Schweiz
Energie

Mängel bei vielen Elektrogeräten – Tiefe Preise als Warnsignal

Mängel bei jedem vierten Elektrogerät – Tiefe Preise als Warnsignal

Bei Kontrollen des Bundes ist letztes Jahr jedes vierte Elektrogerät durchgefallen. Das Starkstrominspektorat verhängte 65 Verkaufsverbote und leitete Produktrückrufe ein. Betroffen waren unter anderem Leuchten und Ladegeräte.
17.08.2026, 10:2117.08.2026, 10:21

Das Eidgenössische Starkstrominspektorat (Esti) überprüfte im Jahr 2025 insgesamt rund 1000 elektrische Erzeugnisse, wie die Behörde am Montag mitteilte. Die Kontrollen fanden stichprobenweise und risikobasiert statt, sowohl im Online-Handel als auch in Verkaufsstellen, bei Herstellern und auf Messen.

Bei 281 der geprüften Produkte stellten die Inspektoren Mängel fest. In 172 Fällen betrafen diese direkt die elektrische Sicherheit. Bei den übrigen Beanstandungen fehlten beispielsweise Konformitätsnachweise, Kennzeichnungen oder technische Unterlagen. Solche Mängel können für Konsumentinnen und Konsumenten unsichtbar sein, aber zu Stromschlägen, Überhitzung oder Bränden führen.

Wenn eine unmittelbare Gefährdung bestand, verbot das Esti den Verkauf. Insgesamt sprach es 65 Verkaufsverbote aus. Betroffen waren vor allem Installationsmaterial, Haushalts- und Bürogeräte, Leuchten sowie Ladegeräte. Darunter befanden sich auch Produkte mit unzulässigen ausländischen Steckern.

In 23 weiteren Fällen zogen die verantwortlichen Firmen in Zusammenarbeit mit dem Esti mangelhafte Produkte vom Markt zurück. Acht dieser Rückrufe und Sicherheitswarnungen wurden öffentlich publiziert. Dabei handelte es sich unter anderem um Powerbanks, Akku-Staubsauger, Heissluftfritteusen und diverse Stecker-Adapter.

Warnsignal tiefe Preise

Das ESTI warnt insbesondere vor Direktkäufen auf ausländischen Online-Plattformen. Solche Käufe könne die Behörde nicht unterbinden. Konsumentinnen und Konsumenten trügen dabei ein höheres Risiko und hätten im Problemfall oft keine Ansprechstelle in der Schweiz. Auffallend tiefe Preise, besonders bei Anbietern aus Asien, könnten ein Warnsignal sein.

Vorsicht sei auch bei Geräten mit deutschen Schutzkontaktsteckern, sogenannten Schuko-Steckern, geboten. Diese dürften in der Schweiz nicht verkauft werden, da sie eine Brandgefahr darstellten. Das Esti weist zudem darauf hin, dass das CE-Zeichen kein unabhängiges Prüfsiegel sei, sondern nur eine Eigendeklaration des Herstellers.

Die Behörde empfiehlt, Elektrogeräte bei seriösen Anbietern mit einer erreichbaren Kontaktadresse zu kaufen. Anerkannte Prüfzeichen wie das freiwillige Sicherheitszeichen des Esti böten zusätzliche Sicherheit. Die Marktüberwachung des Esti beschränkt sich auf die Beurteilung der elektrischen Sicherheit von Niederspannungserzeugnissen, wie es weiter hiess. (sda)

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