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Entgegen den Warnungen des Bundes: Ruag bezahlte Lösegeld an Hacker

Entgegen den Warnungen des Bundes: Ruag bezahlte Lösegeld an Hacker

06.06.2026, 07:3106.06.2026, 07:41
Der Berner Sitz des bundeseigenen Ruestungskonzerns RUAG AG, am Dienstag, 25. Februar 2025 im Wylerquartier in Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)
Der Sitz der RUAG in Bern. (Archivbild)Bild: keystone

Der Bundeskonzern RUAG hat nach einem Hacker-Angriff im vergangenen Herbst Lösegeld bezahlt. Dies berichtete das SRF am Samstag. Besonders brisant: Der Bund rät dringend davon ab, Lösegeld zu zahlen.

Im November 2025 wurde der Schweizer Rüstungskonzern Ruag Ziel eines Angriffs der berüchtigten internationalen Hackergruppe Akira. Die Bande drang in die Systeme der Ruag-Tochterfirma Ruag LLC mit Sitz in Virginia ein und entwendete grosse Mengen an Daten. Daraufhin wurde die Ruag vor die Wahl gestellt: Lösegeld bezahlen oder damit leben, dass die angeblich vertraulichen militärischen Daten veröffentlicht würden.

Wie sich nun herausstellt, hat sich der Rüstungskonzern, der zu 100 Prozent dem Bund gehört, für die erste Variante entschieden. In der SRF-«Samstagsrundschau» sagt RUAG-Verwaltungsratspräsident Jürg Rötheli:

«Wir haben bezahlt und haben glücklicherweise alle Daten zurückerhalten.»

Dabei soll es sich um einen kleinen Betrag handeln, so Rötheli – näher wolle er nicht darauf eingehen. Das SRF schreibt dazu, dass dies Teil der neuen Strategie der Hackerbande sei: Man setze nicht mehr auf einzelne Megasummen, sondern auf hohe Fallzahlen. Die Rede sei üblicherweise von Summen im tiefen sechsstelligen Bereich.

Bund warnt eindringlich

Üblicherweise rät der Bund dringendst davon ab, im Falle einer Erpressung Lösegeld zu bezahlen. Im Leitfaden des Bundesamts für Cybersicherheit heisst es, dieses Geld diene der weiteren Finanzierung krimineller Aktivitäten. Somit würde jede erfolgreiche Erpressung die Angreifer zum Weitermachen motivieren und die Verbreitung solcher Angriffe fördern.

Und was sagt der Ruag-VRP dazu? Er wisse, dass sein Konzern gegen die Empfehlungen des Bundes gehandelt habe, so Rötheli. Man habe dieses Vorgehen jedoch entsprechend abgesprochen. Auf Nachfrage habe die Ruag präzisiert, dass diese Absprachen mit unternehmensinternen Gremien geführt worden seien. Auch habe man sich von US-Rechtsexperten beraten lassen.

Wer jedoch nicht in diese Absprachen miteinbezogen wurde, ist das VBS. Auf Anfrage von SRF heisst es, das VBS sei im Vorfeld der Zahlung nicht informiert worden. Das VBS vertritt den Bund als Eigentümer gegenüber der RUAG. Zur Tatsache, dass ein Bundeskonzern Lösegeld bezahlt habe, wolle man sich im Moment nicht äussern.

(cpf)

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16 Kommentare
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Jubelperser
06.06.2026 07:56registriert Juli 2025
«Wir haben bezahlt und haben glücklicherweise alle Daten zurückerhalten.»

Wie darf man diesen Satz verstehen? Ist Akira physisch vor Ort eingebrochen und hat Ordner mitgenommen und diese wieder RUAG zurückgeschickt? Oder glaubt RUAG wirklich, dass Akira die erbeuteten Daten nach Zahlung des Lösegeld in den Papierkorb verschoben hat?
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Alice36
06.06.2026 07:46registriert Juni 2017
Die Schweiz braucht keinenTrump, das Chaos schafft die CH Politik auch ohne grossen Führer. Absurder kann es nicht mehr kommen, denkt man, aber die Zeit wird uns das Gegenteil lehren.
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MeinBeitrag2
06.06.2026 08:03registriert September 2025
Und die Kopie von der Kopie von der Kopie? Immer häufiger zweifle ich am gesunden Menschenverstand.
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