Schweiz
FDP

BAG-Panne bei jungem Corona-Toten ruft Politiker auf den Plan

«Pannenserie geht in die nächste Runde»: Kritik am BAG nach Panne bei jungem Corona-Toten

Die Behörde meldete den Tod eines «gesunden jungen Mannes». Der Kanton Bern dementiert – das führt zu Erleichterung, aber auch zu Empörung.
15.08.2020, 11:1615.08.2020, 15:14
Patrik Müller / CH Media

In der Schweiz sei es zu einem ersten Todesfall in der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen gekommen. Bei dem jungen Mann aus dem Kanton Bern würden keine Risikofaktoren vorliegen, teilte am Freitagnachmittag das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mit.

Stefan Kuster, Leiter der Abteilung für übertragbare Krankheiten beim BAG, bezeichnete den Fall als «tragisch». «Das Virus macht keinen Halt vor jungen Personen», sagte er. Todesfälle seien jedoch selten. Das Coronavirus sei immer noch da und nach wie vor eine Bedrohung für alle Altersgruppen, warnte Kuster. Auch in der Grippesaison im Winter sei es jeweils eine Realität, dass junge Menschen auf der Intensivstation im Spital liegen und an einem harmloseren Influenza-Virus sterben könnten.

Um 18 Uhr kam dann die Entwarnung. Doch kein junger Corona-Toter! Die Gesundheitsdirektion des Kantons Bern teilte auf ihrer Website mit: «Es handelt es sich um eine Fehlinformation, die aufgrund von Unklarheiten auf der klinischen Meldung einer Person erfolgte, die sich in Isolation befindet und keine schweren Covid-19-Symptome hat. Es wurde vom Kanton Bern keine Todesfallmeldung an das BAG gesandt. Das BAG teilt mit, dass die Todesfallstatistik der Covid-19-Fälle morgen (Samstag) um minus 1 korrigiert wird.»

In die Erleichterung mischte sich in den sozialen Medien Empörung über die neuste Informationspanne beim BAG. «Peinlich, peinlicher, BAG», twitterte die Aargauer SVP-Nationalrätin Martina Bircher.

«Die Pannenserie beim BAG geht in die nächste Runde», postete der St.Galler FDP-Nationalrat Marcel Dobler. Er fordert: «Es braucht jetzt einen glaubwürdigen Reset bei der Qualitätssicherung, um das Wichtigste nicht zu verspielen: Glaubwürdigkeit und Vertrauen bei der Bevölkerung.»

Ende April hatte das BAG bereits falsche Altersangaben gemacht: Eine Tote war 109 statt wie vermeldet 9 Jahre alt, ein Toter 87- statt 27-jährig. Und in Erinnerung ist auch die Fehlmeldung vor kurzem, wonach sich die meisten Leute in Clubs anstecken würden – wahr ist: Der häufigste Ansteckungsort ist die Familie.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Wie Coronavirus-Quarantäne mit Kindern ist – in 21 Bildern
1 / 21
Wie Coronavirus-Quarantäne mit Kindern ist – in 21 Bildern
bild: reddit
Auf Facebook teilenAuf X teilen
BAG setzt schwangere Frauen auf Risiko-Liste
Video: extern / rest
Schweiz brilliert an Berufs-WM in China: Bestes Land Europas und Top 3 weltweit
Viermal Gold, zweimal Silber und sechs Bronzemedaillen: Insgesamt 12 Medaillen hat das Schweizer Team an den Berufsweltmeisterschaften in Shanghai gewonnen.
Als bestes europäisches Land gehört die Schweiz damit zu den besten drei Nationen weltweit. Während vier Tagen hatten die 42 Schweizer Berufstalente ihr Können in Shanghai unter Beweis gestellt, wie am Sonntag aus einer Meldung der Stiftung SwissSkills hervorging.
Zur Story