Recycling ist zu teuer – Armee verbrennt ausrangierte Tenues A lieber
Das Tenue A, auch Ausgänger genannt, dient allmählich aus. Die Armee gibt es nur noch an jene aus, die die Uniform für Repräsentationszwecke benötigen. So will sie Geld sparen.
Normalerweise müssen die Ausgänger bei der Entlassung aus dem Militärdienst zurückgegeben werden. Wenn möglich, sollen sie instand gesetzt und bei Bedarf wieder ausgegeben werden. Ist das nicht möglich, werden sie verbrannt, berichtet Schweiz Heute.
Zwar habe die Armee Recycling-Angebote eingeholt, jedoch erhielt keines den Zuschlag. Die Armee erklärt gegenüber der Zeitung: «Dabei zeigte sich, dass die thermische Verwertung für nicht mehr reparierbare Armeeuniformen unter Berücksichtigung des logistischen Aufwands sowie der damit verbundenen Kosten derzeit die zweckmässigste Lösung darstellt.» Kurz gesagt: Die Verbrennung der Uniformen ist günstiger und einfacher als das Recycling. Wie viele Ausgänger schon im Ofen gelandet sind, ist nicht bekannt.
Das Problem: Das Tenue A kann nicht einfach so weitergegeben werden. Zuvor müssten beispielsweise Abzeichen unkenntlich gemacht werden. Zudem soll ein Missbrauchsrisiko bestehen.
Statt des Tenue A können Soldatinnen und Soldaten mittlerweile das – in den Augen vieler Armeeangehöriger bequemere – Tenue B tragen.
Dem über 30-jährigen Ausgänger, den die Aargauer Mitte-Nationalrätin Marianne Binder-Keller schon 2021 als mausgrau betitelt und ein neues Tenue gefordert hatte, trauern wohl nur wenige nach. (vro)
