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Mehrere Kantone lockern absolutes Feuerverbot in der Schweiz

Eine Grillstelle in einem Schweizer Wald ist gesperrt. Ein gelbes Warnschild weist auf das absolute Feuerverbot hin, und ein rot-weisses Absperrband blockiert den Zugang zum Grillrost,, nahe Recherswi ...
In manchen Kantonen ist ab heute das Feuermachen bei fest installierten Grillstellen wieder erlaubt. Bild: keystone
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Vereinzelte Kantone lockern Feuerverbot – was bei dir jetzt gilt

Die Niederschläge der vergangenen Tage lindern die Waldbrandgefahr in mehreren Regionen der Schweiz. Doch nicht überall reichen die Niederschläge aus, um eine markante Entspannung der Situation herbeizuführen. Während einzelne Kantone das absolute Feuerverbot aufheben, bitten andere die Bevölkerung weiterhin um Disziplin und Geduld.
21.08.2026, 18:1321.08.2026, 18:13

Nach Wochen der Hitze und ausbleibender Regenfälle zeichnet sich ein leichter Wetterumschwung ab. Es regnet wieder in der Schweiz – und dies nicht mehr nur im Zusammenhang mit Gewittern und intensiven Starkregenfällen.

Da, wo der dringend benötigte Regen fällt, hilft dieser die Auswirkungen der Trockenheit in den Wäldern hinsichtlich der Waldbrandgefahr zu lindern. Denn noch immer herrscht in weiten Teilen der Schweiz die Gefahrenstufe 5 und damit die höchstmögliche Warnstufe.

In der Mehrheit aller Kantone gilt ein absolutes Feuerverbot, das auch das Entzünden von Feuern in Siedlungsgebieten untersagt. Nach den Niederschlägen der vergangenen Tage wurde dieses Verbot nun in vereinzelten Gemeinden und Kantonen gelockert. Eine aktuelle Übersicht über die Massnahmen gibt es hier.

Absolutes Feuerverbot

In diversen Schweizer Kantonen herrscht aktuell noch ein absolutes Feuerverbot. Darunter befinden sich mit Ausnahme des Berner Juras sowie der Region Biel/Bienne sämtliche französischsprachigen Regionen und Kantone in der Schweiz. Dies hat auch damit zu tun, dass die Niederschläge der vergangenen Tage je nach Region stark variierten. Besonders die Alpen und die Südschweiz erhielten teils grössere Regenmengen, während die Romandie vielerorts deutlich weniger Niederschlag abbekam.

Auch in den nördlichen Kantonen der Schweiz fiel weniger Regen als in den Alpen und im Süden der Schweiz. Dementsprechend unverändert zeigt sich auch die Lage betreffend des Feuerverbots in den Kantonen Basel-Stadt, Basel-Land, Aargau, Schaffhausen und Zürich. In sämtlichen genannten Kantonen bleibt das absolute Feuerverbot aktuell bestehen.

Auf Anfrage von watson schreibt Isabelle Rüegg von der Medienstelle des Kantons Zürich, dass in vielen Wäldern im Kanton die oberen Bodenschichten weiterhin trocken bis sehr trocken seien. Dies, da ein Grossteil der Niederschläge verdampft sei oder den Waldboden erst gar nicht erreicht habe. Sofern es in der kommenden Woche zu weiteren signifikanten Niederschlägen komme, werde eine Anpassung der Gefahrenstufe sowie eine Aufhebung des aktuellen Feuerverbots geprüft.

Auch im Kanton Luzern bleibt das absolute Feuerverbot bestehen. Zwar trage der gefallene Regen zu einer Entspannung und einer Befeuchtung der oberen Waldbodenschicht bei, damit die Feuchtigkeit jedoch auch in tiefere Schichten durchsickere, brauche es weitere langanhaltende Niederschläge, schreibt Tabea Rüdin vom Kanton Luzern.

Ein weiterer Aspekt sei die durch die Trockenheit geringere Verfügbarkeit der Löschwassermenge im Falle eines Brandes, auch dies gelte es zu berücksichtigen. Wann das Verbot aufgehoben werde, darüber könne der Kanton noch keine Angaben machen, schreibt Tabea Rüdin vom Bau, - Umwelt- und Wirtschaftsdepartement des Kantons Luzern.

Im Kanton Graubünden besteht weiterhin ein Feuerverbot im Freien in den Regionen Churer Rheintal, Prättigau, Schanfigg, Surselva, Heinzenberg/Domleschg, Schams-Albula, Rheinwald, Surses, Bergün Filisur, Davos-Klosters und Val Müstair. In vereinzelten Gemeinden sei das Entfachen von Feuer im Siedlungsgebiet sowie die Nutzung von Gas- und Elektrogrills jedoch erlaubt. Der Kanton bittet darum, die kommunalen Anweisungen zu prüfen und diese zu beachten.

Nebst Luzern bleibt das absolute Feuerverbot auch in den Innerschweizer Kantonen Uri und Glarus bestehen. In beiden Kantonen gilt das Feuerverbot im gesamten Kantonsgebiet seit dem 16. Juli.

Auf Anfrage von watson schreibt Susanne Arnold von der Medienstelle des Kantons Uri, dass die Bevölkerung bisher grosses Verständnis für die aktuelle Lage gezeigt habe und sich grösstenteils an das Feuerverbot gehalten habe. Die Sprecherin des Amts für Forst und Jagd betont die Wichtigkeit der Schutzfunktion des Waldes für den Innerschweizer Kanton, entsprechend verheerend wäre ein Ausbruch eines Brandes, wie Arnold weiter schreibt.

Die Sprecherin bittet die Bevölkerung darum, auch weiterhin Verständnis und Geduld aufzubringen, bis sich die Lage tatsächlich entspannt hätte. Sollte sich die Wetterprognose von flächendeckenden Niederschlägen im gesamten Kanton über die nächsten Tage bewahrheiten, könnte dies eine Rückstufung der Gefahrenstufe auf die Stufe 4 zur Folge haben. Damit könnte auch die Massnahme des absoluten Feuerverbots zugunsten eines Feuerverbots in Wald und Waldnähe aufgehoben werden.

Feuerverbot in Wald und Waldnähe

In den Kantonen Appenzell Inner- und Ausserrhoden, Nidwalden, Schwyz und Obwalden bleibt das bereits seit geraumer Zeit verhängte Feuerverbot in Wald und Waldesnähe bestehen. Dasselbe gilt für die Verwaltungskreise Bern-Mittelland, Biel/Bienne, Emmental, Berner Jura, Oberaargau, Seeland und Thun des Kantons Bern.

In einer Medienmitteilung vom Donnerstag schreibt der Kanton Bern, dass ausserhalb der Verbotszone Feuer nur mit grösster Vorsicht zu entfachen seien. In den sieben Berner Regionen gilt weiterhin die zweithöchste Warnstufe 4.

Der Kanton Thurgau hat diesen Freitag sein absolutes Feuerverbot im gesamten Kanton aufgehoben, ab sofort gelte ein Feuerverbot in Wald und Waldesnähe. Auf Anfrage von watson schreibt Daniel Böhi von der Medienstelle des Kantons, dass sich besonders im offenen Land die Situation etwas entspannt habe. In den Wäldern könne jedoch noch nicht von einer Entspannung die Rede sein, dafür benötige es weitere, lang anhaltende Regenfälle benötigen.

Auch Thurgaus Nachbarkanton, der Kanton St. Gallen hat am Freitag mitgeteilt, dass das absolute Feuerverbot aufgehoben und in ein Feuerverbot in Wald- und Waldsnähe umgewandelt werde. Wer in Waldsnähe Feuer machen wolle, müsse einen Mindestabstand von 200 Metern zum Wald einhalten, wie der Kanton in einer Medienmitteilung schreibt.

Der Kanton Appenzell Ausserrhoden vollzog den gleichen Schritt bereits zwei Tage zuvor, am vergangenen Mittwoch. So ist das Entfachen von Feuer in Siedlungsnähe wieder erlaubt. In Wald und Waldesnähe bleibt das Feuerverbot bestehen. Auch die Verwendung von Gas- oder Eletkrogrills im Wald sei verboten, schreibt der Kanton in einer Medienmitteilung.

Mahnung und bedingtes Feuerverbot

Der Kanton Zug liess am Freitag verlauten, dass das absolute Feuerverbot im gesamten Kanton aufgehoben sei. Die Niederschläge der vergangenen Tage hätten die Waldbrandgefahr deutlich reduziert, schreibt die Medienstelle in einer Mitteilung vom Freitag. Der Kanton bittet seine Bevölkerung dennoch, Vorsicht beim Feuermachen im Freien walten zu lassen. In Waldesnähe und im Wald ist das Feuermachen nur in fest eingerichteten Feuerstellen zulässig.

In den Verwaltungskreisen Frutigen-Niedersimmental, Interlaken-Oberhasli und Obersimmental-Saanen des Kantons Bern wurde am Donnerstag das Feuerverbot in Wald und Waldesnähe aufgehoben. Die Gefahrenstufe wurde auf Stufe 3 heruntergesetzt. Bei windigen Verhältnissen bittet der Kanton auch in den drei genannten Verwaltungskreisen auf Feuer zu verzichten. Ebenfalls darf im Freien nur in befestigten Feuerstellen ein Feuer entfacht werden.

Keine Massnahmen

Nach den starken Niederschlägen der vergangenen Tage hat der Kanton Tessin am Freitag mit sofortiger Wirkung das seit dem 6. Juli ausgerufene absolute Feuerverbot aufgehoben. In einer Medienmitteilung bedankt sich der südlichste Kanton der Schweiz bei seiner Bevölkerung. Diese habe während der Dürreperiode mit grosser Verantwortung auf eine besonders heikle Situation reagiert.

Auch in den südlichen Regionen des Kantons Graubünden kam es in den vergangenen Tagen zu langanhaltenden und starken Niederschlägen. Diese führten zu einer deutlichen Linderung der Waldbrandgefahr in den Regionen Bergell, Moesano, Oberengadin, Puschlav, Samnaun, San Bernardino, Scuol-Valsot und Zernez führten. Ab Freitag dürfen in den genannten Regionen fest installierte Feuerstellen wieder benützt werden.

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