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Gesellschaft & Politik

Wolf im Jura: Grüne wollen Schutzhunde ausbilden

Grüne wollen Schutzhunde gegen den Wolf im Jurabogen trainieren

29.06.2026, 15:0129.06.2026, 15:01

Die Grünen des Jurabogens fordern angesichts der Rückkehr des Wolfs eine koordinierte Strategie zum Schutz der Herden. Die Kantone sollen sich zusammenschliessen, um ein Zucht- und Trainingsprogramm für Schutzhunde zu entwickeln, wie die Grünen am Montag bekanntgaben.

Andere Ausgangslage als in den Alpen

Das Programm soll an die regionalen Besonderheiten angepasst werden. Die für die Alpen konzipierte Herdenschutzpolitik des Bundes lasse sich nämlich nicht einfach auf den Jurabogen übertragen. «In dieser Region bestehen die Herden überwiegend aus Rindern, die Weiden sind offener und die Betriebe liegen näher an Wohngebieten, Strassen und Wanderwegen», erklärte Nationalrätin Clarence Chollet (Grüne/NE) in Neuenburg vor den Medien.

In den kommenden Monaten wollen die Grünen in den Kantonen Waadt, Neuenburg Genf, Jura, Bern, Basel-Landschaft und möglicherweise auch Solothurn Postulate einreichen. Die vom Bundesrat abgelehnte Motion von Clarence Chollet dürfte innerhalb der nächsten anderthalb Jahre vom Parlament behandelt werden.

Der Wolf kennt keine Kantonsgrenzen

Ihr Ziel ist, die Tierhaltung auf ein nachhaltiges Zusammenleben mit Grossraubtieren vorbereiten. «Es gibt noch Vorbehalte seitens der Tierhalter, und der Wandel vollzieht sich nur langsam, aber die Akzeptanz für das Zusammenleben nimmt zu», erklärte die Waadtländer Grossrätin Martine Gerber, die selbst Tierhalterin ist.

«Der Jurabogen ist fast so gross wie der Kanton Wallis und erstreckt sich über zahlreiche Kantone von Basel bis Genf. Der Wolf jedoch kennt keine Grenzen. Eine interkantonale Lösung würde es ermöglichen, die finanziellen Kosten und den Personalaufwand zu begrenzen», erklärte die jurassische Kantonsparlamentarierin Sonia Burri-Schmassmann.

Für die Grünen sind Schutzhunde ein anerkanntes Mittel, um Wolfsangriffe zu reduzieren, sofern sie richtig ausgewählt, ausgebildet und betreut werden. «Seit dem Rückzug des Bundes aus dem nationalen Zuchtprogramm stehen die Kantone jedoch an vorderster Front, um die Verfügbarkeit von Hunden zu gewährleisten, die den Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen entsprechen», sagte Chollet. (sda)

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