Schweiz
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Ecopop ist für Begrenzungsinitiative – weil es ihre letzte Chance ist



ARCHIV --- ZU DER VOLKSINITIATIVE

Viele Leute – der Ecopop ein Graus. Bild: KEYSTONE

Die Vereinigung Umwelt und Bevölkerung (Ecopop), die Schweizerische Vereinigung Industrie und Landwirtschaft (SVIL) und der Verein Stopp Littering Schweiz sage Ja zur Begrenzungsinitiative. Sie sehen darin eine letzte Chance für einen nachhaltigen ökologischen, sozialen und ökonomischen Kurswechsel in der Schweiz.

Die Konsequenzen der zunehmenden Überbevölkerung der Schweiz seien gravierend, hiess es am Montag in Bern an einer Medienkonferenz im Vorfeld der Abstimmung über die «Begrenzungsinitiative» der SVP, über die das Schweizer Volk am 27. September befinden wird. Für eine Million Zuwanderer habe man in den letzten 13 Jahren eine Fläche von 57'000 Fussballfeldern überbauen müssen.

Die Dichte der Überbauung und der Verlust von Ruhe und Erholungsräumen führten zu einer sinkenden Lebensqualität für jeden, stellte Ecoppop-Geschäftsführer Andreas Thommen fest. Der mögliche wirtschaftliche Nutzen der Zuwanderung wiege den Verlust dieser immateriellen Werte niemals auf.

Hungertodrisiko

SVIL-Geschäftsführer Hans Bieri betonte, dass die Schweiz eines der am dichtesten besiedelten Länder der Welt sei. Diese Marke dürfe nicht mehr weiter unterschritten werden, wenn die Schweiz das Hungertodrisiko im Falle global gestörter Lieferketten verhindern wolle. Einwanderung sei weder ein Menschenrecht noch eine Voraussetzung für wirtschaftliche Prosperität.

Eine letzte Gelegenheit, die desaströsen Folgen der Personenfreizügigkeit auf die Umwelt und das Zusammenlegen der Menschen zu stoppen, sieht Christine Gross vom Verein Stopp Littering Schweiz in einem Ja zur Begrenzungsinitiative.

Ende November 2014 war eine radikale Initiative von Ecopop zur Begrenzung der Zuwanderung mit einer fixen Obergrenze auf lediglich 0,2 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung an der Urne mit einem Nein-Anteil von 74,1 Prozent gescheitert. Lediglich die Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz (Auns) und einige SVP-Kantonalparteien hatten damals eine Annahme der Initiative empfohlen. (aeg/sda)

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38Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Umfeldschutz 08.09.2020 08:56
    Highlight Highlight Eine Berichtigung muss sein zu den falschen Zahlen von MarGo betreffend angebliche Auswanderung von 1,2 Mio. Schweizern in den letzten 10 Jahren: Tatsächlich wohnten gemäss Statistik des Bundes 2019 463’958 Schweizer in der EU/EFTA, 1994 bereits 317'164. Von 1994-2006 (12 Jahre ohne PFZ) zogen 80'034 Schweizer in die EU/EFTA, von 2006-2018 (12 Jahre mit PFZ) jedoch lediglich 66'760. Tatsächlich wanderten also in den letzten 10 Jahren nur ca. 50'000 Schweizer in die EU/EFTA!

  • Schneider Alex 08.09.2020 05:20
    Highlight Highlight Immer wieder versuchen die Befürworter der heute hohen Zuwanderung die damit verbundenen Probleme kleinzureden und die Gegner als emotionalisierte Ausländerfeinde zu verunglimpfen. Dabei blenden sie unliebsame Fakten aus: 1. Die Zuwanderung erfordert beiderseits hohe Integrationsbemühungen. 2. 50‘000 Nettozuwanderer pro Jahr erfordern rund 40'000 Neuwohnungen pro Jahr mit entsprechender Siedlungsverdichtung resp. Baulandverbrauch. 3. Die Zuwanderer verursachen den Ausbau der bereits überlasteten Infrastruktur mit hohen Grenzkosten, die alle bezahlen müssen.
  • Relativist 07.09.2020 14:47
    Highlight Highlight "...dass die Schweiz eines der am dichtesten besiedelten Länder der Welt sei."

    Wenn wir die 47 Länder vor uns auf dieser Liste ignorieren, dann ist das auf jeden Fall keine Lüge.

    https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_countries_and_dependencies_by_population_density
    • Eskimo 07.09.2020 16:07
      Highlight Highlight Haben diese Länder auch eine riesige Bergkette quer durchs Land und viele Seen?
    • Donald 07.09.2020 17:42
      Highlight Highlight Du kannst realistischwerweise nur knapp 40% der Fläche zählen.
    • Bav 07.09.2020 18:12
      Highlight Highlight @Eskimo

      Ja, die meisten haben sehr grosse Gebiete die teilweise sogar noch leerer sind als die Schweizer Alpen und auch nicht einfacher zu besiedeln. Es gibt zB in Indien, Israel und Pakistan riesige Wüsten. Andere Länder haben genau wie die Schweiz grosse Bergzüge: 70%+ der Fläche Japans, Süd- und Nordkorea sind nicht bebau- oder bewohnbar. In anderen Ländern wie UK oder Deutschland konzentriert sich die Bevölkerung auch und lebt nicht in den schottischen Highlands oder der Harz. Die Schweiz ist definitiv in dieser Hinsicht kein Spezialfall.

    Weitere Antworten anzeigen
  • Antichrist 07.09.2020 14:45
    Highlight Highlight Jeder Grüne und jeder Umweltschützer kann gar nicht anders, als für die BGI stimmen. Würde die BGI von der CVP kommen, dann würde sie angenommen. Der Sozikern der Melonengrünen lässt es aber nicht zu, diese sinnvolle Initiative der SVP anzunehmen.
    • Relativist 07.09.2020 16:03
      Highlight Highlight Probleme verursacht durch das eigene Verhalten auf Ausländer abschieben anstelle Selbstverantwortung zu zeigen. Der Klassiker.
    • Shabaqa 07.09.2020 16:20
      Highlight Highlight Grüne und Umweltschützer durchschauen, dass die SVP noch nie etwas zum Stopp von Zersiedlung und Umweltzerstörung unternommen hat und beides nach einem Ja zur BGI weitergehen würde - im besten Fall minimal verlangsamt. Die SVP wird weiterhin Umweltschützer als Verhinderer hinstellen, wenn sie ein Bauprojekt stoppen wollen. So dumm sind halt weder Grüne noch Umweltschützer, dass die auf diese Zuwanderungsbegrenzung=Umweltschutz-Masche hereinfallen.
    • MarGo 07.09.2020 17:05
      Highlight Highlight diese Begründung ist so hänebüchen... Als ob die Menschen verschwinden würden, wenn sie nicht in die Schweiz kommen... Ausserdem würde ein Ausländer im Heimatland ziemlich sicher einen schlechteren CO2-Abdruck hinterlassen, als wenn er in der Schweiz leben würde (Wasserstrom als ein Beispiel)
  • John Henry Eden 07.09.2020 14:40
    Highlight Highlight Ecopop in die braune Ecke zu stellen, ist falsch.

    Umweltverschmutzung geht auf den Menschen zurück. Wir sind die Ursache des Problems. Echte Umweltschützer müssen zwingend eine kritische Einstellung zum Grundproblem haben. Das hat nix mit Nazidenken zu tun, sondern mit Logik.

    Und egal, wie grün wir leben. Mehr Menschen verursachen auch mehr Umweltbelastung. Darum handelt Ecopop richtig, wenn man den ökologischen Gedanken in den Vordergrund stellt.

    Die Grünen träumen dummerweise von einer Art Weltrevolution, wie einst Lenin. Dabei wäre ein kleiner, nationaler und erfolgreicher Anfang besser.
    • Tilman Fliegel 07.09.2020 21:10
      Highlight Highlight Ich sehe einfach den Zusammenhang zwischen Einwanderung und globaler Überbevölkerung nicht. Letztere ist tatsächlich ein Problem, welches wir unbedingt in den Griff kriegen sollten.
    • v4lerio 08.09.2020 07:24
      Highlight Highlight Keiner leugnet, dass der Mensch für die Umweltverschmutzung verantwortlich ist. Die Aussage der Ecopops sind aber dennoch rechts geprägtes Gedankengut, wenn die "Ausländer" spezifisch dafür verantwortlich gemacht werden. Du sagst ja selbst, dass v.a. Schweizer mit EFH und langen Arbeitswegen einen grossen teil dazu beitragen. Sollten dann nicht wir zuerst unseren Teil bereinigen? Zudem ist es ein gängiges, populistisches Mittel ein gesellschaftlich diskutiertes Thema, wie eben den Umweltschutz als Argument zu missbrauchen um mehr Unterstützer dafür zu erhalten. Siehe Beispiel: Dein Kommentar.
  • Hans Jürg 07.09.2020 14:10
    Highlight Highlight Klar ist Ecopop dafür. Die tragen zwar ein ökologisches Tarnmänteli, sind aber aus tiefsten Herzen fremdenfeindlich, wenn nicht gar faschistisch gesonnen.
    • Eskimo 07.09.2020 16:10
      Highlight Highlight Falsch! Das Tarnmänteli tragen die "Grünen", die eigentlich eine Marxistenpartei ist. Ecopop hingegen sorgt sich tatsächlich um unsere Umwelt.
    • Hans Jürg 07.09.2020 17:40
      Highlight Highlight Ja, klar. Immer den anderen die Schuld in die Schuhe schieben, ist auch so eine Taktik der extremen Rechten.
    • Rolfi Bolfi 07.09.2020 19:06
      Highlight Highlight @Hans Jürg
      Schon vergessen, dass alle Ureinwohner enes Einwanderungslandes am Schluss in Resevaten dahivegetieren. Siehe Amerika, Australien etc. Willst du wirklich dahin?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Saerd neute 07.09.2020 13:16
    Highlight Highlight Für eine Million Zuwanderer habe man in den letzten 13 Jahren eine Fläche von 57'000 Fussballfeldern überbauen müssen.

    Und genau hier frage ich ab den sonst so Ökobewussten und Umweltfreundlichen. Man will mehr Umweltschutz, mehr Biodiversität und mehr Natur, sogar mehr Wölfe. Aber gleichzeitig will man nochmals eine Million Leute in dieses Land lassen?
    Wo bleibt da die Logik?
    • MarGo 07.09.2020 13:35
      Highlight Highlight Und wieviele dieser Wohnungen stehen leer?? Gebaut wird, weil die Zinssituation derart mies ist, nicht weil es Wohnungen braucht! Bei uns im Rheintal stehen massenweise neue Blöcke leer - Hauptsache Geld ist angelegt...

      Und dann wird hier seltsamerweise nur die Zuwanderung angeschaut... Hier
      https://de.statista.com/statistik/daten/studie/712938/umfrage/auswanderer-aus-der-schweiz/
      kommt man auf eine Auswanderung von 1,2 Millionen nur in den letzten 10 Jahren ;)

      Einfach nicht das Gesamtbild aus den Augen verlieren bitte...
    • Re460_044 07.09.2020 13:48
      Highlight Highlight Genau das ist ein Grund wiso ich die Grüne Partei nicht ernst nehmen kann. Denn Naturschutz und unbegrenzte Zuwanderung passt überhaupt nicht zusammen.
    • Michi_M 07.09.2020 14:18
      Highlight Highlight @Re460_044: Und mit grenzenlosem Wirtschaftswachstum geht Naturschutz gut einher?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Magnum 07.09.2020 13:01
    Highlight Highlight Hungertod-Risiko? Echt jetzt? Wie viel Prozent unserer Nahrungsmittel-Produktion wird fortgeschmissen und vernichtet - oder kommt schon gar nicht auf den Markt, weil Gemüse aesthetisch nicht ansprechend genug ist?

    Das grünbraune Ecopop-Gespenst, diese Promenadenmischung aus Schweizer Demokraten und grünen Esoterikern, regt sich nochmals. Dumm nur, dass Bioschweizer tendenziell einen grösseren Fussabdruck haben: Häuschen im Grünen, langer Arbeitsweg, per PKW zurück zu legen, Pauschalferien mit Flieger. Setzt doch einfach mal da an, statt wie so oft gegen Fremde zu gifteln.
    • Mitläufer 07.09.2020 15:43
      Highlight Highlight "Im Falle global gestörter Lieferketten" denke ich werden die wenigsten noch auf Ästhetik achten und wahrscheinlich wird auch nichts mehr weggeworfen dann. Vielleicht finden wirs bald raus.
    • Donald 07.09.2020 17:50
      Highlight Highlight @Magnum
      Schlechter Vergleich. Sie sprechen von der Situation, wenn wir keine Nahrungsmittel mehr importieren könnten. Gemäss meiner Erinnerung importieren wir derzeit über 60%.
      Und schon im zweiten Weltkrieg mit noch weniger Einwohnern konnte die Schweiz genügen selbst herstellen.

      Das ist meines Erachtens schon noch ein Gedanke Wert. Gerade bei Corona hat man gut gesehen, dass unsere Nachbarn zuerst mal an sich selbst denken und sogar Lieferung blockieren, auch wenn es nur um etwas wie solche Masken ging. Wie wird das dann mit Nahrungsmitteln sein, wenn es einmal so weit wäre?
    • Donald 07.09.2020 18:08
      Highlight Highlight Korrektur: "Und schon im zweiten Weltkrieg mit noch weniger Einwohnern konnte die Schweiz nicht genügend selbst herstellen."
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