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Armee schliesst Evaluation für alternative Luftverteidigung ab

epa13260693 A Patriot anti-aircraft missile system is pictured during the Grand military tattoo to celebrate the 70th anniversary of the German Air Force at the Military History Museum Berlin-Gatow, G ...
Ein Patriot-System: Die Kosten für die Schweiz steigen 2 Milliarden auf 3,7 Milliarden. Bild: keystone

Armee schliesst Evaluation für alternative Luftverteidigung ab – es gibt einen Favoriten

27.09.2026, 14:1027.09.2026, 14:10

Die Evaluation für ein zweites Raketenabwehrsystem für die Schweiz ist abgeschlossen worden. Der Entscheid über die Typenwahl liegt nun beim Bundesrat, wie das Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) am Sonntag auf Anfrage mitteilte.

«Bis zur Einführung eines der beiden Bodluv-Systeme grösserer Reichweite besteht für die Schweiz kein Schutz.»
Armasuisse-Sprecher Kaj-Gunnar Sievert.

Die Beschaffung eines zweiten Systems, intern als Bodluv GR 2 bezeichnet, soll eine Lücke schliessen, die durch Probleme bei einem früheren Kauf entstand. Denn die Auslieferung des US-amerikanischen Patriot-Systems verzögert sich um fünf bis sieben Jahre. «Bis zur Einführung eines der beiden Bodluv-Systeme grösserer Reichweite besteht für die Schweiz kein Schutz», schrieb Armasuisse-Sprecher Kaj-Gunnar Sievert auf Anfrage von Keystone-SDA.

Das Bundesamt erachtet einen neuen Liefertermin des Abwehrsystems bis 2032 als realistisch. Deshalb will Verteidigungsminister Martin Pfister schnell ein zweites Abwehrsystem beschaffen. Die militärischen und rüstungspolitischen Auswertungen der eingegangenen Offerten sind nun abgeschlossen, wie Armasuisse Keystone-SDA einen Bericht des «SonntagsBlick» bestätigte.

Die prognostizierten Kosten für das Patriot-System seien von ursprünglich 2 Milliarden auf bis zu 3,7 Milliarden Franken gestiegen. Als Gründe für die Mehrkosten nennt Armasuisse eine Umpriorisierung bei der US-Regierung, Inflation, Obsoleszenzbereinigungen sowie erweiterte Funktionen.

Für das zweite Abwehrsystem holte Armasuisse Informationen bei Herstellern in Frankreich, Israel und Südkorea ein. Alle angefragten Anbieter reichten verbindliche Offerten ein.

Als Favorit gelte das System des französisch-italienischen Unternehmens Eurosam, so der «SonntagsBlick». Gründe dafür seien der erklärte Wille des Bundesrates, Rüstungsgüter vermehrt in Europa zu beschaffen, sowie die politisch heikle Lage bei einer Beschaffung aus Israel oder Südkorea. Zudem soll der Kauf die Beziehungen zu Frankreich verbessern, die nach der Wahl des US-Kampfjets F-35 anstelle des französischen Rafale als belastet gelten.

Zu den einzelnen Systemen machte Armasuisse auf Anfrage keine Angaben.

Finanzierung gesichert

Für die Beschaffung des zweiten Luftabwehrsystems sind laut Armasuisse fünf Milliarden Franken vorgesehen. Die Finanzierung sei vollständig über die zusätzliche Armeefinanzierung in der Höhe von 24 Milliarden Franken abgedeckt. Es würden keine zusätzlichen Mittel aus dem ordentlichen Rüstungsprogramm benötigt. (sda)

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