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Nestlé wusste bereits Ende November von Giftstoff in eigener Fabrik

FILE - In this Thursday, Feb. 14, 2019, file photo, Nestle's logo is displayed on a window, during the 2018 full-year results press conference of the food and drinks giant Nestle, in Vevey. (Laur ...
Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé sieht sich mit weiteren Vorwürfen konfrontiert.Bild: keystone

Nestlé hat bereits Ende November Cereulid in Fabrik nachgewiesen

31.01.2026, 06:4031.01.2026, 06:40

Der Nahrungsmittelriese Nestlé hat bereits Ende November in einer Fabrik für Säuglingsmilch in den Niederlanden das zuletzt vieldiskutierte Toxin Cereulid in Babynahrung nachgewiesen, das Erbrechen und Durchfall auslösen kann. Bis der Konzern die Ursprungsquelle eruieren konnte, dauerte es mehrere Wochen.

«Ende November 2025 haben wir im Rahmen routinemässiger Kontrollen nach der Installation neuer Anlagen an einer Produktionslinie in unserer Fabrik in den Niederlanden sehr geringe Mengen Cereulid in Produktproben festgestellt», erklärte der Westschweizer Konzern in einer Chronologie der Ereignisse, die in der Nacht auf Freitag publiziert wurde. Die Produktion an der betroffenen Linie wurde danach gestoppt. Am 10. Dezember informierte Nestlé die niederländischen Behörden sowie 16 potenziell betroffene Ländermärkte und die EU-Kommission.

Im Verlauf der weiteren Untersuchung erkannte Nestlé, dass die Verunreinigung nicht von der Produktionsanlage in den Niederlanden herrührte, sondern auf ein von einem Dritten bezogenes Öl zurückging. Dieses Öl hatte Nestlé in der Schweiz verarbeitet und als Mixtur in seine Werke weltweit verteilt. Laut Nestlé haben die ersten Analyseergebnisse aus eigenen Laboren am 23. Dezember bestätigt, dass die gelieferte Öl-Mischung die Kontaminationsquelle war. Nestlé konnte die Kontamination auf Öl-Lieferungen im Jahr 2025 eingrenzen. Lieferungen aus früheren Jahren waren gemäss Tests offenbar nicht betroffen.

Bestätigt wurde diese Information am 29. Dezember. Damit war klar, dass es sich nicht um ein Problem nur von Nestlé, sondern der ganzen Industrie handelte, die mit dem entsprechenden Zulieferer zusammenarbeitete. Daraufhin informierte Nestlé den Lieferanten, die Behörden und die Branche. Ab dem 2. Januar informierte Nestlé die Behörden in gegen 60 Ländern und es kam nach und nach zu öffentlichen Rückrufen der betroffenen Chargen von Säuglingsnahrung.

Andere Babynahrungshersteller wie der französische Konzern Danone oder die Schweizer Nahrungsmittelherstellerin Hochdorf riefen ebenfalls bestimmte Produkte zurück, weil sie mit demselben Zulieferer zusammengearbeitet haben. Gewisse Rückrufe erfolgten allerdings teils erst zwei bis drei Wochen später. Die Gründe hierfür sind unklar.

Die französische Zeitung «Le Monde» widerspricht der Darstellung von Nestlé. Der vom Unternehmen genannte Zeitplan stimme nicht, behauptete die Zeitung am Freitag. Laut einer «hochrangigen Quelle» sei das mit Arachidonsäure angereicherte Öl Nestlé bereits am 10. Dezember als Quelle für die Verunreinigung bekannt gewesen, was sogleich den Behörden gemeldet worden sei. (sda/awp/jul)

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Nestlé immer wieder in der Kritik. Das ist die Geschichte
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