag, 20. August 2012 in Kloten. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)
Philippe Gaydoul.Bild: Keystone

Der frühere Denner-Besitzer Philippe Gaydoul hat laut der «NZZ am Sonntag» die Entwicklung des Discounters unter der Migros kritisiert. «Viele Läden sehen fast so aus wie vor bald 20 Jahren. Es wurde kaum investiert – weder in Filialen noch in neue Technologien wie Self-Scanning, die für Discounter interessant wären», sagte Gaydoul der Zeitung. Zudem sei das Sortiment zu stark ausgebaut worden. Seit die Migros selbst auf eine Tiefpreisstrategie setze, stelle sich laut der Zeitung die Frage, welche Rolle Denner künftig noch spielen könne. Auch ein Detailhandelsexperte bezeichnete das Erscheinungsbild von Denner als «unzeitgemäss». Migros und Denner wiesen die Kritik zurück. Sie verwiesen in einer Stellungnahme auf Investitionen von mehr als 400 Millionen Franken in Filialen, IT und Verteilzentren. Intern gebe es jedoch Diskussionen über die künftige Ausrichtung, wie der Rücktritt von Denner-Chef Torsten Friedrich im Frühjahr gezeigt habe.

2 Amateursportler wegen verbotener Muskelaufbaupräparate gesperrt

Zwei Amateursportler sind laut «Le Matin Dimanche» wegen der Bestellung verbotener Muskelaufbaupräparate gesperrt worden. Von den 30 Sperren, die Swiss Sport Integrity im Jahr 2025 ausgesprochen habe, hätten 20 Produkte betroffen, die einen schnellen Muskelaufbau versprächen. Die beiden Betroffenen hätten sich durch TikTok und Fitnessstudios zum Kauf der in der Schweiz verbotenen Substanzen wie MK-677 oder SARMs verleiten lassen. Obwohl die Produkte vor dem Konsum vom Zoll beschlagnahmt worden seien, habe Swiss Sport Integrity Sperren von bis zu vier Jahren verhängt. Die Sportler, ein Westschweizer Fussballer und ein Deutschschweizer Handballer, kritisierten die Härte der Strafen für Freizeitsportler, räumten aber ihre Naivität ein. Zugleich warnten sie vor den Gesundheitsrisiken der Mittel und vor mangelnder Prävention im Amateurbereich und in sozialen Netzwerken. (sda)

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Die beliebtesten Kommentare
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Miimiip! aka Roadrunn_er
21.06.2026 06:39registriert Juli 2018
„ Das von der Schweiz beschaffte Patriot-Luftverteidigungssystem“…können wir den Text ändern zu „bestellte aber wird nie oder völlig veraltet und bis geliefert wird“ ändern? Beschafft heisst für mich, wenn wir es haben und einsetzen können… und beides ist wohl noch länger nicht der Fall.
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Gina3
21.06.2026 07:07registriert September 2023
Eine etwas verrückte, aber dennoch sehr vernünftige Idee.
Wenn die SVP aus Ego-Gründen erneut eine Initiative ganz klar gewinnen möchte, müsste sie nur folgende lancieren:

„Stoppt den Kauf nutzloser und unbrauchbarer Waffen vom falschen Freund USA – JA zu einer PARTNERSCHAFT mit zuverlässigen Ländern zur Verteidigung unseres Landes“

Ich glaube, sie würden an der Urne 90 % Ja-Stimmen erhalten und 33 Kantone würden zustimmen!!
Deal?
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Linksrechtsblablabla
21.06.2026 06:44registriert Januar 2021
Schön, seit ca. 1/2 jahr könnte die pharma ein problem bekommen mit den Preisen in den USA. Unsere Politiker haben die Lösung schon gefunden. Die KK Prämien steigen seit über einem Jahrzehnt stark an. Nicht mal den Ansatz einer Lösung ist von unsere Politikern gekommen
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