Schweiz
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Grünen-Präsidentin Mazzone greift Bundesrat Rösti an und fordert Plan

Lisa Mazzone, Praesidentin Gruene Schweiz, spricht am Abstimmungsstamm der SP, der Gruenen und des SGB gegen die Volksinitiative "Keine 10-Millionen Schweiz -Nachhaltigkeitsinitiative" der S ...
Lisa Mazzone.Bild: keystone

Rückschritte bei Klimapolitik: Grünen-Präsidentin Mazzone greift Bundesrat Rösti an

23.07.2026, 06:3623.07.2026, 06:36

Die Präsidentin der Grünen, Lisa Mazzone, hat Tamedia zufolge vom Bundesrat gefordert, dem für das Dossier zuständigen Bundesrat Albert Rösti das Eidgenössische Departement für Umwelt (Uvek) zu entziehen und fordert konkrete Massnahmen.

«Damit die Schweizer Regierung endlich ihre Verantwortung wahrnimmt und die Bevölkerung schützt», erklärte sie gegenüber Tamedia am Donnerstag. Unter seiner Führung gebe es Rückschritte bei der Klimapolitik, sagte Grünen-Präsidentin im Interview mit Tamedia.

«Ich bin überzeugt, dass jeder andere Bundesrat besser wäre als Albert Rösti in diesem Departement.» Es sei noch nicht mal Juli und schon würde man die Opfer der Hitzewelle zählen, so Mazzone, und bezieht sich auf die extreme Dürre, die Hilferufe der Landwirte und die in zu tief stehenden Flüssen verendenden Fische. «Wir stecken mitten in einer Krise, und der Bundesrat ist in den Ferien», fügte sie hinzu.

Mit Verweis auf den Hitzesommer und die Trockenheit wirft sie dem SVP-Bundesrat vor, die Klimapolitik der Schweiz in den Ruin zu treiben. Mazzone fordert den Bundesrat auf, einen Plan mit Massnahmen aufzustellen, «wie einer Begrünung, der Sanierung von Gebäuden oder einem echten Schutz am Arbeitsplatz».

Reaktionen auf Mazzones Forderung gemischt

Mit dieser Forderung steht die Grünen-Chefin laut Tamedia weitgehend allein da. Auch Parteien, die Röstis Klima- und Energiepolitik kritisch sehen, halten einen Wechsel den Zeitungen zufolge für überzogen. SP-Nationalrat Hasan Candan etwa erklärte, die spürbaren Auswirkungen des Klimawandels in der Schweiz bereiteten ihm Sorgen. «Wir brauchen dringend mehr und effektivere Massnahmen sowie zusätzliche Investitionen, um der Klimakrise entgegenzutreten», so Candan. Denn die Politik von Rösti sei nicht zukunftsfähig «und vermag Menschen und die Umwelt nicht ausreichend zu schützen».

Hasan Candan, SP-LU, spricht vor Nationalratspraesident Pierre-Andre Page, SVP-FR, zur Grossen Kammer, an der Sommersession der Eidgenoessischen Raete, am Donnerstag, 18. Juni 2026 im Nationalrat in B ...
Hasan Candan.Bild: keystone

GLP-Präsident Jürg Grossen teilt inhaltlich einen Teil von Mazzones Kritik. Der Bundesrat handle in der Klimapolitik «viel zu zögerlich und zu langsam». Als Beispiel nennt er die Dekarbonisierung des Verkehrs. Mazzones Forderung, Rösti müsse sein Departement abgeben, unterstützt er jedoch nicht. Wie sich der Bundesrat organisiere, sei Sache der Regierung. Doch anders als anderen Bundesräten falle es Rösti zeitweise schwer, seinen Parteihut abzulegen, so Grossen gegenüber Tamedia: «Als Mitglied der Landesregierung muss man die Parteipolitik zurückstellen.»

SVP-Parteipräsident: «Rösti im Uvek goldrichtig»

Auch Mitte-Nationalrat Stefan Müller-Altermatt beurteilt Röstis Energie- und Klimapolitik kritisch. Die Forderung nach einer Neuverteilung des Uvek hält er jedoch für überzogen. Solche Angriffe seien die «Raison d’être der Polparteien»: Die Grünen verlangten, dass Rösti das Departement abgebe, die SVP fordere den Rücktritt von Asylminister Beat Jans. Müller-Altermatt sieht darin eine Gefahr für die Institution Bundesrat. Personalisierte Rücktritts- oder Absetzungsforderungen schwächten die Regierung, statt eine politische Auseinandersetzung über deren Entscheide zu führen. SVP-Parteipräsident Marcel Dettling kritisiert, die Grünen-Präsidentin wolle mit ihrem Angriff vor allem Aufmerksamkeit erzeugen. Für ihn sei jedenfalls klar: «Albert Rösti ist im Uvek goldrichtig.» (sda)

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161 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Gina3
23.07.2026 07:02registriert September 2023
SVP-Parteipräsident Marcel -ich-mag-es-warm- Dettling :

„Albert Rösti ist im Uvek goldrichtig.»

Genau-
Der SVP geht es ja auch nur um
Gold, Geld und Gülle.
Nie um Umwelt und Menschenleben.

Und nun sind leider die Folgen davon zu sehen.
Werden ihre Wähler daraus irgendwelche Lehren ziehen?
Nein. Niet. Nada.
Fehlanzeige.
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Quacksalber
23.07.2026 06:59registriert November 2016
Rösti ist eigentlich untragbar und die Grünen können fordern was ihnen in den Sinn kommt. Sie sind nicht in der Regierung vertreten.
Nebenbei: bei einem Bergsturz oder jeder anderen Katastrophe wäre der Bundesrat natürlich vor Ort und würde rasche Hilfe versprechen. Die Hitzeopfer sterben leise.
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lynx
23.07.2026 07:11registriert Juni 2021
Recht hat sie! Ich verstehe nicht, weshalb die anderen Parteien sich nicht auch gegen Rösti wehren. Nicht wegen seiner inhaltlichen Politik, sondern weil er wie kaum je ein anderer zuvor die demokratische Tradition mit Füssen tritt und mit Verordnungen und Tricks reagiert. Trump-Stil, brandgefährlich.
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