Schweiz
Gesellschaft & Politik

Neue Initiative will Wölfe, Bären, Luchse und Greifvögel regulieren

Neue Initiative will Wölfe, Bären, Luchse und Greifvögel regulieren – mittels Jagd

30.01.2024, 12:3030.01.2024, 12:30

Wölfe, aber auch Bären, Luchse und Greifvögel sollen gejagt werden dürfen. Das soll die Bestände regulieren und eine unkontrollierte Vermehrung dieser Tierarten verhindern. Eine neu lancierte Volksinitiative fordert einen entsprechenden Verfassungsartikel.

A lynx walks in the snow at the zoo of Servion near Lausanne, Switzerland, Thursday, February 26, 2009. (KEYSTONE/Dominic Favre)
Ein Luchs im Zoo Servion in der Nähe von Lausanne.Bild: KEYSTONE

Die Initiative «für wirksame Regulierungsmassnahmen gegen eine unkontrollierte Ausbreitung von Wolf, Luchs, Bär und Raubvögeln aller Art» wurde am Dienstag im Bundesblatt veröffentlicht. Das Komitee hat bis zum 30. Juli 2025 Zeit, die für das Zustandekommen des Begehrens nötigen 100'000 gültigen Unterschriften zu sammeln.

Konkret verlangt die Initiative, dass Wölfe, Bären und Luchse sowie im Text nicht näher umschriebene «Raubvögel» bejagt werden dürfen mit dem Ziel, dass sie sich nicht «unkontrolliert» ausbreiten. Zu den Greifvögeln gehören nicht nur Arten wie Steinadler und Bartgeier, sondern auch Mäusebussarde und Rotmilane.

Wolf, Bär und Luchs sind in der Schweiz geschützt. Im November bewilligte der Bund den präventiven Abschuss von zwölf Wolfsrudeln. Die Tiere dürfen getötet werden, bevor sie Schaden anrichten. Gerichte stoppten jedoch die Abschüsse in den Kantonen Graubünden und Wallis vorläufig. Greifvögel sind gemäss Jagdgesetz nicht jagdbar und stehen ebenfalls unter Schutz.

Hinter der Initiative steht ein Komitee um die Berner Grossrätin Madeleine Amstutz. Die Sigriswiler Politikerin ist von der SVP Kanton Bern wegen Kandidaturen auf Listen, die nicht zur SVP gehören, Ende 2023 aus der Partei ausgeschlossen worden und wehrt sich mit einer Einsprache dagegen.

Nicht die erste Initiative zum Thema

Es ist nicht die erste Initiative zu Grossraubtieren. Zurzeit werden Unterschriften gesammelt für die Volksinitiative «zum Schutz von Mensch, Haus- und Nutztier vor dem Wolf». Sie will in der Verfassung verankern, dass Wölfe ganzjährig gejagt werden dürfen. Nur noch im Schweizerischen Nationalpark sollen sie geschützt sein.

Der Kanton Wallis nahm im November 2021 die Volksinitiative «Für einen Kanton Wallis ohne Grossraubtiere» deutlich an. Da die Regulierung von Grossraubtieren Sache des Bundes ist, wurde die Initiative als Signal nach Bern verstanden. (saw/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Coop machte es vor: Diesen Einfluss hatte die Grossfusion auf den Detailhändler
Was die Migros plant, hat Konkurrent Coop bereits vor 25 Jahren vorgemacht. Zwar gelang der grosse Wurf Coop nicht auf Anhieb. Letztlich brachte die Fusion der Regionalgenossenschaften zu einer einzigen Genossenschaft dem Detailhändler später aber tiefere Kosten und mehr Schlagkraft. Eine Übersicht.
Beim orangen Riesen war es eine längere Dauer, bis die Pläne umgesetzt wurden. Bereits 1997 hatte Coop mit einem Projekt namens «Regioforte» versucht, die Zahl der Genossenschaften auf sechs bis acht zu reduzieren. Doch einzelne Regionen bockten und blockierten die Reform. Erst der radikalere Plan «Coopforte», der die vollständige Zusammenlegung vorsah, fand 1999 breite Zustimmung.
Zur Story