Schweiz
International

Bundesrat unterzeichnet in Widnau SG Staatsvertrag mit Österreich

Norbert Totschnig, Bundesminister (Oesterreich), links, und Bundesrat Albert Roesti bei der Unterzeichnung des vierten Staatsvertrags zwischen der Schweizerischen.Eidgenossenschaft und der Republik Oe ...
Norbert Totschnig, Bundesminister Österreich und Bundesrat Albert Rösti bei der Unterzeichnung des vierten Staatsvertrags über die Verbesserung des Hochwasserschutzes am Rhein.Bild: keystone

Bundesrat unterzeichnet in Widnau SG Staatsvertrag mit Österreich

17.05.2024, 15:07
Mehr «Schweiz»

Umweltminister Albert Rösti (SVP) und sein österreichischer Amtskollege Norbert Totschnig (ÖVP) haben am Freitag in Widnau SG einen Staatsvertrag für ein Hochwasserschutzprojekt am Alpenrhein (Rhesi) unterzeichnet. Beide Länder sicherten je eine Milliarde Franken zu.

Die Schweiz und Österreich verstärken damit den Hochwasserschutz entlang des 26 Kilometer langen Rheinabschnitts zwischen der Illmündung bei Rüthi SG und dem Bodensee.

Mit dem Staatsvertrag gehen beide Länder mehrjährige finanzielle Verpflichtungen ein. Die Kosten von rund zwei Milliarden Franken werden je zur Hälfte von beiden Staaten getragen. Auf Schweizer Seite übernimmt der Bund 80 Prozent, 20 Prozent trägt der Kanton St. Gallen.

Schutz vor Jahrhunderthochwasser

In den kommenden 27 Jahren werden Schutzbauten erstellt beziehungsweise saniert, und so wird die Abflusskapazität des Rheins von heute 3100 auf künftig 4300 Kubikmeter pro Sekunde erhöht.

Damit wird die Sicherheit auf ein statistisch alle 300 Jahre auftretendes Hochwasser erhöht. Ein solches Hochwasser habe ein Schadenspotenzial von mehr als 13 Milliarden Franken, erklärte Rösti. Rund 300'000 Einwohnerinnen und Einwohnern des Rheintals wären betroffen.

Grösstes Renaturierungsprojekt im EU-Raum

Gleichzeitig soll der heute kanalisierte Fluss natürlicher gestaltet und die Trinkwasserversorgung verbessert werden. Das Projekt Rhesi bringe Hochwasserschutz und eine verbesserte Ökologie in Einklang, erklärte die St. Galler Regierungsrätin Susanne Hartmann (Mitte).

«Es bringt die Natur zurück ans Alpenrheinufer und verändert das Gesicht des Rheintals.» Das Projekt soll 2052 abgeschlossen sein. Österreichs Bundesminister Totschnig sprach vom grössten Renaturierungsprojekt im EU-Raum.

Blasmusik auf der Brücke

Den Staatsvertrag unterzeichneten Rösti und Totschnig an einem feierlichen Akt auf der Wiesenrainbrücke, welche die beiden Gemeinden Widnau (CH) und Lustenau (A) über den Rhein verbindet. Blasmusik aus beiden Ländern umrahmten den Anlass.

Der Staatsvertrag ist der vierte seiner Art. Bereits 1892, 1924 und 1954 bekräftigten die Schweiz und Österreich ihr gemeinsames Engagement für den Schutz und die Nutzung des Alpenrheins.

Botschaft ans Bundesparlament

Seit 2011 wurde auf dem Grenzabschnitt des Rheins zwischen der Schweiz und Österreich die nun beschlossenen Verbesserungen des Hochwasserschutzes geplant. Dadurch soll auch die wirtschaftliche Entwicklung des Rheintals für die Zukunft gesichert werden.

Auf der Grundlage des neuen Staatsvertrags legte der Bundesrat nun dem eidgenössischen Parlament eine Botschaft vor. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
1 Kommentar
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1
Hochwasserlage hat sich vorerst beruhigt – doch es drohen bereits die nächsten Gewitter
Am Montagmorgen zeigt sich das Wetter von seiner freundlicheren Seite. Doch bereits ab Montagabend werden für mehrere Regionen weitere Gewitter erwartet.

Die Unwetter des Wochenendes haben ihre Spuren in der Schweiz hinterlassen. Besonders im Bündner Misox-Tal und im Wallis sind die Schäden gewaltig. In Graubünden wurde ein Mann tot geborgen, eine weitere Person bleibt vermisst. Zudem trat der Fluss Moesa über die Ufer und riss Teile der A13 mit sich. Nun hat sich die Hochwasserlage in verschiedenen Regionen der Schweiz wieder beruhigt.

Zur Story