Schweiz
Auto

NZZ-Journalist lobt Tempolimit 120 – Reaktionen folgen

ARCHIV - 15.05.2013, Nordrhein-Westfalen, Troisdorf: Ein Verkehrsschild, das eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 120 Stundenkilometer anzeigt, steht auf der A 59. (zu dpa «Scheuer zu Tempo 120 auf Aut ...
Der Tweet eines deutschen NZZ-Journalisten zu Geschwindigkeitsbegrenzung wird in Deutschland zur Zeit hitzig diskutiert. Bild: DPA

NZZ-Journalist lobt Tempolimit 120 – und löst in Deutschland heftige Reaktionen aus

22.01.2019, 07:3722.01.2019, 14:52

Einmal mehr wird in Deutschland ein Tempolimit auf Autobahnen hitzig diskutiert. Auslöser war eine Aussage des deutschen Verkehrsministers Andreas Scheuer, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. Er bezeichnete den Vorschlag einer Geschwindigkeitsbegrenzung neulich als «unverantwortliches Gedankenspiel».

epa07205868 Minister of Transport Andreas Scheuer speaks during a presser at the Chancellery in Berlin, Germany, 03 December 2018. Merkel holds a press conference after a meeting with municipality rep ...
Andreas ScheuerBild: EPA/EPA

Die Aussage hat bei Umweltverbänden und Parteien verschiedene Reaktionen hervorgerufen. Wenn ein Tempolimit einen Betrag zum Klimaschutz leisten könne, so soll dies auch geprüft werden, meint Ralf Stegner, Vizepräsident der SPD. FDP-Verkehrsexperte Torsten Herbst sieht das anders: Er spricht von einem «grünen Kulturkampf gegen das Auto».

Deutscher Journalist lobt die Schweiz

Das Thema wurde auch auf Social-Media hitzig diskutiert. Massgeblich dazu beigetragen hat der deutsche Journalist Daniel Steinvorth, der in der Schweiz lebt. So tat der «Neue Zürcher Zeitung»-Redaktor seine Meinung auf Twitter kund – mit wohl ungeahnten Folgen.

Steinvorth befürwortet ein Tempolimit und lobt den Verkehr in der Schweiz. Sein Tweet wurde mehr als 500 Mal kommentiert und erhielt rund 3000 Likes.

Dabei sind nicht alle seiner Meinung. Ein Gegner von Tempolimiten meint, dass sich Deutschland und die Schweiz aufgrund der topografischen Gegebenheiten nicht vergleichen lassen. Die Autobahnen seien hierzulande «zu kurvig».

Derselbe User meint auch, dass er teilweise mit 320 km/h unterwegs ist – und das bislang unfallfrei.

Steinvorth fühlt sich auf hiesigen Autobahnen wohl einiges wohler.

Ebenfalls nichts anfangen mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung kann «Hans denkt». Dafür erlaubt er sich noch einen Witz über die Schweizer Kompromissfreudigkeit. 

Ein anderer vertritt die Auffassung, dass ein Tempolimit nichts am Verhalten «asozialer» Verkehrsteilnehmer ändern wird. 

Er hier scheint zu wissen, warum auf Schweizer Autobahnen ein Tempolimit gilt.

Insgesamt sind Schweizer Verkehrsteilnehmer auf deutschen Strassen eher unbeliebt, wenn man sich die Kommentare anschaut. 

Der deutsche Journalist erhält aber auch Zuspruch. 

Die «Süddeutsche Zeitung» bezieht klar Stellung zu Scheuers Aussage. «Der deutsche Verkehrsminister watscht seine Berater für den Vorschlag eines Tempolimits ab – ungeachtet der Tatsache, dass hohe Geschwindigkeit auf Autobahnen jährlich Hunderte Menschen das Leben kostet».

Machen Dashcams unsere Strassen sicherer?

Video: srf

Aktuelle Polizeibilder:

1 / 95
Aktuelle Polizeibilder: Lagergebäude durch Brand beschädigt
2.3.2020, Bremgarten (AG): Mehrere Feuerwehren rückten nach Bremgarten aus, nachdem ein Brand in einer Liegenschaft ausgebrochen war. Personen wurden keine verletzt. Die Kantonspolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.bild: kapo Aargau
Auf Facebook teilenAuf X teilen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Sexismus wie 1993: Was Céline Amaudruz mit Christiane Brunner verbindet
Reich sein gilt in der SVP plötzlich als suspekt, was bei Männern als Führungsstärke durchgeht, ist bei Céline Amaudruz diktatorisch – und «Weltwoche»-Herausgeber Roger Köppel spricht über ihr Aussehen. Herzlich willkommen bei den Bundesratswahlen 2026.
Es ist eine ungeschriebene Regel bei Bundesratswahlen: Wer seinen Kopf zuerst rausstreckt, erhält besonders viel aufs Dach. Tatsächlich bläst der Genfer SVP-Nationalrätin Céline Amaudruz ein harter Wind entgegen. Am Donnerstag hat sie ihre Kandidatur für die Nachfolge von Bundesrat Guy Parmelin bekannt gegeben. Die Schlagzeilen sind wenig schmeichelhaft. «Genferin, Bankerin, Bundesrätin?», fragte die «NZZ am Sonntag». Die «SonntagsZeitung» rechnete vor, dass Amaudruz mit ihren Nebenämtern 380'000 Franken verdient. Und der «SonntagsBlick» erinnerte an ihre Promillefahrt.
Zur Story