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Analyse

Was hat Trump im Iran-Krieg bisher erreicht? Seine Ziele im Check

epa12865443 US President Donald J. Trump speaks about about the Iran war from the Cross Hall of the White House in Washington, DC, USA, 01 April 2026. EPA/ALEX BRANDON / POOL
US-Präsident Donald Trump während seiner «Durchhalte-Rede» am 1. April im Weissen Haus.Bild: keystone
Analyse

Was hat Trump im Iran-Krieg bisher erreicht? Seine Ziele im Check

Die Reaktionen im In- und Ausland auf die TV-Ansprache des US-Präsidenten sind überwiegend negativ. Zurecht?
02.04.2026, 20:5202.04.2026, 20:58
Bojan Stula
Bojan Stula

Seine Ansprache an die Nation dauerte nur 19 Minuten. Die Erwartungen auf die Ankündigung einer sofortigen Kampfpause wurden nicht erfüllt. Auch zum brisanten Thema des Nato-Austritts kam kein Wort. Stattdessen versuchte Donald Trump, gut einen Monat nach Kriegsbeginn, Zuversicht zu verbreiten.

Der Konflikt mit Iran stehe «kurz vor dem Abschluss», sagte der US-Präsident in seiner Fernsehansprache in der Nacht auf Gründonnerstag. In zwei bis drei Wochen werde alles vorbei sein. Im gleichen Atemzug kündigte Trump eine neue Phase massiver Angriffe an. Man werde Iran «extrem hart» treffen und «in die Steinzeit zurückbomben».

Diese Gleichzeitigkeit von Eskalation und Abschlussrhetorik zog sich durch seine gesamte Argumentation – ein klarer Plan für ein Kriegsende bleibt somit weiterhin aus. Irritierend für viele war der zeitliche Vergleich mit den früheren Kriegen der USA im Ersten und Zweiten Weltkrieg, in Korea, Vietnam und Irak.

Was Trump damit ausdrücken wollte, war wohl Folgendes: Selbst wenn der Iran-Krieg noch länger als die ursprünglich angekündigten «paar Wochen» gehen sollte, bleibt «Friedenspräsident» Trump immer noch weit hinter seinen kriegslüsternen Vorgängern zurück – was wiederum seine isolationistische Maga-Basis kaum beschwichtigen wird.

Trumps Kriegsziele im Check
1. Zerstörung des iranischen Raketenprogramms
- Viele Anlagen und Raketen zerstört, konsequente Luftangriffe auf erkannte Abschussrampen.
- Aber: Iran feuert weiterhin Raketen ab und setzt Drohnen ein, was empfindliche US-Verluste (z. B. Zerstörung eines kostbaren Awacs-Frühwarnflugzeugs) zur Folge hat.
Fazit: Dieses Ziel ist bisher nicht erreicht worden. Wie viel noch zur völligen Ausschaltung des iranischen Angriffspotenzials fehlt, bleibt unklar.

2. Vernichtung der iranischen Marine
- Grosse Teile der Marine zerstört.
- Einzelne spektakuläre Angriffe wie die Versenkung eines Zerstörers.
- Aber: Viele Kleinboote, welche die Strasse von Hormus bedrohen, bleiben vor Angriffen geschützt.
Fazit: Trotzdem das einzige US-Ziel, das im Wesentlichen erreicht worden ist.

3. Verhinderung eines iranischen Atomwaffenprogramms
- Irans Nuklearanlagen wurden durch Bombardierungen schwer beschädigt.
- Aber: Das hoch angereicherte, waffenfähige Uran bleibt unauffindbar. Trump deutet an, auf die geplante Kommandoaktion zur Sicherung des Materials zu verzichten.
Fazit: Das Kernproblem bleibt ungelöst, das Szenario einer iranischen Atombewaffnung kann nicht vollends ausgeschlossen werden.

4. Ausschaltung iranischer Proxy-Milizen
- Mit dem Iran verbündete Milizen bleiben weiterhin aktiv, die Hisbollah im Libanon und die Huthi im Jemen sind zu eigenen Angriffsaktionen übergegangen.
- Huthi drohen mit der Schliessung der Meerenge am Bab al-Mandab.
Fazit: Bombardierungen und die Tötung von Anführern haben die iranischen Proxys geschwächt und teils zurückgedrängt, aber strategisch ist kaum ein Fortschritt erkennbar.

5. Regimewechsel im Iran
- Die iranische Führung inklusive Oberhaupt Khamenei wurden ausgeschaltet.
- Aber: Neues, eher radikaleres Regime an der Macht, das eine neue Volksrevolte im Keim erstickt. Trumps Botschaft an das iranische Volk, dass «Hilfe unterwegs» sei, entpuppt sich als leere Versprechung.
Fazit: Das politische Hauptziel ist klar verfehlt worden, die eigene Glaubwürdigkeit schwer angeschlagen.

Ebenso blieb der erneute Versuch, Klarheit bezüglich der amerikanischen Kriegsziele zu schaffen – wohlwollend ausgedrückt –, bestenfalls zwiespältig und verwirrend. Von Trumps 15-Punkte-Forderungen an den Iran war keine Rede mehr.

Der Regimewechsel sei zwar kein Kriegsziel, aber wegen der Dezimierung der iranischen Führung halt doch eines, wobei Aussenminister Marco Rubio diesen in seiner «Auflistung zum Mitschreiben» weiterhin explizit weglässt. Der Faktencheck entlarvt Trumps bisher reklamierte Kriegserfolge zumindest als krass beschönigend.

Innenpolitischer Druck wächst

So bleibt von Trumps Auftritt, der dem eigenen Volk mehr Klarheit hätte verschaffen soll, bloss ein gesichertes Fazit: Trumps Rede war eine Reaktion auf zunehmenden Widerstand im eigenen Land. Steigende Benzinpreise, fallende Börsen und eine Mehrheit der Bevölkerung gegen den Krieg setzen den Präsidenten immer stärker unter Druck. Seine Kommunikation dazu bleibt aber erratisch und von Tageslaunen abhängig.

Seine Rede an die Nation war alles andere als der erhoffte Befreiungsschlag. Den mutwillig losgebrochenen Konflikt bezeichnete Trump als Investition in die Sicherheit künftiger Generationen. Konkrete Antworten auf wirtschaftliche Sorgen lieferte er nicht. Das Problem mit den Öltransporten durch die Strassen von Hormus werde sich schon irgendwie lösen und sei jetzt ohnehin nicht mehr Sache der USA.

Zumindest die Wirtschaftswelt lässt sich mit solchen Beschwichtigungen nicht abspeisen. Nach Trumps Rede schoss der Ölpreis wieder um 8 Prozent hoch. Diametral entgegengesetzt befinden sich seine Umfragewerte im freien Fall. (aargauerzeitung.ch)

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Conny 56
02.04.2026 21:55registriert April 2024
Die Frage ist schnell beantwortet. Ausser Chaos, hat er nichts, aber gar nichts erreicht.
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Haarspalter
02.04.2026 21:20registriert Oktober 2020
Heute im Echo der Zeit SRF1 schön dargelegt von einer Politologin:

Das aktuell brennendste strategische Ziel Trumps im Irankrieg ist eines, welches er vor diesem Krieg gar nicht kannte - weil es erst durch den Krieg entstand:

Die Befreiung der Strasse von Hormuz.

Am zweiten Tag der US-Schläge sagte Trump in einem Interview:
„We will see what happens!“.

Was soll man dazu sagen?

Trump agiert nicht, er reagiert und improvisiert.
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Sisyphus
02.04.2026 21:33registriert Dezember 2021
Mit diesem Krieg hat Trump einiges erreicht.
Er hat nicht nur die Region destabilisiert, sondern auch eine weltweite Krise ausgelöst.
Er hat den Ländern im arabischen Raum ihre Einnahmequelle genommen und unzähligen Gastarbeitern ihren Lebensunterhalt.
Er hat im gesamten arabischen Raum den Hass auf die westliche Welt neu entfacht. Er hat viele Freunde verloren und zahlreiche neue Feinde geschaffen.
Und nicht zuletzt hat er erreicht, dass das Mullah-Regime jetzt wieder ungehindert herrschen kann, denn in dieser Situation wird niemand wagen auf die Strasse zu gehen um zu protestieren.
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