NDB warnt vor chinesischen Tech-Konzernen – Lenovo im Fokus
Die Verwaltung in Bern plant, Tausende neue Notebooks, PCs und Monitore zu kaufen. Gute Aussichten auf den Zuschlag hat das chinesische Unternehmen Lenovo – das sorgt für Unruhe, schreibt die NZZ. Grund dafür sind Sorgen wegen der möglichen Verbindungen chinesischer Firmen mit dem autoritären Regime in Peking.
So warnt etwa der Chef des Nachrichtendienstes (NDB), Serge Bavaud, vor chinesischen Tech-Unternehmen. Im Sommer habe er in diesem Kontext explizit Lenovo erwähnt, zeigen Recherchen der «NZZ am Sonntag». Firmen wie Lenovo seien rechtlich verpflichtet, mit dem chinesischen Nachrichtendienst zu kooperieren, soll Bavaud gesagt haben.
Auf Anfrage der NZZ schreibt der NDB, er gebe keine Empfehlung ab über die Verwendung von Technologien chinesischer oder anderer Herkunft. Doch bereits im Juni dieses Jahres warnte der NDB-Chef etwa vor Autos aus chinesischer Produktion. Gegenüber RTS sagte er:
In Bern rede man das Problem klein, sagt die Historikerin Ariane Knüsel der NZZ. Den Grossauftrag des Bundes an Lenovo zu vergeben, wäre aus ihrer Sicht «sicherheitspolitisch fahrlässig». Westliche Regierungen und Nachrichtendienste würden schon seit Jahren vor den Sicherheitsrisiken warnen. «Beamte oder Parlamentarier sollten keine chinesischen Computer oder Telefone verwenden, weder beruflich noch privat. Das ist für mich sonnenklar», so Knüsel gegenüber der Zeitung.
Politik ist gespalten
In der Politik scheiden sich die Geister. So fordert etwa SP-Vizepräsident Jon Pult, derartige Bundesaufträge vorsichtiger zu vergeben. Bei China wisse man um die Konsequenzen, weshalb der Bund das Risiko meiden solle. Gleichzeitig weist er laut der NZZ darauf hin, dass «spätestens seit Trump auch amerikanische Anbieter mit Sicherheitsrisiken behaftet sind».
SVP-Nationalrat Franz Grüter hingegen sei «eigentlich der Meinung, dass die Zeiten des pauschalen China-Bashings vorbei» seien. Er selbst sei zufriedener Lenovo-Kunde – die Warnungen scheinen ihm «reichlich übertrieben», schreibt die NZZ.
Der Vertrag des Bundes, der auch den Support der Geräte sowie die Software umfasst, läuft bis Mitte der 2030er Jahre. Lenovo hat den Zuschlag noch nicht sicher, da ein Konkurrent laut der Zeitung wohl gegen seinen Ausschluss aus dem Verfahren geklagt habe. Scheitert die Beschwerde, sind die Chancen für Lenovo hoch, den Zuschlag zu erhalten. (hkl)
