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A woman relaxes in a bath of the spa at the Hotel Gstaad Palace in Gstaad in the canton of Berne, Switzerland, pictured on February 9, 2009. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Eine Frau entspannt sich am 9. Februar 2009 in einem Bad im Wellnessbereich des Hotels Gstaad Palace in Gstaad im Kanton Bern. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Genügend Platz schützt nicht zwingend vor Corona: Eine zentrale Rolle spiele in Thermalbädern die Raumlüftung, sagen Experten. Bild: KEYSTONE

Wellnessen trotz Corona: Das erwartet dich beim Thermalbad-Besuch

Die Schweizer Thermalbäder verzichten auf eine Maskenpflicht in ihren Bädern. Das Ansteckungsrisiko wollen sie mit begrenzter Besucherzahl vermindern. Entscheidend sei dabei die Lüftung, sagen Raumanalytiker.



Mit den kalten Herbsttagen beginnt die Hochsaison für Thermalbäder. Anders als während der ersten Corona-Welle sind viele Bäder noch geöffnet. Aber wollen die Leute momentan überhaupt in die Thermen oder haben sie Angst vor einer Ansteckung?

«Die Gäste haben sicher Respekt», sagt Thierry Geiger. Der CEO von der Aqua-Spa-Resorts AG, die unter anderem das Hürlimann Spa in Zürich betreibt, setzt auf ein strenges Schutzkonzept in den Bädern. Die Besucherzahl habe er um die Hälfte der Kapazität reduziert. «Für unsere Gäste ist es wichtig, dass sie in einem sicheren Umfeld entspannen können», so Geiger.

Keine Maskenpflicht im Badekleid

Von einer Maskenpflicht in den Bädern, Saunen und Dampfbädern sehe man jedoch ab. Das machen auch andere Betreiberinnen wie die Tamina Therme in Bad Ragaz. «Ab dem Zeitpunkt, wo man sich im Badekleid befindet, kann die Maske weggelassen werden», sagt Geschäftsführerin Annette Fink.

Eine Maske zu tragen, mache im Thermalbad wenig Sinn, sagt Fink. «Durch die Feuchtigkeit würde die Maske sehr schnell durchnässen.»

Regelmässige Lüftung

Ohne Maske spielt vor allem die Lüftung in einem Raum eine wichtige Rolle. «Das Ansteckungsrisiko ohne Maske ist in schlecht gelüfteten Räumen, in denen Personen lange Zeit verweilen, am grössten», sagt Michael Riediker. Er arbeitet am Schweizerischen Zen­trum für Arbeits- und Umweltgesundheit SCOEH und hat ein Modell entwickelt, um die Virenkonzentration in Innenräumen abzuschätzen.

Auch dem Wiener Innenraumanalytiker Peter Tappler zufolge ist in Thermalbädern der regelmässige Luftwechsel entscheidend. Der sei in modernen Wellnessanlagen meist sehr gut, sagt Tappler gegenüber der österreichischen Tageszeitung Der Standard.

Saunaluft besser als im Restaurant

Der Raumluftwechsel sei beispielsweise in Saunaanlagen mit sechs genormt, sagt Tappler. Somit werde die Luft sechsmal pro Stunde ausgetauscht. «Wir wissen, dass dieser Austausch ausreicht.» Zum Vergleich: Ein gut belüftetes Restaurant erreiche im Schnitt einen Luftwechsel von ein- bis zweimal pro Stunde.

Kritisch seien im Thermalbad die kleinen Räume wie Ruhezonen oder Seitenbäder, sagt Riediker vom SCOEH. «Da sich Leute lange in solchen Räumen aufhalten, sollte die Lüftung besonders dort hoch sein.»

Neben der Lüftung sei auch entscheidend, ob die Leute ruhig oder laut sprechen und wie nahe sie beieinander sitzen, sagt Riediker. «In Thermalbädern wird es auf jeden Fall wichtig sein, für gute Abstände zu sorgen.» Besonders im Bereich der Duschen und Garderoben würden sich hier Fragen stellen, die ein gut durchdachtes Konzept benötigen.

Gäste akzeptieren «Neues Normal»

Die Tamina Terme würden anstatt 500 Gäste noch 300 gleichzeitig in ihre Bäder lassen, teilt Geschäftsführerin Fink mit. Zudem sei bei den Becken eine Maximalgäste-Anzahl angeschrieben.

Können sich die Gäste überhaupt noch entspannen mit all den Regeln? Die befragten Thermalbad-Betreiber finden, ja. «Das ‹neue Normal› ist von unseren Gästen sehr gut angenommen worden», sagt Finke.

Eine Einschätzung zu den kommenden Monaten könne sie nicht geben. «Wir haben unsere Erwartungen den Umständen entsprechend zurückgeschraubt.» Das durchzogene Herbstwetter habe bis jetzt aber für gute Zahlen gesorgt.

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