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USA verhängen hohe Pharma-Zölle – Ausnahme für die Schweiz

USA verhängen Pharma-Zölle von bis zu 100 Prozent – Ausnahme für die Schweiz

02.04.2026, 22:1802.04.2026, 22:57

US-Präsident Donald Trump hat für die Einfuhr patentgeschützter Medikamente in die USA Zölle von bis zu 100 Prozent angekündigt. Für Schweizer Pharmaexporte soll ein reduzierter Zollsatz von 15 Prozent gelten laut einem am Donnerstag vom Weissen Haus veröffentlichten Dekret.

Ziel der Massnahmen sei es, die inländische Produktion zu stärken, Lieferketten abzusichern und die Abhängigkeit von Importen zu reduzieren, teilte die US-Regierung mit.

President Donald Trump pauses as he finishes speaking about the Iran war from the Cross Hall of the White House on Wednesday, April 1, 2026, in Washington. (AP Photo/Alex Brandon, Pool)
Trump Iran US
US-Präsident Donald Trump macht für die Schweiz eine Ausnahme.Bild: keystone

Für Länder mit Handelsvereinbarungen - dazu zählen die Schweiz, die EU, Japan und Südkorea - gilt der deutlich tiefere Satz von 15 Prozent. Generika und Biosimilars sind vorerst von den Zöllen ausgenommen, könnten aber zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls einbezogen werden.

Zölle sollen in vier Monaten in Kraft treten

Die nun angekündigten Zoll-Massnahmen sollen in 120 Tagen für grosse Unternehmen und in 180 Tagen für kleinere Firmen in Kraft treten, wie es weiter hiess.

Die genauen Auswirkungen für die Schweizer Pharmabranche waren zunächst unklar. Die USA sind der wichtigste Absatzmarkt für Schweizer Pharmafirmen.

Unternehmen können die Zölle den Angaben zufolge reduzieren oder ganz vermeiden, wenn sie - wie bereits früher durch Trump angekündigt - Produktionskapazitäten in den USA aufbauen und Preisvereinbarungen mit den Behörden abschliessen. In solchen Fällen können die Abgaben vorübergehend entfallen oder deutlich gesenkt werden - teils bis Anfang 2029.

Die US-Regierung hat bereits mit mehr als einem Dutzend grosser Pharmafirmen entsprechende Vereinbarungen getroffen. Diese verpflichteten sich, Medikamentenpreise in den USA stärker an internationale Vergleichsniveaus anzupassen und im Gegenzug Investitionen in Milliardenhöhe in den USA zu tätigen. Insgesamt summieren sich die zugesagten Investitionen laut US-Regierung auf mehrere hundert Milliarden Dollar.

Roche und Novartis mit Deal

Bereits im Dezember 2025 hatten die Schweizer Pharmariesen Roche und Novartis eine entsprechende Einigung mit der US-Regierung erzielt. Dabei verpflichtete sich etwa die Roche-Tochter Genentech, den Preis für ihr Grippemedikament Xofluza für Direktkäufer über die staatliche Plattform von 168 auf 50 US-Dollar zu senken. Novartis wiederum reduzierte den Preis für sein Multiple-Sklerose-Medikament Mayzent für entsprechende Patienten von 9987 auf 1137 Dollar.

Im Gegenzug wurde beiden Konzernen eine Befreiung von Zöllen auf Pharmaprodukte in den USA für drei Jahre in Aussicht gestellt. Gleichzeitig kündigte Roche Investitionen von rund 50 Milliarden Dollar an, während Novartis in den kommenden fünf Jahren etwa 23 Milliarden Dollar in den Ausbau von Forschung und Produktion in den USA investieren will.

Die neuen Pharmazölle sind Teil einer breiter angelegten, zunehmend sektorspezifischen Handelspolitik der USA. Ein Jahr nach der grossen Zoll-Offensive verschärft die Regierung damit den Druck auf internationale Unternehmen, ihre Produktion in die Vereinigten Staaten zu verlagern. Beobachter erwarten, dass dies mittelfristig zu Anpassungen globaler Lieferketten und Investitionsströme führt. (hkl/sda/awp)

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