Schweiz
Gesundheit

Masern: Anstieg in Zürich – BAG nennt Gründe und erklärt Gefährdungslage

FILE - Vials for the measles, mumps and rubella vaccine are displayed at a clinic in Lubbock, Texas, on Feb. 26, 2025. (AP Photo/Mary Conlon, File)
Measles-Vaccination Rates
Das BAG empfiehlt die Masernimpfung vor Abschluss des ersten Lebensjahr.Bild: keystone

Darum nehmen Masernfälle in Zürich zu und so sieht die aktuelle Gefährdungslage aus

06.06.2025, 19:55

In Zürich mehren sich derzeit die Masernfälle – laut offiziellen Angaben des Kantons Zürich wurden allein im Mai 2025 acht Fälle registriert, seit Jahresbeginn insgesamt 21. Das entspricht im Kanton Zürich mehr als einer Verdoppelung gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) erklärt auf Anfrage von watson, dass sich der Anstieg der Masernfälle auf den Raum Zürich beschränkt. Schweizweit sei kein ähnlicher Anstieg zu beobachten. Bis Ende Kalenderwoche 22 wurden in der Schweiz im laufenden Jahr 34 Masernfälle gemeldet – deutlich weniger als im Vorjahr, als zum selben Zeitpunkt bereits 84 Fälle registriert worden waren. 2023 waren zum selben Zeitpunkt hingegen nur 24 Fälle bekannt.

Weltweiter Anstieg an Masernfällen

Das BAG erklärt weiter, dass es sich bei den meisten Masernfällen in der Schweiz um importierte Fälle handelt. In der Regel sind davon ungeimpfte Personen betroffen, die sich im Ausland infizieren und dann in der Schweiz einige wenige Sekundärfälle auslösen – etwa im direkten familiären Umfeld.

Laut BAG würden solche Ausbrüche, dank der guten epidemiologischen Überwachung, jedoch rasch erkannt und eingedämmt. Allerdings weist das BAG auf den weltweiten Anstieg von Masernfällen hin. Aufgrund der hohen Mobilität der Schweizer Bevölkerung steige dementsprechend die Wahrscheinlichkeit, dass Masernfälle auch in die Schweiz eingeschleppt werden.

Impfung schützt nahezu komplett vor schwerem Verlauf

Masern gehören zu den ansteckendsten Infektionskrankheiten überhaupt. Gemäss BAG könne schon der Aufenthalt in einem Raum, in dem sich bis zu zwei Stunden zuvor eine infizierte Person aufgehalten hat, für eine Ansteckung reichen – sofern kein Impfschutz besteht.

Die Krankheit ist zudem alles andere als harmlos: Lungenentzündungen, Hirnhautentzündungen und bleibende Schäden sind bekannte Komplikationen. Vereinzelt verläuft die Krankheit auch tödlich. Eine spezifische Therapie existiert nicht.

Ein effektiver Schutz vor schweren Verläufen der Krankheit bietet die Masernimpfung. Gemäss BAG schützt die Impfung zu 95 bis 98 Prozent vor einer Erkrankung und zu praktisch 100 Prozent vor einem schweren oder gar tödlichen Verlauf der Masern.

Schweiz hat «Masern eliminiert»

Das BAG empfiehlt zwei Dosen für einen optimalen Impfschutz: im Alter von neun und zwölf Monaten. Eine Nachholimpfung ist jederzeit möglich und wird für alle nicht-immunen Personen empfohlen, die nach 1963 geboren wurden.

Die WHO bescheinigt der Schweiz seit 2018 den Status «Masern eliminiert». Grundlage für diesen Erfolg war die umfassende Impfstrategie 2011–2015, an der Bund, Kantone, Berufsverbände und medizinisches Fachpersonal beteiligt waren. Die Durchimpfungsrate in der Schweiz liegt laut BAG aktuell bei rund 94 Prozent. (ear)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Masern-Ausbruch in Amerika
1 / 5
Masern-Ausbruch in Amerika
Eine Dosis MMR-Impfstoff zur Immunisierung gegen Masern, Mumps und Röteln.
quelle: ap/ap / damian dovarganes
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Weltweiter Anstieg der Masernfälle
Video: srf
Das könnte dich auch noch interessieren:
Cassis führt «fruchtbare» Gespräche in Pjöngjang
Nordkorea hat laut Aussenminister Ignazio Cassis grosses Interesse an der Wiedereröffnung des Schweizer diplomatischen Büros in Pjöngjang gezeigt.
Das Gespräch mit seiner nordkoreanischen Amtskollegin Choe Son Hui war «fruchtbar», wie Cassis sagte. Nach Micheline Calmy-Rey im Jahr 2003 war er das erste Bundesratsmitglied, das nach Nordkorea reiste.
Zur Story