Wohnungen an der Goldküste sind plötzlich günstig – das steckt dahinter
Sie ist sonnig, begehrt und teuer: die Goldküste. Nun ist es aber für kurze Zeit möglich, günstig an der elitären Zürichseeseite zu wohnen. Grund sind Leerkündigungen.
Vor etwa einem Jahr mussten 50 Mietparteien von zwei Wohnblöcken an der Oberen Bühlstrasse in Küsnacht ZH ausziehen. Grund war der Rauswurf der Eigentümerin Turintra AG, die zur UBS gehört, und deren Pläne für eine Totalsanierung der 70er-Bauten. Den Mieterinnen und Mietern wurde auf Ende August 2026 gekündigt. Nun gibt's eine Wendung und 26 Wohnungen sind wieder zur Miete ausgeschrieben. Die günstigste Wohnung, ein Studio, kostet gerade mal 655 Franken pro Monat, 3,5 Zimmer kosten 1058 Franken und die 6-Zimmer-Wohnung gibt es für 1613 Franken pro Monat. Die Wohnungen liegen sogar unter dem bisherigen Mietzinsniveau, schreibt der Blick.
Das sagt die Besitzerin
Doch wieso gibt es jetzt wieder freie Wohnungen und wurde der Baustart verschoben? «An den Sanierungsplänen hat sich nichts geändert, aktuell rechnet die Eigentümerin mit einem Baustart im Frühling 2027. Freistehende Wohnungen werden bis dahin befristet zwischenvermietet», erklärt die UBS auf Anfrage des «Blick».
Dass die Wohnungen nun bis Ende März 2027 anstelle bis Ende August 2026 genutzt werden können, hat mit einem Deal vor der Schlichtungsbehörde zu tun: Mietparteien konnten eine Erstreckung des Mietverhältnisses durchsetzen. Deswegen sind nun 26 neu ausgeschriebene Wohnungen auf der Immo-Plattform Project Interim bis Ende März 2027 befristet inseriert.
Bezahlbare Wohnungen sind rar
Leerkündigungen haben es so an sich, dass dabei meistens bezahlbarer Wohnraum verloren geht, denn die günstigen Wohnungen werden häufig durch teurere Wohnungen ersetzt. Vor allem in Gemeinden wie Küsnacht, wo die Steuern tief und dafür die Mieten hoch sind, wird es so noch schwieriger sein, etwas Bezahlbares zu finden. Ein Teil der Mieterinnen und Mieter musste sogar bis zu 40 Kilometer weit wegziehen. Und wie ein ehemaliger Bewohner der Zeitung erzählt, sollen noch mehr Wohnhäuser leergekündigt werden.
Die UBS meint gegenüber der Zeitung, die Liegenschaftsverwaltung Livit habe alle Mietparteien kontaktiert, um zusätzlich zum Kündigungsschreiben ein persönliches Gespräch anzubieten. Die meisten Betroffenen gingen darauf ein. «Livit unterstützt Mietende individuell bei der Suche nach Anschlusslösungen.» Dazu gehöre die Aufnahme von Suchkriterien, Zustellung aktueller Wohnungsangebote und eine Priorisierung bei Neuvermietungen innerhalb des Portfolios der Liegenschaftsverwaltung. Bei einer Neuvermietung würden die Betroffenen priorisiert.
Wie viel sie dann an Miete zahlen müssten, ist aber zurzeit unklar. «Die Mietpreise sind heute noch nicht bekannt, werden aber dem markt- und ortsüblichen Angebot entsprechen», so die UBS. Demnach könnte eine eine 4,5-Zimmer-Wohnung in Küsnacht mindestens 4500 Franken pro Monat kosten.
(kek)
