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Energie

Vorsprung der Befürworter schmilzt: Abstimmung um Energiegesetz ist noch nicht entschieden

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Das Rennen um das neue Energiegesetz ist weiterhin offen.Bild: KEYSTONE

Vorsprung der Befürworter schmilzt: Abstimmung um Energiegesetz ist noch nicht entschieden

Elf Tage vor dem Urnengang liegen die Befürworter der Energiestrategie 2050 in Abstimmungsumfragen noch immer vorne. Allerdings ist ihr Vorsprung geschmolzen. Das Rennen um das neue Energiegesetz bleibt bis am 21. Mai offen.
10.05.2017, 06:4810.05.2017, 13:47

Gemäss der dritten Onlineumfrage von Tamedia würden 53 Prozent Ja oder eher Ja stimmen, abgelehnt würde die Vorlage von 45 Prozent. 2 Prozent haben sich noch nicht festgelegt. Damit gewannen die Gegner an Terrain. Vor zehn Tagen hatten sich noch 55 Prozent für das Energiegesetz ausgesprochen. 42 Prozent waren dagegen. In der ersten Umfragewelle war der Unterschied zwischen Ja- und Nein-Anteil noch etwas grösser.

Nun würden gemäss der am Mittwoch veröffentlichten Onlineumfrage von Tamedia 48 Prozent das Energiegesetz annehmen und 5 Prozent eher Ja stimmen. Nein würden 41 Prozent stimmen, eher Nein 2 Prozent.

Gleicher Trend in SRG-Umfrage

Auch laut der neusten Telefonumfrage von gfs.bern im Auftrag der SRG ist vor der Schlussmobilisierung ein Nein-Trend ersichtlich. Jedoch hätten die Befürworter mit 56 Prozent immer noch eine absolute Mehrheit. Wäre am 29. April abgestimmt worden, hätten 37 Prozent ein Nein in die Urne gelegt. 7 Prozent wären unschlüssig gewesen.

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Staubecken Pläviggin der Energieunternehmung Repower oberhalb Küblis im Prättigau.Bild: KEYSTONE

In der SRG-Umfrage vor einem Monat waren noch 61 Prozent der Stimmberechtigten für das Energiegesetz und nur 30 Prozent bestimmt oder eher dagegen. Trotz des Nein-Trends bleibt die Annahme des Gesetzes laut den Meinungsforschern die wahrscheinlichere Variante. «Entstanden ist zwischenzeitlich aber eine gewisse Verunsicherung.»

FDP-Wähler tendieren zu Nein

Der bisherige Abstimmungskampf habe in den Stimmabsichten der Parteiungebundenen die grösste Verschiebung ausgelöst, schreiben die Politologen von gfs.bern. Die Zustimmungsbereitschaft verringerte sich um 23 Prozentpunkte; die Ablehnungstendenz nahm um 24 Prozentpunkte zu.

Am deutlichsten unterstützen Wählende der SP und Grünen das neue Energiegesetz. Auch die CVP-Wähler sind mehrheitlich dafür. Der allgemeine Nein-Trend findet sich bei diesen drei Parteien nicht. Anders ist dies bei FDP-Sympathisanten. Sie bleiben zwar knapp im Ja-Lager, die Zustimmung geht hier aber zurück. Im Umfeld der SVP zeigt sich die ablehnende Haltung in der zweiten Umfrage verstärkt. Die Partei hatte das Referendum ergriffen.

Klimaschutz steht im Vordergrund

Gemäss der Tamedia-Umfrage ist das Hauptargument der Befürworter weiterhin, dass die Zukunft erneuerbaren Energien gehört und das Klima geschont werden soll. Mehr als drei von fünf Befragten äusserten sich in diesem Sinn. 15 Prozent argumentierten mit dem schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie.

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Stausee zum Zervreilahorn (2898 Meter über Meer).Bild: KEYSTONE

Auf der Seite der Gegner stören sich gemäss der Umfrage 31 Prozent der Befragten daran, dass das Gesetz die bewährte und sichere Energieversorgung der Schweiz zerstöre. Fast ein Viertel argumentierte, dass der Staat mit drastischen Massnahmen dazu zwinge, den Energieverbrauch praktisch zu halbieren. 22 Prozent gehen von einer massiven Verteuerung der Stromnutzung aus.

Verschiedene Umfragemethoden

Die Tamedia-Umfrage war am 4. und 5. Mai online. Die bereinigten Daten wurden für die Analyse nach demografischen, geografischen und politischen Variablen gewichtet. Die Resultate der Befragung stützen sich auf 11'490 Teilnehmenden aus der ganzen Schweiz. Der maximale Stichproben-Fehlerbereich wird mit plus/minus 1,3 Prozentpunkten angegeben.

Für die SRG-Erhebung waren zwischen dem 25. April und 3. Mai 1410 repräsentativ ausgewählte Stimmberechtigte telefonisch befragt worden. Der statistische Unsicherheitsbereich liegt hier bei plus/minus 2,7 Prozentpunkten.

Das Stimmvolk entscheidet am 21. Mai über das erste Massnahmenpaket zur Energiestrategie 2050. Der Bundesrat und das Parlament wollen den Energieverbrauch senken, die Energieeffizienz erhöhen und die erneuerbaren Energien stärker fördern. (viw/sda)

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111 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Daniel Heusser
10.05.2017 07:33registriert Mai 2017
Unglaublich, dass die Manipulations-Taktik der SVP zu greifen scheint. Dank der ES 2050 würde wir endlich weniger Geld den Ölmultis geben und jeder von uns würde richtig viel Zaster sparen, denn dank den Effizienzvorgaben würden Gebäude, E-Geräte und Autos massiv weniger Energie verbrauchen und wir müssten viel weniger für den selben Komfort bezahlen. Doch der ultrareiche Albert Rösti ist auch Präsident von SwissOil und verdient eben dann, wenn unser Konsum richtig hoch bleibt. Was kümmert es ihn da, dass wir Normalbürger dafür tief in die Tasche greifen müssen?
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anonym246
10.05.2017 08:38registriert April 2017
Bitte lasst euch nicht von den Fake-News und der Angstmacherei von der Gegnerseite verwirren!
Gerade was die Auslandabhängigkeit angeht, zeigt die ES2050 vernünftige Alternativen auf um den wegfallenden Atomstrom zu kompensieren - etwas, das die Gegner bis jetzt schuldig bleiben.
Die ES2050 ist ein vernünftiger Kompromiss aus schützen und nützen und führt die Schweiz in eine nachhaltige und effiziente Energieversorung. Eure Kinder werden es euch danken..
Deshalb undbedingt JA am 21. Mai!
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demokrit
10.05.2017 11:41registriert Oktober 2015
Dieser Journalist bringt das Dilemma der Abstimmung gut und überraschend neutral zum Ausdruck:
http://www.tagblatt.ch/nachrichten/schweiz/pragmatismus-ohne-begeisterung;art120101,4977251

Ich bin hier nach wie vor unentschlossen. Im Zweifel werde ich wohl ein taktisches Nein einlegen. Vor allem wegen dem massiven Bürokratieausbau und weil ich nicht davon ausgehe, dass diese Steuererhöhungen je wieder zurück genommen werden (genau wie damals bei der als Kriegssteuer eingeführten MWST).
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