Saudi-arabisches Schiff im Roten Meer beschossen
Das Schiff sei nach Angaben des Kapitäns von einem unbekannten Geschoss getroffen worden, das ein Feuer ausgelöst habe, teilte die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) mit. Verletzte gebe es nicht.
Ein Beamter der saudi-arabischen Verkehrsbehörde TGA sagte der amtlichen Nachrichtenagentur Spa, der Brand sei am Bug der «Encelia» ausgebrochen, die Besatzung in Sicherheit. Der Angriff verstosse gegen Völkerrecht und das Prinzip der sicheren Passage von Handelsschiffen. Der Vorfall ereignete sich laut UKMTO knapp 130 Kilometer südwestlich des Küstenorts Al-Schukaik in Saudi-Arabien.
Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen teilte etwa zur gleichen Zeit mit, sie habe zwei saudi-arabische Öltanker angegriffen, die die von ihr ausgerufene «Blockade» im Roten Meer verletzt hätten. Das berichtete die von der Miliz kontrollierte Nachrichtenagentur Saba. Es seien Raketen, Marschflugkörper und Drohnen eingesetzt worden. Auf beiden Schiffen brachen demnach Feuer aus, etwa zehn Schiffe seien zur Umkehr gezwungen worden.
Miliz verkündet «Verbot der Schifffahrt» für Saudi-Arabien
Die Huthi hatten am Montag eine «Blockade» für saudi-arabische Schiffe angekündigt - rund eine Woche nach einer neuen Konfrontation mit dem benachbarten Königreich, das seit mehr als zehn Jahren Krieg gegen die Miliz führt. Für Saudi-Arabien gelte ab sofort ein «Verbot der Schifffahrt», sagte Huthi-Militärsprecher Jahja Sari. Er liess aber offen, in welchen Gewässern das Verbot gelten solle.
Die Huthi kontrollieren im Jemen vor allem den Norden des Landes und weite Teile der westlichen Küste am Roten Meer. Von dort aus können sie mit ihrem Arsenal aus Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern auch Schiffe in der Meerenge Bab al-Mandab angreifen, die zusammen mit der Strasse von Hormus zu den wichtigsten Seewegen weltweit zählt. Wegen der faktischen Blockade der Strasse von Hormus im Iran-Krieg exportiert Saudi-Arabien einen grossen Teil seines Öls derzeit über eine Pipeline aus dem Osten zum Hafen Janbu am Roten Meer.
In den vergangenen Jahren beeinträchtigten die Huthi mit Angriffen im Roten Meer - im Zusammenhang mit dem Gaza-Krieg - den Welthandel mehrfach massiv. Durch das Rote Meer und die Meerenge Bab al-Mandab («Tor der Tränen» oder «Tor der Klagen») vor Jemens Küste führt der Seeweg von Asien über den Suezkanal nach Europa. (sda/dpa)
