Reparaturen für Parkschäden haben sich stark verteuert
In Zukunft sollten Autofahrerinnen und Autofahrer noch vorsichtiger sein mit ihrem Gefährt, denn Parkschäden sind in der Schweiz deutlich teurer geworden im Vergleich zu vor zwei Jahren. Das zeigt eine Analyse des Online-Vergleichsdienstes Comparis auf Basis von rund 7,3 Millionen erfassten Arbeitsvorgängen in Schweizer Schadenkalkulationen aus den Jahren 2023 bis 2025.
Am stärksten stiegen die durchschnittlichen Kosten für Reparaturarbeiten an Türen und anderen Karosserieteilen. 2023 betrug die Reparatur einer Hintertür noch 92 Franken, 2025 waren es schon 134 Franken. Dies sind fast 50 Prozent Mehrkosten.
Bei einer Seitenwand erhöhten sich die durchschnittlichen Reparaturkosten in zwei Jahren um 41 Prozent, bei einem vorderen Kotflügel um 32 Prozent. Weniger stark verteuert haben sich die Lackierungen. Hier beträgt die Zunahme nur 3,5 Prozent.
Ersatz beschädigter Bauteile
Die durchschnittlichen Kosten für das Ersetzen einer Hintertür stiegen von 1’006 Franken im Jahr 2023 auf 1’098 Franken im Jahr 2025, also um 9,2 Prozent. Der Ersatz einer Motorhaube stieg um 16,5 Prozent.
Auffallend war, dass besonders häufig Rückleuchten repariert wurden: 2025 betraf dies jede dritte Reparatur. Und auch hier musste man für den Ersatz mehr zahlen – ganze 9,4 Prozent mehr im Vergleich mit 2023. «Weil Rückleuchten so häufig beschädigt werden, ist dieser Preisanstieg für besonders viele Schadenfälle relevant», meint Comparis-Autoversicherungsexperte Harry Büsser.
Preise werfen Fragen auf
Laut Comparis reicht die allgemeine Inflation nicht aus, um diese starken Preissteigerungen zu erklären. Harry Büsser betont:
Eine Rolle dürfte die zunehmend komplexe Fahrzeugtechnik spielen, zumal der Schweizer Fahrzeugbestand heute neuer ist als noch vor drei Jahren. Auch höhere Verrechnungssätze der Garagen könnten dazu beitragen. Laut einer Branchenübersicht der auf die Autobranche spezialisierten Treuhandgesellschaft FIGAS stieg der durchschnittliche Stundenansatz 2024 um rund 3 Prozent auf 172.30 Franken. Im selben Zeitraum nahm die Rentabilität der Werkstätten und des Ersatzteilgeschäfts zu, während die Margen bei Neu- und Gebrauchtwagen zurückgingen.
Autoversicherung überprüfen
Autohalterinnen und Autohaltern wird nach dieser Analyse noch mehr dazu geraten, die eigene Autoversicherung regelmässig zu überprüfen. Vorsicht aber bei einer Parkschadendeckung. Diese lohnt sich nicht für jeden.
«Versichern sollte man vor allem Schäden, die das eigene Budget empfindlich treffen. Wer eine Rechnung von 1’000 oder 2’000 Franken problemlos selbst bezahlen kann, braucht eine Parkschadendeckung nicht zwingend. Würde ein solcher Betrag finanziell stark schmerzen oder hat das Auto eine besonders teure Lackierung, kann die Versicherung sinnvoll sein», erklärt Büsser.
(kek)
