In der Schweiz ist die Kindererziehung die grösste psychische Belastung
Die sich verschlechternde psychische Gesundheit ist weltweit ein Problem – gerade bei jungen Menschen, wie der neueste Mental Health Report der Axa zeigt. 44 Prozent der jungen Erwachsenen geben an, psychisch stark belastet zu sein. Die Studie befragte 19'000 Menschen in 18 Ländern, vor allem in Zentraleuropa, Asien und den Amerikas. Es wurden keine Erhebungen auf dem afrikanischen Kontinent durchgeführt.
Die Schweiz im internationalen Vergleich
Für die Studie wurden auch 1000 Menschen in der Schweiz zu ihrer psychischen und mentalen Gesundheit befragt. Rund ein Viertel der Befragten gab an, an einer psychischen Erkrankung zu leiden. Dies ist ein leichter Rückgang zum Vorjahr und auch im internationalen Vergleich mit Deutschland (30 Prozent) oder der gesamten EU (31 Prozent) liegt die Schweiz etwas unter dem Schnitt. Verglichen mit den USA (43 Prozent) und Asien (48 Prozent) sogar weit unter dem Schnitt.
Was jedoch die Schweiz zu einem Sonderfall macht, sind die Gründe für die psychische Belastung. Während in den allermeisten befragten Nationen der arbeitsbedingte Stress, die finanzielle Instabilität und Unsicherheiten über die Zukunft die Hauptgründe für die grosse psychische Belastung sind, sind die grösste Belastung der Schweizer Bevölkerung Herausforderungen bei der Kindererziehung.
Zwar ist in Asien und den USA das Elternsein auch eine signifikante Belastung, doch sind Faktoren rund um den arbeitsbedingten Stress wie auch die finanzielle Unsicherheit in Asien noch wichtigere Faktoren. Währenddessen liegt die Unsicherheit über die Zukunft in den USA auf dem ersten Platz.
Junge Erwachsene am stärksten betroffen
59 Prozent der jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 24 Jahren geben an, psychisch belastet zu sein. Ein signifikanter Unterschied zum Durchschnitt von 46 Prozent und ein noch grösserer zu den 31 Prozent bei älteren Menschen über 54 Jahren.
Junge Erwachsene haben eine 2,3-mal höhere Chance, mit einer schweren psychischen Erkrankung diagnostiziert zu werden. 39 Prozent geben an, an einer psychischen Erkrankung zu leiden.
Seit dem Jahr 2022 ist der Anteil der Befragten mit einer schweren psychischen Erkrankung über alle Altersgruppen von 23 auf 26 Prozent angestiegen. Ein Negativtrend, der durch die schlechte psychische Gesundheit der Jugend voraussichtlich noch weiter gehen könnte. (can)
