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Schweiz

So kommen Hausbesitzer zu einer eigenen E-Auto-Ladestation

Wallbox, Ladestation an der Hauswand eines Privathauses in D
Die Anschaffung von Ladestationen für Elektroautos bedeutet viel Bürokratieaufwand.Bild: www.imago-images.de

E-Auto zu Hause laden? Das müssen Hausbesitzer wissen

Mieterinnen und Mieter sollen künftig eine Ladeinfrastruktur verlangen können, wenn es nach dem Bund geht. Was das für Vermieterinnen und Vermieter bedeutet und wie die Installation einer Ladestation abläuft, erfährst du hier.
23.08.2026, 18:0124.08.2026, 08:24

Besitzerinnen und Besitzer eines Elektroautos finden heutzutage auch unterwegs einfacher eine Ladestation als noch vor einigen Jahren. Hilfe gibt es beispielsweise von Energie Schweiz, wo eine Karte sämtliche Ladestationen nach Standort anzeigt. Besonders praktisch ist es allerdings, wenn man den Stromer gleich zu Hause anschliessen kann.

Wer ein Elektroauto besitzt und kein Eigenheimbesitzer, aber Mieter oder Teil einer Stockwerkeigentümergemeinschaft ist, kann nicht einfach eigenmächtig eine Ladestation bei sich zu Hause installieren. Für eine solche braucht es die Zustimmung des Vermieters oder der Eigentümergemeinschaft. Der Bundesrat will dies nun ändern. Eine entsprechende Motion des grünliberalen Nationalrats Jürg Grossen hat er in die Vernehmlassung geschickt.

Mieter und Stockwerkeigentümer sollen demnach in Zukunft die Schaffung der nötigen Infrastruktur zum Laden eines Elektroautos fordern dürfen. Für die Eigentümer heisst das: das Bereitstellen einer Stromleitung zum Parkplatz, die Möglichkeit, den Verbrauch abzurechnen, und bei grösseren Anlagen ein System, das die Stromleistung auf mehrere Fahrzeuge verteilt, schreibt die NZZ. Die Ladestation an sich bezahlt der Nutzer. Die Pläne stossen beim Schweizerischen Verband der Immobilienwirtschaft und dem Hauseigentümerverband HEV auf Ablehnung. Laut ihnen würden Eigentümer gezwungen, Investitionen zu tätigen.

Doch wie sieht der Ablauf bei der Beschaffung dieser Infrastruktur momentan aus? Hier findest du alle Informationen dazu:

Genehmigung

Bevor das Ganze angegangen werden kann, braucht es für eine Ladestation derzeit eine qualifizierte Mehrheit der Stockwerkeigentümer, da die Kosten auf alle gleichmässig umgewälzt werden. Mieter müssen zudem ihren Vermieter anfragen. Eigenheimbesitzer sind bei ihrer Entscheidung frei.

Ab mehreren Ladestationen kann das Elektrizitätswerk ein Lastmanagement verlangen, damit nicht alle Autos gleichzeitig laden. Hier kann es dann kompliziert werden, da nicht klar ist, wer die zusätzlichen Kosten trägt. Deswegen sollte von Anfang an geklärt werden, wie viele Ladestationen die Reserve der Hausanschlussleistung aushält und ob später eine Verstärkung möglich ist. Bei mehreren Elektroautos sind intelligente Ladestationen sinnvoll, welche die Grösse der Belastung des Stromnetzes messen und optimieren.

Die richtige Leistung

Um das E-Auto über Nacht sicher vollzuladen, braucht es eine starke Ladeleistung. Mit 11 kW sollte dies bei den meisten Modellen möglich sein. Beträgt die Leistung nur 3 kW, dauert das Aufladen entsprechend länger. Wie schnell das Aufladen effektiv geht, hängt auch vom E-Auto ab. Eines mit nur 3,6 kW Ladeleistung wird auch an einer 11 kW-Ladestation nicht schneller geladen, schreibt der TCS. Am besten haben Ladestation und Auto die gleiche Spitzenleistung.

Lausanne setzt auf Elektromobilit
Der Praktikabilität halber sollte ein E-Auto in sechs bis acht Stunden vollgeladen werden können.Bild: sda

Geprüft werden muss zudem auch, ob die Gebäudeleitungen den Anforderungen der gewünschten Ladestation entsprechen. Dies kann von einem Elektriker abgeklärt werden. Das Vollladen eines E-Autos sollte aus praktischen Überlegungen nicht länger als acht Stunden dauern.

Das ist eine Wallbox
Elektroautos können mit einer mobilen Ladestation an jeder geeigneten Steckdose geladen werden, dabei wird jedoch die Ladegeschwindigkeit minimiert. Schneller geht es mit der Installation einer Wallbox. Diese Ladestation wird meist an der Wand montiert oder freistehend als Säule installiert. Sie bietet auch zusätzliche Funktionen wie Zugangsmanagement, Lastmanagement, Anbindung an eine Solaranlage oder ein Gebäudesystem sowie die Abrechnung.

Generell sollten zuallererst Elektroinstallateure und Stromversorger vor Ort kontaktiert werden.

Standort

Wichtig ist auch, wo die Ladestation genau installiert wird. Gibt es vor dem Haus oder in der Garage überhaupt einen vorinstallierten Stromanschluss oder muss eine neue Leitung gelegt werden? Die Elektroauto-Ladestation zu Hause muss zudem vor Witterungseinflüssen und direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden.

Ladung eines E-Fahzeugs an einer privaten Wallbox. Symbolfoto, Themenfoto Eldagsen, 25.04.2024 *** Charging an electric vehicle at a private wallbox Symbol photo, theme photo Eldagsen, 25 04 2024 Foto ...
Die Ladestation muss vor Wind und Wetter geschützt werden.Bild: www.imago-images.de

Installation

Der genaue Ablauf:

  • Beratung und Offerte: Am besten wird ein lokaler Elektroinstallateur kontaktiert, welcher berät und eine Offerte erstellt. Bei mehreren Ladestationen oder einer Gesamtladeleistung von über 22 kVA ist gemäss den Werkvorschriften die Installation eines Last- und Lademanagements notwendig. Es empfiehlt sich bei Stockwerkeigentum, schon vor der Installation der ersten Ladestation sicherzustellen, dass diese später in ein gemeinsames Last- und Lademanagement eingebunden werden kann, und die vorgängige Planung mit der Eigentümergemeinschaft abzustimmen. Es besteht sonst das Risiko, dass Ladestationen später zurückgebaut werden müssen.
  • Installateur beauftragen: Der konzessionierte Elektroinstallateur reicht die Unterlagen «Technisches Anschlussgesuch (TAG) für Ladestation» und die «Installationsanzeige» zur Prüfung ein.
  • Installation: Nach erfolgter Bewilligung der Installationsanzeige kann der Installateur die Ladestation installieren. Wer selbst versucht, eine Ladestation zu installieren, riskiert nicht nur die eigene Sicherheit, sondern ist bei Schäden auch nicht versichert.

Meldeformular

Seit 2023 braucht es für eine Ladestation keine Baubewilligung mehr, sofern sie auf bestehenden Parkplätzen installiert wird und allgemein zugänglich ist. Auch kantonal ist das Verfahren einheitlich geregelt.

Sie muss lediglich dem Bauamt am Standort der Ladestation gemeldet werden. Hierfür gibt es von den Kantonen ein Meldeformular, welches mit Situationsplan, Skizzen, Fotos und der Herstellerbeschreibung der Ladestation einfach eingereicht werden kann. Auch beim Stromversorger müssen die Ladestationen gemeldet werden.

Kosten

Die Kosten für eine Wallbox belaufen sich zwischen 500 und 2500 Franken. Dazu kommen die Kosten für die Installation, welche sich zwischen 1500 und 3000 Franken bewegen. Sie hängen von der Art der Ladestation, der benötigten Anschlussleistung und der Entfernung zum Stromanschluss ab.

Zu diesen Fixkosten kommen dann danach die Stromkosten dazu, denn ein durchschnittliches Elektroauto wird im Jahr ca. 200-mal aufgeladen. In der Schweiz sind die Preise pro Kilowattstunde in den Gemeinden aber nicht einheitlich. Der Strompreis beträgt je nach Region und Anbieter zwischen 15 und 25 Rappen pro kWh. Bei 15 kWh pro 100 km kostet das Aufladen für 100 Kilometer Fahrtstrecke etwa 2 bis 4 Franken. Anfallen können auch Kosten für Wartung, Softwareupdates, Apps oder Abrechnungslösungen.

Fördermittel

Eingerechnet werden sollen aber die Fördermittel von Kantonen und Gemeinden. Eigentümer können somit zwischen 250 und 3000 Franken pro erschlossenem Ladepunkt zurückbekommen.

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113 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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ast1
23.08.2026 18:58registriert März 2014
„Um das Auto über Nacht sicher vollzuladen“ - das ist eigentlich recht unnötig, wenn man nicht täglich über 100km fährt. Auch wenn man dann mal eine längere Fahrt unternimmt muss das Auto am nächsten Tag ja nicht unbedingt randvoll sein, sondern nur so viel wie man dann braucht. Im Zweifelsfall gibts auch externe Schnelllader.
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Mare55
23.08.2026 18:31registriert Juni 2024
Ich glaube jeder jeder Hauseigentümer hat schon genug verdient um die Investition zu tätigen. Und der HEV ist sowieso immer am jammern.
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Sturmliechtli
23.08.2026 19:41registriert Februar 2025
200x laden pro jahr? mit genau so humbuck haben die leute das gefühl, sie bräuchten eine teure wallbox. das würde einer tägl. fahrleistung von etea 200km entsprechen. ich lad meinen tesla etwa 1x pro woche, wenns hoch kommt.
das dürfte den meisten etwa so gehen.
also 1-4x pro monat am schnelllader 20 laden. oft wärend einkauf.
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