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So viel mehr Autounfälle verursachen Senioren – mehr als Neulenker

A 83-year-old senior during a road test with a so-called driving advisor in Muenchenbuchsee, Switzerland, pictured on May 15, 2008. The driving advising complements the mandatory study of the fitness  ...
Auf die Gefahren in Kilometer gerechnet, sind Senioren am Steuer die grössere Gefahr als Junglenker und Junglenkerinnen (Symbolbild).Bild: KEYSTONE

Senioren verursachen mehr Unfälle als Neulenker: Bundesrat will nichts unternehmen

Ein Bericht sollte aufzeigen, wie die Verkehrstauglichkeit von Senioren besser überprüft und gefördert werden kann. Doch die Regierung winkt ab: Das bringe nichts.
25.08.2026, 14:1725.08.2026, 14:18
Michael Graber
Michael Graber

Der Mann verwechselte das Gaspedal mit der Bremse und fuhr direkt in die Menschengruppe. Es war eine Schulklasse aus Allschwil (BL) auf dem Heimweg aus dem Skilager. Die 47-jährige Lehrerin kam beim Unfall, der sich diesen März in Sedrun GR ereignete, ums Leben, drei Schüler wurden verletzt. Der Fahrer war 87 Jahre alt.

Hochgerechnet auf die gefahrenen Kilometer verursachen Personen über 80 Jahre mehr Unfälle, bei denen Menschen zu Schaden kommen, als Junglenker zwischen 18 und 24 Jahren. Schon heute müssen alle Senioren und Seniorinnen ab 75 Jahre alle zwei Jahre zum medizinischen Eignungstest antraben, wenn sie das Billett behalten wollen. Aber reicht das?

Marionna Schlatter, Nationalraetin GP-ZH, spricht ueber die Resolution Klimavision, waehrend der Delegiertenversammlung der Gruenen Schweiz, am Samstag, 22. August 2026 in Fribourg. (KEYSTONE/Peter Kl ...
Marionna Schlatter will strengere Kontrollen für Senioren am Steuer.Bild: keystone

Die Zürcher Grünen-Nationalrätin Marionna Schlatter forderte den Bundesrat auf, die Wirksamkeit der bestehenden Massnahmen zu prüfen. Der Parlamentarierin schwebte unter anderem vor, dass obligatorische Praxistests evaluiert werden sollen. Also, dass auch ausserhalb der Arztpraxis die Fahrtüchtigkeit etwa per Kontrollfahrten überprüft werden soll.

Doch der Bundesrat hat keine Lust auf vertiefte Abklärungen: Er erwarte «von einem Bericht keine neuen Erkenntnisse», heisst es in der Antwort auf den Vorstoss. Für Schlatter ist das ernüchternd: «Ich sehe absolut keinen Willen, etwas zu verbessern.»

Bundesrat: Sache der Kantone

In seiner Antwort wiederholt der Bundesrat dann auch vor allem, dass die Kantone bereits heute über zahlreiche Kompetenzen verfügen würden. Unter anderem könnten die lokalen Behörden bei Personen, welche die medizinischen Mindestanforderungen nicht mehr erfüllen, zeitliche und örtliche Fahrverbote aussprechen. Also etwa, dass der Lenker nur noch tagsüber auf bestimmten Strassen fahren darf.

Auch Kontrollfahrten könnten angeordnet werden, aber vor allem dann, wenn «das Untersuchungsergebnis hinsichtlich der Fahreignung unklar ist». Sprich: Ohne medizinische Grundbedenken muss niemand extra eine Probefahrt machen.

Bundesrat Albert Rösti (SVP) spricht im Interview mit watson in seinem Büro im Bundeshaus Nord über die bevorstehenden Abstimmungen am 24. November 2024 zum Autobahnausbau, die Aufhebung des AKW-Neuba ...
Verkehrsminister Albert Rösti sieht keinen Handlungsbedarf.Bild: watson/ aylin erol

Teilweise sieht der Bundesrat sogar die Versicherungen in der Pflicht. «Die Motorfahrzeugversicherungen haben in diesem Zusammenhang die Möglichkeit, freiwillige Weiterbildungen mit Prämiensenkungen zu belohnen», schreibt das Departement von Albert Rösti in der Antwort. Gibt dann aber gleich zu: Dieser Anreiz werde «von den Versicherungen noch nicht forciert».

Schlatter sagt: «Es wird einfach auf das heutige System gesetzt und an die Eigenverantwortung appelliert. Schade.» Sie hoffe nun auf die Verbesserung und den flächendeckenden Einsatz von Fahrassistenz-Systemen, die grosse Fortschritte gemacht hätten. Als Nächstes entscheidet aber noch der Nationalrat über den Vorstoss. Stellt er sich hinter Schlatter, muss der Bundesrat den Bericht doch in Auftrag geben. (schweizheute.ch)

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Sergeant Pepper
25.08.2026 14:27registriert November 2018
Senioren bilden ein grosses Wählerpotential, das man keinenfalls verärgern soll, vorwiegend im rechten, konservativen, bürgerlichen Kreis.
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Roli_G
25.08.2026 14:31registriert Januar 2021
Eine Verbesserung könnte schon erreicht werden, wenn die medizinische Beurteilung von einem Kantons-Arzt und nicht vom persönlichen Hausarzt durchgeführt wird.

Viele Ärzte machen beim Autofahren einfach Gefälligkeitsgutachten.
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ELMatador
25.08.2026 15:15registriert Februar 2020
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Ich finde, alle Personen mit Führerausweis sollten regelmässig eine kurze Prüfung im Fahrsimulator absolvieren: alle fünf Jahre, ab einem bestimmten Alter alle zwei Jahre.

Getestet werden Verkehrsregeln und Reaktionszeit. Bei mangelnden Kenntnissen sollte innerhalb eines Jahres eine Schulung erfolgen. Bei auffälliger Reaktionszeit wäre eine medizinische Abklärung nötig. Das wäre einfach, günstig und würde die Verkehrssicherheit erhöhen.
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