Schweiz
Digital

Trotz Panne: So geht es mit dem E-Voting in der Schweiz weiter

Das neue E-Voting-System der Schweizer Post kann seit dem 19. April 2023 auf einer Testplattform ausprobiert werden.
Das E-Voting-System der Post gilt weiterhin als sicher – nun wird ein möglicherweise menschlicher Fehler in Basel-Stadt untersucht. Bild: watson

Trotz Panne: So geht es mit dem E-Voting in der Schweiz weiter

Obwohl in Basel-Stadt tausende digital abgegebene Stimmen nicht gezählt werden konnten, wollen die Kantone Thurgau, Graubünden und St.Gallen am laufenden Pilotbetrieb für E-Voting festhalten.
11.03.2026, 15:4411.03.2026, 15:44

Nach der gravierenden technischen Panne in Basel-Stadt wollen andere Kantone, die das E-Voting-System der Post ebenfalls testen, damit weitermachen.

Im Kanton Basel-Stadt wird das E-Voting-Pilotprojekt hingegen bis Ende 2026 ausgesetzt. Grund dafür ist der Fehler, der bei den Abstimmungen vom 8. März dazu führte, dass 2048 digital abgegebene Stimmen nicht gezählt werden konnten. Die Kantonsregierung will die Panne extern analysieren lassen. Die Staatsanwaltschaft hat ein Strafverfahren eingeleitet.

Hier erfährst du alles Wichtige.

Warum machen die Kantone mit E-Voting weiter?

Auf die Panne in Basel-Stadt reagierten am Mittwoch die Kantone Thurgau, Graubünden und St.Gallen mit einer gemeinsamen Mitteilung. Darin heisst es, sie hielten am E-Voting-Versuchsbetrieb mit dem System der Schweizerischen Post fest. Es habe sich seit 2023 in allen Abstimmungen und Wahlen bewährt.

Auch am 8. März sei der Einsatz problemlos abgelaufen. Erstmals hätten die Stimmberechtigten der Pilotgemeinden Amriswil, Bichelsee-Balterswil, Bischofszell, Hauptwil-Gottshaus und Kradolf-Schönenberg die Möglichkeit erhalten, elektronisch abzustimmen,

Der Vorfall im Kanton Basel-Stadt habe nichts mit dem E-Voting-System als solchem zu tun, heisst es in der Mitteilung. Er sei auf die Handhabung einer externen Komponente, eines USB-Sticks, zurückzuführen.

In den Kantonen St. Gallen, Thurgau und Graubünden, konnten die Urnen am Sonntag «wie üblich» entschlüsselt werden, bestätigt die Bundeskanzlei. Entsprechend sehe sie derzeit keine konkreten Hinweise, um weitere Versuche mit E-Voting infrage zu stellen.

Was wird nun konkret überprüft?

Der Vorfall werde nun gemeinsam mit der Bundeskanzlei und der Post analysiert. E-Voting befinde sich weiterhin im Versuchsbetrieb. Dieser sei bewusst darauf ausgerichtet, praktische Erfahrungen zu sammeln und Abläufe sowie Prozesse laufend zu verbessern und weiterzuentwickeln.

Konkret soll nun die Entschlüsselung elektronischer Urnen überprüft werden. Die Kantone sollen die Prozesse zum Schutz der digitalen Schlüssel prüfen, wie die Bundeskanzlei am Mittwoch mitteilte.

Genauer gehe es um die Handhabung von PIN-geschützten USB-Sticks, die zur Entschlüsselung verwendet würden. Menschliches Fehlverhalten könne nicht ausgeschlossen werden.

Angesichts der deutlichen Ergebnisse im Kanton hätten die elektronischen Stimmen die Volksentscheide nicht geändert. Die Bundeskanzlei hält in ihrer Mitteilung jedoch fest, dass die politischen Rechte der betroffenen Abstimmenden verletzt worden seien.

Die Bundeskanzlei nehme den Vorfall sehr ernst und teilte weiter mit, dass «alle notwendigen Schritte unternommen» werden müssten, damit sich so etwas nicht wiederhole.

Quellen

  • Nachrichtenagentur Keystone-SDA

(dsc)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Wie die Techkonzerne das Internet kaputtmachen
1 / 16
Wie die Techkonzerne das Internet kaputtmachen

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg mag sich als Nerd verkleiden, doch das ändert nichts daran, dass der Techmilliardär ein Totengräber des freien Internets ist. In diesem Beitrag erfährst du, warum jede neue Plattform für uns User im Desaster endet...

quelle: keystone / nic coury
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Das könnte dich auch noch interessieren:
Der erste Angriff auf die EU-Verträge ist gescheitert – das sind die wichtigsten Figuren
Nicht nur die SVP-Vertreter haben sich im Ständerat gegen die neuen bilateralen Abkommen ausgesprochen, sondern auch prominente Köpfe von Mitte und FDP. Doch die Befürworter setzten sich durch.
21 Uhr? Mitternacht? Munter wurde spekuliert, wie lange die erste Ständeratsdebatte über die neuen Verträge mit der EU am Montagabend dauern würde. Die Sitzung war «open end» angesetzt, ohne festen Feierabend. Warnend wies Ratspräsident Stefan Engler seine Kollegen zu Beginn darauf hin, dass es an ihnen liege, was «open end» heisse. Man möge sich kurzhalten. Dass das nur wenigen gelang, war keine Überraschung.
Zur Story