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ARCHIV --- ZU DEN VORSCHLAEGEN ZUR WEITERENTWICKLUNG DER ARMEE DER SICHERHEITSPOLITISCHEN KOMMISSION DES STAENDERATES STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILD ZUR VERFUEGUNG --- Rekruten der Infanterie stehen auf der gruenen Wiese in Reih und Glied, aufgenommen am 17. Mai in der Infanterie RS 5 (Rekrutenschule) in Colombier, Kt. Neuenburg. (KEYSTONE/Christian Beutler) *** NO SALES, NO ARCHIVES ***

Bild: KEYSTONE

Nun ist es offiziell: Städter sind militärfaul



Handwerker, Bauern und Techniker sind eher militärdiensttauglich als Studenten, Büroangestellte und Verkäufer. Die tiefste Tauglichkeitsrate weisen Hilfsarbeiter auf. Das zeigt eine Studie der Universität Zürich im Auftrag der Armee.

Für die am Freitag veröffentlichte Studie wurden Tauglichkeitsentscheide von über 240'000 Stellungspflichtigen in den Jahren 2010 bis 2015 untersucht, wie das Verteidigungsdepartement (VBS) mitteilte.

Dabei zeigte sich, dass die Tauglichkeit mit dem sozioökonomischen Berufsstatus zusammenhängt. Das Alter wirkt sich ebenfalls aus: Je älter ein Stellungspflichtiger ist, desto untauglicher ist er.

Städter eher untauglich

Daneben spielt die Herkunft eine Rolle: Stellungspflichtige ländlicher Herkunft sind eher tauglich als Städter. Je grösser die Stadt, desto mehr Untaugliche. Konservativ und rechts stimmende Gemeinden haben zudem höhere Tauglichkeitsquoten als links und progressiv-liberal stimmende.

Es gibt aber auch Unterschiede nach Sprachregionen. Unter den französischsprachigen Stellungspflichtigen sind mehr Untaugliche als unter den Deutschschweizern. Die italienischsprachigen Stellungspflichtigen befinden sich dazwischen. Besonders hohe Tauglichkeitsraten weisen Nidwalden, Appenzell Innerrhoden und Obwalden auf (zwischen 70 und 80 Prozent), besonders tiefe Raten Jura, Zürich und Genf (zwischen 50 und 55 Prozent).

Vor allem psychische Gründe

Bei den Gründen für die Untauglichkeit liegen psychische Probleme an der Spitze. Zuweilen kommen mehrere Diagnosen zusammen, doch weisen 76 Prozent aller militärdienstuntauglichen Stellungspflichtigen einen psychischen Hauptbefund auf, wie der Studie zu entnehmen ist.

Davon haben rund 27 Prozent eine Diagnose, die im Zusammenhang mit dem Militärdienst steht, zum Beispiel eine Autoritätsproblematik oder Anpassungsauffälligkeiten. Die übrigen psychischen Diagnosen betreffen die ganze Bandbreite psychischer Erkrankungen, etwa Depressionen und paranoide Persönlichkeitsstörungen.

Skelett und Bewegungsapparat

Rund 30 Prozent haben einen Hauptbefund in der Kategorie «Skelett, Weichteile, Bewegungsorgane». Im Rekrutierungszentrum Rüti sind deutlich mehr Stellungspflichtige von einem solchen Befund betroffen als in den anderen Zentren.

In den Zentren Lausanne und Mt. Ceneri wiederum ist der Anteil der Stellungspflichtigen mit einer psychischen Diagnose im Zusammenhang mit dem Militärdienst höher als in den anderen Zentren. Innerhalb der Berufe sind die Untauglichkeitsgründe etwa gleich verteilt.

Folgestudie in Auftrag gegeben

Generell nahm die Militärdiensttauglichkeit leicht ab, von 65.2 Prozent im Jahr 2010 auf 61.6 Prozent im Jahr 2014. 2015 war die Tauglichkeitsrate mit 63.6 Prozent wieder etwas höher.

Verantwortlich für die Studie ist Frank Rühli von der Universität Zürich, der die Stellungspflichtigen letztes Jahr nach Bauchumfang untersucht hatte. Zur aktuellen Studie soll es eine Folgeuntersuchung geben: Die Armee lässt die Wechselbeziehungen zwischen den verschiedenen Einflussfaktoren untersuchen.

So könnte zum Beispiel geprüft werden, ob Studenten aus ländlichen Gebieten eher militärdiensttauglich sind als Studenten aus Städten. Die Ergebnisse werfen auch die Frage auf, ob Teile der Unterschiede aus den Prozessen in den Rekrutierungszentren hervorgehen, wie es im Bericht heisst. (nfr/sda)

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30Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • pamayer 25.03.2017 00:48
    Highlight Highlight Könnte in der RS kaum schlafen (Autoritätsproblematik) und ging stundenlang im Schlafsaal umher. Im Schlaf waren alle gleich: sie schliefen verkrampft, ächzten, jammerten, hatten Albträume. Auch die coolsten, härtesten, militärbegeisterten. Auch die, die danach weitermachten.

    Meine persönliche Folgerung: es ist die Frage des Zulassens, wie demütigend eine so voll geile Militärausbildung in Wirklichkeit ist.

    Vielleicht hat es in den Städten/eher liberaleren Gebieten mehr Raum, dies überhaupt zuzulassen.
    • Holy Crèpe 25.03.2017 10:18
      Highlight Highlight Was hast denn du für eine RS gemacht? Das ist das erste Mal, dass ich solche Räubergeschichten höre
    • pamayer 25.03.2017 13:16
      Highlight Highlight Keine räubergeschichte. Einfach nachts um 3 in einem vollen Schlafsaal hin- und hergehen. Und wahrnehmen, was ist.
  • ybfreak 24.03.2017 23:56
    Highlight Highlight Finde es immer wieder amüsant, wie sich die beiden Gruppen aneinander aufreiben. "Die sind zu faul", "wer macht den so einen Mist wie den Militärdienst", usw.
    Weniger amüsant finde ich, dass es immer noch eine Wehrpflicht gibt, das Militär sollte freiwillig sein. Zudem bin ich der Meinung, dass unsere Form vom Militärdienst eine Reform und Umstrukturierung dringend nötig hätte. Erstens soll die ganze Bevölkerung das Militär finanzieren und zweitens sollen die sich auf die richtig wichtigen Sachen konzentrieren. Katastrophenschutz ausbauen, Panzerfahrer abschaffen als Beispiel.
    • Bowell 25.03.2017 09:37
      Highlight Highlight Der informierte Bürger weiss, dass mit der Weiterentwicklung der Armee (WEA) tiefgreifende Umstrukturierungen im Gange sind. Vielleicht wäre es ja auch amüsant sich über die Armee zu informieren?
    • ybfreak 25.03.2017 12:02
      Highlight Highlight Das wäre tatsächlich eine gute Idee! Danke für den Hinweis!
  • Macke 24.03.2017 23:00
    Highlight Highlight Ich habe etwas Mühe mit den Aussagen im Artikel. "Je grösser die Stadt, desto mehr Untaugliche" ist doch logisch. Wo mehr Leute leben, da gibt's eben auch in absoluten Zahlen mehr Untaugliche. Oder ist der Prozentsatz gemeint?
    Wurde in der Studie auch angeschaut, inwiefern eine Untauglichkeit im Job etc. stigmatisiert wird? Ich kann mir vorstellen, dass eine untaugliche Person auf dem Land stärker mit (negativen) Vorurteilen gerade bei psychischen Ursachen konfrontiert ist und deshalb ein grösseres Interesse hat, als "tauglich" zu gelten. Umgekehrt spielt es in der Stadt kaum eine Rolle.
  • Bowell 24.03.2017 23:00
    Highlight Highlight Dann zahlen sie hald. Ich kenne genügend Dumpfbacken die sich mit irgendeiner an der Nase herbeigezogenen Geschichte doppeluntauglich gelogen haben und sich heute in den Arsch beissen, wenn die Quittung dafür ins Haus flattert. Ich mache auch keine Freudensprünge wenn ich den Marschbefehl aus dem Kasten ziehe, aber jeder WK war schlussendlich lehrreich und trotz aller Mühsamkeiten ok. Es kommt auf die persönlich Einstellung und die Truppengattung an. Beides hat man selber in der Hand.
  • MykillWF 24.03.2017 18:38
    Highlight Highlight Zivi und stolz drauf✌
  • Darkside 24.03.2017 18:30
    Highlight Highlight Im Übrigen bin ich damals vor 20 Jahren genau deswegen wegkommen weil ich diesen Grund an der Aushebung glaubhaft Nächte, obwohl sie mich damals dafür noch in den Knast hätten werfen können (wozu ich aber auch bereit war).
    • Darkside 24.03.2017 19:20
      Highlight Highlight *machte
  • Darkside 24.03.2017 18:28
    Highlight Highlight Jetzt schon mein Wort des Jahres: Autoritätsproblematik. Einfach nur geil. :-D
  • Patrick Felder 24.03.2017 18:18
    Highlight Highlight Militärfaul oder halt schlicht A-Stadt sensibilisiert. Wer in einer Stadt wohnt, sieht am eigenen Leibe, dass es Problemzonen die eher (kostenneutrale) Hilfe benötigen als der Wiesenpyjamaverein, der übt, wie man politisch andersdenkende verfolgt, sich sich saubannermässige Wirtschaftsflüchtlinge ausmalt oder 80'000 Stutz für einen Instagram Account verschleudert.
    • who cares? 25.03.2017 06:42
      Highlight Highlight Arrogantes (Züri?-)denken und dann wundert man sich, warum es ein Stadt-Land-Graben gibt. Schon mal einen Schritt aus der Stadt heraus gemacht und mit Dörflern geredet, zum deren Probleme zu verstehen?
  • olga 24.03.2017 17:35
    Highlight Highlight haha ja klar "untauglich" :)
  • Madison Pierce 24.03.2017 17:30
    Highlight Highlight "Autoritätsproblematik"... Was soll der Quatsch? Das Militär ist doch kein Wunschkonzert?

    Man kann gerne über die Abschaffung der Wehrpflicht diskutieren. Aber solange sie gilt, ist es sehr störend, wenn Leute aufgrund solcher fadenscheinigen Befunde vom Dienst befreit werden.
    • fcsg 24.03.2017 23:55
      Highlight Highlight Doch genau es ist ein Wunschkonzert und zwar aus Sicht der Armee. Selbstdenkende Leute sind nicht gern gesehen, deshalb werden sie als untauglich abgestempelt. Das ist ja auch gar kein Problem, denn die vorgesehene Truppenstärke wird auch so locker erreicht, da braucht man nicht noch Leute mit "Autoritätsproblemen" oder anderen Prioritäten im Leben.
    • Madison Pierce 26.03.2017 18:50
      Highlight Highlight Du gehst davon aus, dass die Leute von der Armee als untauglich entlassen werden, weil man sie nicht will. Das ist ein guter Punkt, der untersucht werden sollte.

      Aus meinem Bekanntenkreis kenne ich es nur anders herum: man will nicht ins Militär, also holt man sich bei einem Psychiater eine Arztzeugnis für "Autoritätsproblematiken" oder ähnlichen Quatsch. Dieses legt man dann bei der Aushebung auf den Tisch und die Armee kann einen nicht nehmen.
  • Aaraupanda 24.03.2017 17:14
    Highlight Highlight Ob mans glaubt oder nicht, das Militär ist wichtig für uns. Egal wie klein oder gross man ist, im Krieg sind wir alle gleich, aber nur wenn wir bis dahin die Wehrpflicht durchziehen und die Armee nicht vorher schon abschaffen.
    • Knut Atteslander 24.03.2017 17:55
      Highlight Highlight Ich mag die Schweiz, ist ein schönes Land. Aber dafür in den Krieg ziehen? Definitiv nicht!
      Es gibt andere schöne Orte auf dieser Kugel, das (persönliche) Schicksal ist heutzutage nicht mehr ans Land gebunden ;)
    • Mate 24.03.2017 18:13
      Highlight Highlight Es wird keinen Krieg geben, der es wert ist zu kämpfen! Ausserdem wird in dem nicht mit Panzer und Gewehr gekämpft, wie wir es so sehr üben.
    • Darkside 24.03.2017 18:33
      Highlight Highlight Oder in die Bildung, bezahlbare Gesundheitsvorsorge und die AHV.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ass 24.03.2017 17:06
    Highlight Highlight Sehr interessante Aussage: : Je älter ein Stellungspflichtiger ist, desto untauglicher ist er.
  • Karl Marx 24.03.2017 16:45
    Highlight Highlight Dann wird extra der Zivildiendt geschaffen, aber vorallem die linke "progressive" weigert sich trotzdem diesen sozialen Dienst zu leisten. Just talk, no action.
    • Citrus 24.03.2017 17:23
      Highlight Highlight Na ja dann zahlt man halt, ist ja jedem selbst überlassen
    • Lord_Mort 24.03.2017 17:42
      Highlight Highlight @ Was ist... Soweit ich weiss werden nur diejenigen zum Zivildienst zugelassen, die auch Militärdiensttauglich sin, also doppelt tauglich sind. Einfach untaugliche müssen Zivilschutz leisten. Doppelt untaugliche Personen zahlen dann halt. Würde man die Zivildiensttauglichkeit von der Militärtauglichkeit entkoppeln könnten auch mehr Leute den von Ihnen erwähnten Zivildienst leisten. Falls ich mich bezüglich der Tauglichkeiten irre, ist aufklärerische Kritik erwünscht. :)
    • Karl Marx 24.03.2017 19:02
      Highlight Highlight Das ist richtig. Im Text wird erwähnt das auffällig viele Linke und progressive untauglich sind. Die Untauglichkeit erfolgt aufgrund von Gesundheitsproblemen. Bist du der Meinung das Linke eher Gesundheits- oder psychische Probleme haben?
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