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KI-Jans gratuliert Nebelspalter – Bundesrat prüft rechtliche Schritte

Bundesrat Beat Jans spricht waehrend der Sommersession der Eidgenoessischen Raete, am Dienstag, 16. Juni 2026 im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)
Bundesrat Beat Jans – der Echte.Bild: keystone

KI-Jans gratuliert dem «Nebelspalter» – Bundesrat prüft rechtliche Schritte

26.06.2026, 15:4326.06.2026, 15:43

Die 200. Sendung «The Daily Mill» eröffnet mit Bundesrat Beat Jans. Dieser Gast erscheint ungewöhnlich für ein Satire-Format von rechts. «Im Namen des Bundesrats gratuliere ich Ihnen ganz herzlich zur 200. Sendung. Eine Sendung, die, wie ich finde, ein äusserst wichtiges Signal ist für unsere Demokratie», sagt er.

Nur: Es handelt sich dabei nicht um Beat Jans, sondern um eine KI-Version des Bundesrates.

Bundesrat Beat Jans – aber die KI-Version.
Bundesrat Beat Jans – aber die KI-Version.screenshot youtube

In der Sendung wird jedoch nicht darauf hingewiesen, dass es sich um einen Fake handelt. Stattdessen bedankt sich der Host der Sendung, Stefan Millius, bei Jans für die «schönen Glückwünsche».

Bei «The Daily Mill» handelt es sich um ein satirisches Videoformat des «Nebelspalters». Dabei macht sich Millius etwa über einen homosexuellen Soldaten oder über die Klimaaktivistin Luisa Neubauer lustig. In der 200. Sendung werden zwischendurch immer wieder Grussbotschaften gezeigt. So kommen ebenfalls nicht-deklarierte KI-Versionen von Roger Federer, dem ehemaligen deutschen Gesundheitsminister Karl Lauterbach oder FC-St.Gallen-Präsident Matthias Hüppi vor.

Der Tages-Anzeiger hat den Host damit konfrontiert. «Ich gehe davon aus, dass mein Publikum intelligent genug ist, um die Videos als KI-generiert zu erkennen, umso mehr, als die Clips in einem als solches auch ausgewiesenen Satireformat liefen», antwortete Millius gemäss der Zeitung auf Anfrage. Er würde eine entsprechende Kennzeichnung liefern, wenn er den Prominenten eine politische Aussage in den Mund legen würde. Eine Gratulation laufe für ihn nicht darunter. Zudem seien die Sprechpassagen von einem Menschen «aus Fleisch und Blut», teilt er dem «Tages-Anzeiger» mit.

Rechtliche Schritte werden geprüft

Im Generalsekretariat von Beat Jans überlege man sich nun, rechtliche Schritte einzuleiten. Das sagt Kommunikationschef Oliver Washington gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Ein Entscheid sei aber noch nicht gefallen.

Vor drei Jahren hatte SVP-Nationalrat Andreas Glarner ein mit KI gefaktes Video von Nationalrätin Sibel Arslan veröffentlicht. Darin rief sie dazu auf, Glarner zu wählen und türkische Straftäter auszuschaffen. Das Video war als KI-generiert deklariert, trotzdem erhielt Arslan nach einer Klage gegen Glarner Recht.

Millius will den Vergleich nicht gelten lassen, schreibt der «Tages-Anzeiger». Für ihn sei es ein Unterschied, «ob ein amtierender Politiker eine andere amtierende Politikerin eine politische Aussage machen lässt» oder er «harmlose Gratulationssprüchlein aufsagen lasse». Er sei optimistisch, dass die Betreffenden genug Humor hätten, um keine weiteren Schritte zu unternehmen. (hkl)

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49 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Mocking Bert
26.06.2026 15:55registriert Februar 2022
Es ist ohnehin schwierig, die Begriffe „Nebelspalter“ und „Satire“ sinnvoll in einem Satz miteinander zu verbinden.
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wohlfrivol
26.06.2026 16:00registriert Februar 2022
Ach ja, die Rechten verlangen für sich immer Milde und Wohlwollen gegenüber ihren grenzüberschreitenden Aktionen, gern entschuldigt mit 'xundem Menschenverstand' und ihrem fragwürdigen Humorverständnis.
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Amphibolurus
26.06.2026 15:57registriert Januar 2026
Ich hoffe doch sehr, dass das Departement von Jans zum Schluss kommt, Millius zu verklagen. Vielleicht auch zusammen mit Federer und den andern Gefakten.
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