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Offener Drogenkonsum in Zürcher Innenstadt nimmt zu

Offener Drogenkonsum in Zürcher Innenstadt nimmt zu

21.07.2026, 13:3121.07.2026, 14:54

In den Sommerwochen zieht es Personen, die Drogen konsumieren, vermehrt in den öffentlichen Raum. Die Stadt Zürich hat mit intensiveren polizeilichen Kontrollen und sozialarbeiterischen Massnahmen reagiert.

Insbesondere rund um die Bäckeranlage, das Kasernenareal, den Bereich am Gleis 3 des Hauptbahnhofs sowie der Gessnerallee und am Abend beim Schanzengraben sehe man vermehrt, wie Personen Drogen konsumieren, teilte die Stadt Zürich am Dienstag mit. An den besagten Orten komme es zu sichtbarem Konsum und Drogenhandel.

Blick in die Baeckeranlage, ein Park im Bezirk Aussersihl der Stadt Zuerich, aufgenommen am Montag, 11. September 2023. (KEYSTONE/Ennio Leanza)
Blick in die Bäckeranlage, ein Park im Quartier Aussersihl der Stadt Zürich.Bild: KEYSTONE

Zudem befänden sich dort grössere Gruppen, wodurch Konflikte entstünden. Ein Aufenthalt oder eine Nutzung der öffentlichen Orte sei für andere Menschen daher nur erschwert möglich.

Brennpunkte in der Stadt Zürich

Seit rund einem Monat behandelt die Stadtpolizei die besonders belasteten Gebiete in den Kreisen 1 und 4 als «Brennpunkte». Mit «lageangepassten Patrouillen», vermehrten Fusspatrouillen, Personenkontrollen und Wegweisungen bei Störungen der öffentlichen Ordnung, versucht sie der Entwicklung entgegenzuwirken.

Zudem ermittelt sie gegen den Betäubungsmittelhandel, denn «Drogenkonsum und -handel werden im öffentlichen Raum nicht toleriert», teilte die Stadt mit.

Als weitere Massnahme organisiert die Stadt auf der Bäckeranlage den ganzen Sommer über Veranstaltungen. Damit möchte sie das Gebiet beleben und durchmischen. Die Orte werden regelmässig gereinigt und Unterhaltsarbeiten durchgeführt. Regelmässig vor Ort ist auch das Beratungsangebot «Ein Bus». Dieses ist in den Sommermonaten zusätzlich zum Thema Suchtmittel und Mischkonsum für junge Erwachsene präventiv unterwegs.

Anlaufstellen stark ausgelastet

Der Stadtzürcher Gemeinderat will keine festgesetzte Drogenszene und auch Konsum in der Öffentlichkeit vermeiden, hielt er noch im Mai an einer Parlamentssitzung fest. Dazu setzt er neben Repression auf Prävention, das Parlament steht hinter der «Vier-Säulen-Politik» des Stadtrats, die nach Auflösung der offenen Drogenszenen auf dem Platzspitz und dem Letten eingeführt wurde.

Bereits drei Anlaufstellen haben in der Stadt Zürich eröffnet. Alle drei sind stark ausgelastet, vor allem wegen Crack- und Freebase-Konsumenten. Neben dem Container-Dorf auf der Kasernenwiese können Süchtige auch in Einrichtungen in Oerlikon und Selnau in geschütztem Rahmen Crack und Freebase rauchen. Die Pfeifen dazu erhalten sie von der Stadt Zürich für vier Franken pro Stück. Der Mikrohandel mit den Drogen wird toleriert, damit dieser nicht auf der Strasse stattfindet.

[SYMBOLBILD Jugendkriminalitaet / Gestellte Szene] Ein Jugendlicher raucht Crack, fotografiert am 1. November 2022. (KESTONE/Christof Schuerpf)
Für vier Franken können Süchtige Crack-Pfeifen von der Stadt Zürich beziehen. (Symbolbild)Bild: KEYSTONE

Zudem betreibt die Stadt Zürich an der Bederstrasse eine Anlaufstelle für Personen, die nicht aus der Stadt Zürich kommen. Dort werden sie betreut und sollen an ihre Heimatgemeinden vermittelt werden. Rund die Hälfte der schätzungsweise 400 Crack-Süchtigen in der Zürcher Innenstadt kommt von ausserhalb.

Parlament will nicht nur Repression

Das schnell süchtig machende Crack tauchte vor drei Jahren rund um die Bäckeranlage auf. Die Stadt erklärte dies mit der damaligen Schliessung der Anlaufstelle auf dem Kasernenareal. In den Abgabestellen beobachtete sie das Phänomen schon ab 2020. Bald machten sich Sorgen breit, dass sich im Park im Kreis 4 eine offene Drogenszene bilden könnte.

Vor allem Anwohnerinnen und Anwohner erwarten mehr von der Stadt, auch Repression. Keine Unterstützung im Parlament fanden indes mehrere Vorstösse der SVP, die mehr Repression gegen Konsumentinnen und Konsumenten von Crack und Freebase forderten, insbesondere konsequente Kontrollen und Wegweisungen. (sda)

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Die beliebtesten Kommentare
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Thomas Meister
21.07.2026 16:46registriert April 2019
Das Gleis 3 am Zürcher HB ist eine Katastrophe. Da wird schon länger konsumiert und verkauft. Und das den lieben langen Tag lang. Die Leute sind drauf und oft agressiv. Hin und wieder sieht man die Polizei. Sobald diese wieder geht ist kommen die Gruppen zurück. Es wird gebettelt und wenn man einfach weiter geht werden sie agressiv und folgen einem zum Teil. Keine Ahnung wieso man das an einem Ort wie dem HB nicht komplett abstellt.
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H. Fröhlich
21.07.2026 14:36registriert März 2019
Seit Corona wird der öffentliche Knsum von Substanzen, im Speziellen Kokain, im Langstrassenquartier in der Oeffentlichkeit absolut tolleriert,
Da muss man sich nicht wundern, wenn eine neue Crack-Szene entsteht und diese es gleich machen.
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Miss_Piggy
21.07.2026 13:45registriert Januar 2025
Nicht nur Abend. Letzten Sonntag Nachmittag am Schanzengraben sassen 2 Männer in Seelenruhe dort und haben irgendwas in einer durchsichtigen Pfeife geraucht.
Eigentlich gehe ich gerne dort spazieren, die Füsse ins kalte Wasser baumenln lassen aber nachdem das nun schon die zweite Begegnung solcher Art war, werde ich diese Gegend meiden. Mir macht das Angst.
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