Schweiz
Gesellschaft & Politik

Pyroverbot: Zürcher Kantonsräte fordern strengere Durchsetzung

Zürcher Kantonsräte fordern strenger durchgesetztes Pyroverbot

26.02.2026, 17:0626.02.2026, 17:06

Für drei Zürcher Kantonsrätinnen und Kantonsräte wird das Pyroverbot in den Stadien nicht konsequent umgesetzt. Sie haben dem Regierungsrat Fragen gestellt, wie Sanktionen umgesetzt werden und mit welchen Massnahmen das Abbrennen ausgeschlossen werden kann.

Die FCZ Fans inder Suedkurve schwenken eine Fahne mit der Aufschrift "Zueri isch ois" bei dem Spiel der Fussball Super League zwischen dem Grasshopper Club Zuerich (GC) und dem FC Zuerich (F ...
FCZ Fans in der Südkurve.Bild: KEYSTONE

«Unglaubliche Choreo», verkündete der FC Zürich während des Derbys am Samstag jubelnd auf seinen Social Media Kanälen. Teil der grossflächigen Choreografie der Fans beim Einlauf der Spieler waren dutzende Handlichtfackeln, auch Pyros genannt. Für die Ultras, die sich als die eingefleischtesten Fans sehen, «gehören Pyros zur Kultur». Die Fackeln, die normalerweise als Notsignale auf hoher See dienen, anzuzünden, ist eigentlich eine Straftat.

Das macht nun die Kantonsratsmitglieder Christina Zurfluh (SVP, Wädenswil), Stephan Weber (FDP, Wetzikon) und Beat Hauser (GLP, Rafz) stutzig. In einer kürzlich eingereichten Anfrage an den Regierungsrat stellen sie fest, dass zwischen Gesetz und Umsetzung eine erhebliche Lücke zu bestehen scheine.

Vom Regierungsrat wollen sie etwa wissen, welche Konsequenzen der Einsatz von Pyrotechnik für die Vereine und Personen habe. Ebenso soll er beantworten, wie sichergestellt wird, dass das Verhalten trotz Verbot nicht als toleriert wahrgenommen wird.

Nicht zuletzt stellen die Kantonsratsmitglieder die Frage nach geeigneten Mitteln, um ein Abbrennen zu verhindern. Dabei bringen sie personalisierte Tickets elektronische Eingangskontrollen und bauliche Massnahmen ins Spiel.

Auch die Liga büsst

In der Öffentlichkeit bekannt werden jeweils die drastischsten Vorfälle. Vor allem dann, wenn Fans Fackeln auf andere werfen. Neben Strafverfahren gegen die einzelnen Personen durch die Justiz, verhängt dabei auch die Schweizer Fussballliga Strafen. Neben fünfstelligen Bussen drohen den Vereinen dann auch Sektorsperrungen.

In der Vergangenheit machten Fussballklubs auch schon selber öffentlich, was die Pyro-Aktionen sie pro Jahr kosten. Nach grossem Ärger mit den Fans wegen Fackeln, gezündeten Böllern und Knallpetarden schrieb der FC Zürich im Jahr 2013 von jährlich 250'000 Franken, die der Verein zu berappen habe. (sda)

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