Zürcherin gewinnt mit Dokumentarserie am Geneva Film Festival
Das Geneva International Film Festival (GIFF) hat am Samstagabend den Preis Reflet d’Or für den besten Spielfilm an «La Gradiva» der französischen Regisseurin Marine Atlan verliehen. Die 32. Ausgabe des Festivals, die sich über zehn Tage erstreckte, endet am Sonntag.
«La Gradiva», laut den Veranstaltern eine der Sensationen des Festivals, schildert eindringlich und treffend die Turbulenzen des Jugendalters, die Hoffnungen und Enttäuschungen einer Jugend, gefilmt mit einem packenden, fast mythologischen Naturalismus.
Der Reflet d’Or für die beste Serie geht an die Polen Piotr Derewenda und Wojciech Lepianka für «Variola Vera», wie das GIFF am Samstagabend bekannt gab. Die Serie befasst sich mit der Propaganda der kommunistischen Ära befasst.
Der Reflet d’Or für das beste immersive Erlebnis – das intensivste Eintauchen – geht an den Genfer Choreografen Gilles Jobin und den Zürcher Illustrator Thomas Ott für «Sunset Motel». Die Jury hebt die technologische Exzellenz, die erzählerische Kraft und die poetische Sensibilität des Werks hervor.
Der Preis Future is sensible geht an Regisseur Abdullah Mohammad Saad aus Bangladesch für «Annie», das durch seinen kühnen, rohen Minimalismus überzeugte.
Schweizer Serie
Schliesslich gewinnt die Dokumentarserie «Der Engelmacher» der Zürcherin Marina Klauser, die von den sexuellen Missbräuchen in der Berner Religionsgemeinschaft Methernita erzählt, den Swiss Series Storytelling Award. Die Jury lobt insbesondere die Kraft der filmischen Sprache und den Einsatz visueller Metaphern.
Das Geneva International Film Festival präsentierte 113 Werke, darunter 15 aus der Schweiz. Das Festival endet nach Angaben der Veranstalter mit sehr erfreulichen Besucherzahlen, zahlreichen ausverkauften Vorstellungen und einem deutlichen Anstieg der Ticketumsätze um 30 Prozent, der wahrscheinlich durch die gesenkten Eintrittspreise begünstigt wurde.
Die nächste Ausgabe findet vom 5. bis 14. November 2027 statt. (sda)
