Hier schliessen sich Nachhaltigkeit und Bezahlbarkeit nicht aus
Der Preismonitor 2026 von Faire Märkte Schweiz (FMS) und der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) am Beispiel von Kartoffeln und Bio-Karotten zeigt: Obwohl Produzentinnen und Produzenten heute mehr Marge bekommen, müssen Konsumentinnen und Konsumenten trotzdem nicht mehr bezahlen.
Bio-Karotten sind im Verkauf nur um zehn Rappen teurer, Kartoffeln wurden sogar günstiger. Diese Beispiele zeigen, dass es funktionieren kann. Laut der Untersuchung gibt es bei anderen Produkten jedoch noch Handlungsbedarf. Dort bedeutete Nachhaltigkeit auch höhere Kosten für die Kundschaft im Laden. Vor allem bei tierischen Produkten war dies zu beobachten, heisst es in der Medienmitteilung.
Beim Schweinsnierstück, Hinterschinken und bei der Milch haben sich die Indikatorwerte verschlechtert. Die Preise von Bioprodukten im Detailhandel blieben dabei grösstenteils stabil, während jene von gängigen Produkten sanken. Gleichzeitig sanken auch die Produzentenpreise.
Preis entscheidet Kaufentscheidung
Die Ergebnisse der Untersuchung befeuern die Frage nach der Vereinbarkeit von nachhaltigen Lebensmitteln für die breite Bevölkerung zu erschwinglichen Preisen. Der Preis ist nämlich mitunter entscheidend für den Kauf.
Die Forschenden fordern, dass Nachhaltigkeit nicht wesentlich teurer oder beschwerlicher sein darf. Durch steigende Lebenshaltungskosten können Konsumentinnen und Konsumenten zukünftig den Konsum von nachhaltigen Produkten reduzieren.
Preis steht Nachhaltigkeit im Weg
Auch eine Analyse von Deloitte Schweiz zeigt, dass höhere Kosten für nachhaltige Produkte und somit nachhaltige Ernährung das grösste Hindernis sind.
Gleichzeitig messen viele Menschen dem Thema durchaus Bedeutung bei: 79 Prozent der Befragten gaben an, dass nachhaltige Konzepte ihre Ernährungsgewohnheiten teilweise beeinflussen. Laut einer Deloitte-Befragung von 2023 möchten sich 57 Prozent der Befragten künftig nachhaltiger ernähren, etwa durch weniger Fleischkonsum oder die Förderung von lokalen Produkten.
Detailhandel in der Pflicht
Das Thema ist brandaktuell: Der Bundesrat hat am 2. September 2026 die Vernehmlassung zur Agrarpolitik 2030+ eröffnet. Ein wichtiges Thema darin ist die Nachhaltigkeit der gesamten Wertschöpfungskette. Der Bundesrat empfiehlt dazu auch Zielvereinbarungen mit dem Detailhandel sowie Massnahmen zur Sensibilisierung der Konsumentinnen und Konsumenten für eine ausgewogene Ernährung.
Für Faire Märkte Schweiz zeigt der Preismonitor 2026 somit auch, dass die Produkte für breite Bevölkerungsschichten finanziell erschwinglich sein müssen.
(kek)
