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Aargauer Dorf legt sich mit Google Street View an

Auf Google Street View kann man sich ein detailliertes Bild von Veltheim machen.
Auf Google Street View kann man sich ein detailliertes Bild von Veltheim machen.
screenshot: google street view

Aargauer Dorf legt sich mit Google Street View an – aus Angst vor Einbrechern

Einige Bewohner beschwerten sich beim Gemeinderat über den Internet-Riesen Google. Denn dessen «Street View»-Aufnahmen hätten negative Auswirkungen.
26.01.2016, 11:4526.01.2016, 13:15
janine müller / Aargauer Zeitung

Privatsphäre ade! Aufnahmen von Google Street View – dem Online-Dienst von Google, der 360-Grad-Ansichten aus der Strassenperspektive darstellt –, zeigen Haustüren, Garagenplätze, Gärten und Zufahrten. Während sich Gwundrige früher nur durch die Strassen der Grossstädte dieser Welt klicken konnten, sind heute auch die Nebenstrassen von Veltheim einsehbar. Das passt offenbar vielen Bewohnern nicht.

Gemäss dem aktuellen Mitteilungsblatt der Gemeinde Veltheim beschwerten sich die Anwohner über den Internet-Dienst. Ganze Nebenstrassenzüge beziehungsweise Wohnhäuser von Privatpersonen seien im Internet veröffentlicht worden, heisst es im Mitteilungsblatt. Sie seien der Meinung, dass die negativen Auswirkungen überwiegen, werden die Bewohner zitiert.

Privatsphäre missachtet

Sie beschweren sich, dass einerseits die Privatsphäre missachtet wird, indem die Hauseigentümer sich nicht zur Freischaltung äussern können. Und andererseits würden mit dieser Freischaltung Abklärungen über einzelne Liegenschaftseigentümer auch für nicht seriöse Personengruppen sehr einfach gemacht. Heisst konkret: Die Hauseigentümer befürchten, dass sich auch Einbrecher via Google Street View schlau machen können.

Einbrecher könnten sich ein genaues Bild von Einfahrten machen. 
Einbrecher könnten sich ein genaues Bild von Einfahrten machen.
screenshot: google street view

Die Bewohner haben nun den Gemeinderat dazu aufgefordert, sich mit Google in Verbindung zu setzen und die Löschung der entsprechenden Nebenstrassenbereiche zu verlangen. «Der Gemeinderat kann die Befürchtungen aus der Bevölkerung nachvollziehen», heisst es im Mitteilungsblatt. «Aus Sicht des Rates ist es nicht notwendig, dass Nebenstrassenzüge bzw. die Gemeindestrassen in Google Street View aufgenommen werden.» Die Aufnahmen von beziehungsweise entlang von Kantonsstrassen hingegen müsse wohl im Sinne des Zeitgeists toleriert werden.

Jetzt auf

Betroffene können sich melden

Ein ähnlicher Fall, dass sich gleich mehrere Bewohner eines Dorfs gegen Google Street View wehren, ist Francis Meier, dem Informationsbeauftragten des Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten, nicht bekannt. «Aber natürlich haben wir Kenntnis von Einzelpersonen, welche die Fassade ihres Hauses oder den Garten aus Street View löschen lassen wollten.» Für die Vältner hat Meier denn auch positive Nachrichten: Die Chancen, dass die Häuser gelöscht werden, scheinen nicht schlecht.

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Ein ähnlicher Fall, dass sich gleich mehrere Bewohner eines Dorfs gegen Google Street View wehren, ist Francis Meier, dem Informationsbeauftragten des Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten, nicht bekannt. «Aber natürlich haben wir Kenntnis von Einzelpersonen, welche die Fassade ihres Hauses oder den Garten aus Street View löschen lassen wollten.» Für die Vältner hat Meier denn auch positive Nachrichten: Die Chancen, dass die Häuser gelöscht werden, scheinen nicht schlecht.

Der Gemeinderat Veltheim kann sich gemäss Mitteilungsblatt eine Kontaktaufnahme mit Google vorstellen. Doch zuerst will er die Haltung der Dorfbevölkerung kennen. Noch bis Ende Januar können sich die Bürgerinnen und Bürger bei der Gemeindekanzlei Veltheim melden und dort ihre zustimmenden oder ablehnenden Aussagen deponieren. Diese werden dann ausgewertet. Anschliessend wird sich der Gemeinderat über das weitere Vorgehen beraten.

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