Schweiz
Bundesrat

Bundesrat Rösti: Hitzewelle ist klares Zeichen für Klimawandel

Für Bundesrat Rösti ist die Hitzewelle ein klares Zeichen für den Klimawandel, aber ...

02.07.2026, 16:1602.07.2026, 19:12
Bundesrat Albert Roesti spricht im Verkehrshaus anlaesslich einem Sommer-Gespraech mit Journalisten ueber aktuelle Themen im UVEK, am Mittwoch, 1. Juli 2026, In Luzern..(KEYSTONE/Peter Schneider)
Leugnet den Klimawandel nicht: Bundesrat Albert Rösti, hier an einer Veranstaltung im Verkehrshaus.Bild: keystone

Bundesrat Albert Rösti hat am Donnerstag im «Tagesgespräch» von Radio SRF die Hitzewelle als klares Zeichen der Klimaentwicklung verortet. Man dürfe nun nicht Katastrophenszenarien heraufbeschwören, aber Raumplanungsmassnahmen zum Hitzeschutz sind wie eine konsequente Dekarbonisierung nach Röstis Aussagen unabdingbar.

Man dürfe nicht bei jedem Unwetter gleich auf die Klimakrise schliessen, so der Umwelt-, Verkehrs- und Energieminister im Gespräch. Aber die Hitzewelle sei als klares Zeichen dafür zu werten.

Auch wenn man nun in Sachen Alarmismus nicht übertreiben sollte, sei die Hitze als grosse Gefahr für Mensch und Umwelt wahrzunehmen, sagte der Bundesrat, der zugab, in seiner Zeit als Nationalrat nicht als der grosse Klimapolitiker aufgefallen zu sein:

«Man muss jetzt auch nicht gleich übertreiben: Wir hatten ein paar Mal 34, 35 Grad. Wahrscheinlich jammern die Ersten schon im August, weil es kalt ist, wenn sie in die Ferien wollen.»

Darauf angesprochen, dass Berichte des IPCC eben genau das Gegenteil prognostizieren, meinte Rösti nur: «Ja, ja, ich nehme das sehr ernst.»

Rösti betonte die Notwendigkeit von Anpassungsmassnahmen wie mehr Grünflächen in Städten und äusserte sich mit Sorgen über die Auswirkungen für vulnerable Personen. Bei vorsorglichen und schützenden Massnahmen, etwa durch Begrünung in den Städten, seien aber an vorderster Front die Kantone und Städte gefragt, während der Bund beratend und allenfalls finanziell etwas beitragen könne.

Auf Bundesebene geht es laut Rösti darum, den Ausstieg aus den fossilen Energien weiter voranzutreiben. Er sei ein grosser Freund erneuerbarer Energien wie Solar-, Wind- und Wasserkraft, wolle sich aber der Kernenergie als Option nicht verschliessen.

Seine vordringliche Aufgabe sei es, die Stromversorgung im Land zu garantieren. Das müsse auch an dem durch viele Einsprachen verlangsamten Ausbau der Erneuerbaren vorbei garantiert werden können. Auch von radikalen Massnahmen wie etwa einer drastischen Erhöhung von Benzin- und Heizölpreisen hält Rösti aus realpolitischen Gründen nicht viel:

«Massnahmen funktionieren nur, wenn sie von der Bevölkerung unterstützt werden. Mit dem Benzinpreis treffen wir die ärmsten Bevölkerungsschichten.»

Es nütze nichts, wenn die Schweiz ihre Wirtschaft und Industrie mit solchen Massnahmen an die Wand fahren würde, während das Ausland nicht mitziehe. Die Schweiz wäre das einzige Land.

(sda/cpf)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Neue Armee-Pläne des Bundesrats
1 / 6
Neue Armee-Pläne des Bundesrats

Der Bundesrat verkündete seine neuen Armee-Pläne.

Auf Facebook teilenAuf X teilen
Bundesrat Albert Rösti: «Ich habe nicht erwartet, dass Trump einen Zollstreit entfacht»
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
«Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet»: Parmelin überrascht sein Dorf
In Bursins, einem kleinen Dorf im Kanton Waadt und der Heimat von Guy Parmelin, kam der Rücktritt des Bundespräsidenten überraschend. Zwischen Erinnerungen und Stolz: eine Reportage aus den Weinbergen.
Im Kanton Waadt pflegt jedes Dorf seine eigenen Vorzeigefiguren. In Saint-Barthélemy sind es Idole: der ehemalige Fussballtrainer Lucien Favre und der Tennisspieler Stan Wawrinka. In Bursins ist es ein Staatsoberhaupt: Guy Parmelin, der zurückgetretene Bundespräsident.
Zur Story