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Graubünden

Nach Vergewaltigungsvorwurf: Bündner Verwaltungsrichter tritt zurück

Nach Vergewaltigungsvorwurf: Bündner Verwaltungsrichter tritt zurück

15.12.2022, 11:1115.12.2022, 11:11

Der Bündner Verwaltungsrichter, dem strafbare sexuelle Handlungen gegenüber einer Praktikantin vorgeworfen werden, ist am Mittwochabend zurückgetreten. Der Schritt sei nach intensiven Überlegungen erfolgt, hiess es in seiner Erklärung.

«Ich erachte diesen Schritt als notwendig, um meine Familie, die Institution aber auch meine Person selbst und Dritte vor weiterem Schaden und Reputationsverlust zu schützen», liess sich der Richter über seine Anwältin Tanja Knodel am Mittwoch zitieren.

Der Mann sei bereits befragt worden, erklärte Knodel auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Donnerstag. Derzeit sei die Staatsanwaltschaft an der Beweiserhebung. Wann es zu einem Verfahren kommt, ist unklar.

Rücktritt sei kein Schuldeingeständnis

Dem Verwaltungsrichter wird vorgeworfen, Ende letzten Jahres sexuelle Handlungen an der Praktikantin gegen ihren Willen vorgenommen zu haben. Sein Rücktritt sei aber nicht als Schuldeingeständnis zu werten. «Ich bin der Überzeugung, dass die laufenden Untersuchungen die wahren Hergänge aufzeigen und mich entlasten werden», teilte er mit. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Am Dienstag schrieb der Kanton Graubünden, die Kommission für Justiz und Sicherheit (KJS) des Grossen Rats habe ein Amtsenthebungsverfahren gegen den beschuldigten Richter eröffnet. Publik wurde der mutmassliche Belästigungsfall am Wochenende.

Amtsenthebungsverfahren möglicherweise hinfällig

Ob das Verfahren der KJS mit dem Rücktritt des Richters hinfällig wurde, müsse die Kommission noch besprechen, schrieb die Präsidentin Julia Müller auf Anfrage von Keystone-SDA am Donnerstag.

Die KJS behandelt den Fall schon seit August 2022. Auch das Verfahren läuft seither. Es war ursprünglich geplant gewesen, dem Grossen Rat in der Februarsession einen Antrag zu unterbreiten. Man habe mit grösster Sorgfalt gehandelt und den Fall «so beförderlich wie möglich» bearbeitet, so Müller weiter. (sda)

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