Bilaterale III: 59 Prozent Ja könnten nötig sein – die Sonntagsnews
Bilaterale III: 59 Prozent Ja könnten nötig sein
Eine unveröffentlichte Analyse im Auftrag von Economiesuisse hat gemäss «SonntagsBlick» die Hürde für die Annahme der «Bilateralen III» bei einem obligatorischen Referendum beziffert. Demnach wären 59 Prozent Ja-Stimmen nötig, um neben dem Volksmehr auch das Ständemehr zu erreichen. Beim Wert handelt es sich um eine statistische Hochrechnung und nicht um eine Prognose, wie die Zeitung schrieb. Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse habe das Institut Sotomo mit der Untersuchung beauftragt, um die Ausgangslage zu kennen. Sotomo wertete laut «SonntagsBlick» dafür die wichtigsten Schweizer Europaabstimmungen seit dem EWR-Nein im Jahr 1992 aus.
Swiss Steel vor erneuter Sanierung und grossem Stellenabbau
Der grösste Schweizer Stahlkocher Swiss Steel muss laut der «SonntagsZeitung» erneut saniert werden. In Deutschland wird es zu einem grossen Stellenabbau kommen, wie Konzernchef Frank Koch der Zeitung sagte. Das Unternehmen weise für 2025 einen Verlust von 311 Millionen Franken aus, schrieb die Zeitung anhand des Geschäftsberichts. Das seien 115 Millionen mehr als noch ein Jahr zuvor. Auch der Umsatz sei gewaltig geschrumpft, «Es besteht eine wesentliche Unsicherheit, die erhebliche Zweifel an der Fortführungsfähigkeit des Konzerns aufwerfen kann», zitierte die Zeitung die Revisionsstelle. «Unser Plan sieht vor, dass wir ab 2028 wieder in die operative Gewinnzone kommen», sagte Koch der «SonntagsZeitung».
Geheimdienstchef warnt vor chinesischen Tech-Firmen
Der Direktor des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB), Serge Bavaud, hat nach Informationen der «NZZ am Sonntag» im vertraulichen Rahmen vor chinesischen Tech-Konzernen gewarnt. Diese Firmen sind laut dem NDB-Direktor rechtlich verpflichtet, mit dem chinesischen Nachrichtendienst zu kooperieren, wie die Zeitung schrieb. Er nannte demnach den Computerhersteller Lenovo explizit. Der Hersteller habe gute Chancen, den Zuschlag für einen Grossauftrag des Bundes zu erhalten, schrieb die Zeitung. «Als globales Unternehmen halten wir uns an die geltenden Gesetze und Vorschriften in jedem Markt, in dem wir tätig sind, einschliesslich der Schweiz», teilte Lenovo der «NZZ am Sonntag» mit. Der NDB habe auf Anfrage festgehalten, dass die Betreiber solcher Geräte die Risiken selbst abschätzen müssten.
Linke Kollektive scheitern an interner Aufarbeitung sexueller Gewalt
Teile der linksalternativen Szene arbeiten Vorwürfe sexueller Gewalt gemäss der «NZZ am Sonntag» selber auf. Eine solche interne Therapie auf einem Berner Wagenplatz lief komplett aus dem Ruder, wie die Zeitung nach Recherchen zum Modell der transformativen Gerechtigkeit schrieb. Parallel zum internen Prozess habe der beschuldigte Mann eine Vergewaltigung begangen. Eine Anzeige sei bisher nicht eingereicht worden. Die Mitglieder des Kollektivs hätten «Naivität und Selbstüberschätzung» eingestanden. Auch ein Kollektiv in der Innerschweiz habe einen transformativen Prozess wegen einer versuchten Vergewaltigung als für gescheitert erklärt. Die Gruppierungen kritisieren laut der Strafrechtlerin Nora Scheidegger nicht nur die Strafjustiz generell, sondern explizit auch den Umgang mit Opfern.
Zürcher Arzt soll trotz Berufsverbot weiter praktizieren
Ein vom Bundesgericht lebenslang gesperrter Zürcher Arzt soll nach Angaben von «SonntagsBlick» weiterhin tätig sein. Das Zürcher Amt für Gesundheit reichte Strafanzeige ein, wie es der Zeitung mitteilte. Der Arzt habe auf Fragen nicht reagiert. Das Bundesgericht hat im September ein Urteil des Zürcher Obergerichts bestätigt. Dieses hatte den Arzt wegen Schändung einer 19-Jährigen verurteilt und das Verbot ausgesprochen. Bereits 2022 habe ihn das Bezirksgericht Winterthur verurteilt und ein lebenslanges Tätigkeitsverbot verhängt, schrieb «SonntagsBlick». Auf einen vorsorglichen Entzug der Arbeitszulassung habe man verzichtet, um das rechtskräftige Urteil abzuwarten, teilte das Gesundheitsamt mit. Mit dem Bundesgerichtsurteil habe man ihm die Bewilligung «unmittelbar entzogen». Dieses Urteil erfolgte sechs Jahre nach der Tat, wie die Zeitung schrieb.
Fall Sanija Ameti ist nach zwei Jahren abgeschlossen
Nach zwei Jahren wird der Fall Sanija Ameti nach Angaben von «SonntagsBlick» ad acta gelegt. Ametis Gegner um Mass-Voll-Chef Nicolas Rimoldi zogen ihre Berufung überraschend zurück, wie die Zeitung schrieb. Zuvor hatten die Gegner demnach beanstandet, dass die vom Zürcher Bezirksgericht verhängte Busse gegen Ameti von 500 Franken nicht ausreiche. Mit dem Rückzug sei Ametis Strafe rechtskräftig, schrieb «SonntagsBlick». Die ehemalige Co-Präsidentin von Operation Libero hatte auf ein Bild von Jesus und Maria geschossen. Ameti zog ihre Berufung gegen das Urteil des Bezirksgerichts bereits vorher zurück. Zusätzlich zum Bussgeld habe sie aus freien Stücken 500 Euro an Papst Leo XIV. gespendet, sagte Ameti zu «SonntagsBlick».
10 Kontrollen und 6 Versäumnisse vor Tragödie in Crans-Montana
Die Zeitung «Le Matin Dimanche» hat seit 2015 zehn behördliche Inspektionen der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana VS gezählt. In diesem Jahr hatte das Ehepaar Moretti die Bar übernommen, wie die Zeitung schrieb. Auf den Grundlagen der neusten Erkenntnisse aus den Ermittlungsakten listete die Zeitung eine Reihe von Versäumnissen und Mängeln bei diesen Kontrollen auf. Die «SonntagsZeitung» publizierte eine Übersetzung des Artikels. Schliesslich hätten sechs Versäumnisse zur Tragödie in der Silvesternacht geführt, fasste die «SonntagsZeitung» die Erkenntnisse zusammen. Der Kanton Wallis teilte mit, dass inzwischen mehr Inspektoren tätig seien und der Inhalt der Brandschutz-Checkliste präzisiert worden sei.
Lehrerverband: Nein galt den Kosten, nicht den Lehrpersonen
Der Dachverband der Lehrerinnen und Lehrer interpretiert das jeweilige Nein der Berner und Zürcher Stimmbevölkerung zu Vorlagen zur Entlastung von Lehrpersonen nicht als Misstrauensvotum. «Sie sind vielmehr ein Nein gegen dauerhafte zusätzliche Kosten», sagte Verbandspräsidentin Dagmar Rösler der «SonntagsZeitung». Fast jeder Beruf habe das Problem, dass sich Aussenstehende den Stress und die Herausforderungen nur schwer vorstellen könnten. «Es ist extrem schwierig, nach aussen ein reales Bild des Lehrberufs zu zeichnen», sagte Rösler. Auch der zeitliche Aspekt habe die Ablehnungen der Vorlagen begünstigt. Gleichzeitig zu den Initiativen seien rückläufige Schülerzahlen sowie steigende Anmeldezahlen an den Pädagogischen Hochschulen kommuniziert worden. (hkl/sda)
