Schweiz
FC Basel

Wie der Basler Polizeichef Fussballfans in gut und böse teilt

Oberst Gerhard Lips, Polizeikommandant Basel-Stadt, spricht ueber die Ausschreitungen des vergangenen Samstags in Basel, am Dienstag, 27. September 2011 im Vorzimmer des Regierungsratssaals im Rathaus ...
«Freund oder Feind»: Gerhard Lips, Chef der Basler Polizei, weiss Fussballfans klar einzuteilen.Bild: KEYSTONE

«Alles Feind» – Was der Basler Polizeichef von der Muttenzerkurve hält

Nach den Vorwürfen zu Unruhen im Korps und Pannen rund um den Europa-League-Final bezieht Gerhard Lips, Chef der Basler Polizei, in einem Interview mit der BZ Stellung. Und geht tüchtig in die Offensive.
18.07.2016, 09:4318.07.2016, 10:24

Der Basler Polizeichef Gerhard Lips steht in der Kritik. Der bisher grösste Einsatz in der Geschichte der Basler Polizei, der Europa-League-Final zwischen dem FC Liverpool und dem FC Sevilla, verlief alles andere als reibungslos.

Die Basis ist unzufrieden mit dem Chef: Nach dem Final belohnten sich 30 Angehörige des Polizeikaders mit einem zweiten Nachtessen und einem Rundflug mit einer Oldtimer-Maschine – währenddem die Polizisten einer Berner Einheit in ihren Kastenwagen übernachten mussten.

Im Interview mit der BZ findet der Polizeichef nun klare Worte. Er sei der Basis nahe genug, nehme Kritik aber ernst, wenn sie konkret geäussert wird, meint er. Den Oldtimer-Flug würde er nicht mehr bewilligen, räumt er ein. 

Freund oder Feind? 

Auf die Auseinandersetzungen im Nachgang zum Final angesprochen, hat Lips aber bereits wieder Lust auf Gegenangriff. Er geht auf Konfrontation mit den Fans und dem Präsidenten des FC Basel. Wenigstens sei jetzt klar, dass alle beteiligten Partner keine Gewalt akzeptieren, sagt er und legt damit nahe, dass der FC-Basel-Präsident Bernhard Heusler das bisher getan hat. 

«Es wurde immer wieder die Frage aufgeworfen, wie nahe der Präsident des FC Basel gewissen Fangruppierungen steht», sagt Lips und fügt provokativ an: «Viele Polizisten sind der Meinung, dass Bernhard Heusler mit gewissen heiklen Fans aus der Muttenzerkurve unter einer Decke steckt.» Er glaube das aber nicht und nehme das nicht so wahr.

Der Basler Polizeichef teilt die Welt offenbar gerne in Gut und Böse. Über die Fans auf der Basler Eventplattform, auf die sich die Polizei zwischenzeitlich praktisch kaum mehr traute sagt er: «Heute wissen wir mehr oder weniger: Dort ist alles Feind – um es einmal provokativ auszudrücken.»  

In Zukunft soll eine Mischnutzung angestrebt werden, was es für die Polizei dann natürlich schwieriger mache «Freund und Feind» auseinander zu halten. Das sei aber immer die Herausforderung als Polizist. 

Auch Schusswaffengebrauch weiss der Polizeichef zu verteidigen: «Sollte der Polizist sich nicht mehr anders wehren können, kann es im Extremfall zum Schusswaffengebrauch kommen. Solche Situationen gibt es leider immer wieder – auch bei Demonstrationen oder Saubannerzügen», sagt Lips. (rar)

Hol dir jetzt die beste News-App der Schweiz!

  • watson: 4,5 von 5 Sternchen im App-Store ☺
  • Tages-Anzeiger: 3,5 von 5 Sternchen
  • Blick: 3 von 5 Sternchen
  • 20 Minuten: 3 von 5 Sternchen

Du willst nur das Beste? Voilà:

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Demonstranten in Genf fordern Sanktionen gegen Israel
Bei einer Demonstration in Genf haben rund 1500 Menschen Israels Aktionen in den palästinensischen Gebieten angeprangert. Die Schweiz müsse ein Militär-, Energie- und Handelsembargo gegen Israel verhängen, so die Forderung.
Zur Story