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Donald Trump lässt die Schweiz (vorerst) in Ruhe – was das bedeutet

Donald Trump lässt die Schweiz (vorerst) in Ruhe – was das bedeutet

Der amerikanische Präsident verschickt Zoll-Briefe an Staaten wie Japan und Bosnien. Die Schweiz aber hat am Montag keine Post aus Washington bekommen. Was sollen wir davon halten?
08.07.2025, 06:2108.07.2025, 06:37
Renzo Ruf / ch media

Der amerikanische Präsident hat am Montag den Zollstreit mit Handelspartnern der grössten Volkswirtschaft wieder entfacht und damit weltweit an den Finanzmärkten für Turbulenzen gesorgt. Die Schweiz allerdings scheint, zumindest in dieser Runde, nicht im Visier von Donald Trump zu stehen.

White House press secretary Karoline Leavitt speaks as she holds up a letter from President Donald Trump to Japan's Prime Minister Shigeru Ishiba during a press briefing at the White House, Monda ...
Karoline Leavitt, die Sprecherin des Weissen Hauses, zeigt Medienschaffenden am Montag den Brief, den Präsident Donald Trump an den japanischen Ministerpräsidenten Ishiba Shigeru verschickt hat.Bild: keystone

Trump veröffentlichte im Laufe des Tages Briefe an insgesamt 14 Länder wie Japan, Südkorea, Bosnien-Herzegowina und Laos – eine recht wilde Mischung aus wichtigen Handelspartnern der USA und wirtschaftspolitisch absolut vernachlässigbaren Kleinstaaten. In diesen Briefen, in der Trump auf die gleichen unorthodoxe Formulierungen zurückgriff, verkündete der amerikanische Präsident den jeweiligen Adressaten die Höhe der neuen Strafzölle auf Güterimporten. Die Spannbreite bewegt sich dabei von 25 Prozent (Japan) bis 40 Prozent (Burma).

Diese Zölle sollen aber nicht bereits diese Woche in Kraft treten, nach Ablauf der von Trump im April verkündeten Schonfrist. Sondern erst am 1. August. Theoretisch haben die 14 betroffenen Staaten damit noch einmal dreieinhalb Wochen Zeit bekommen, um ein Handelsabkommen mit den USA abzuschliessen – was auch als Warnschuss verstanden werden kann.

Ob es sich dabei um das letzte Wort im Zollstreit handle, wollte Trump am Montagabend so nicht sagen. Er meine es ernst mit der neuen Frist, sagte der Präsident, um dann gleich nachzuschieben, «aber nicht hundertprozentig». Weitere Verhandlungen seien immer möglich.

Schweiz kann weiterverhandeln

Der von Trump verkündete Aufschub gilt auch für die Länder, die am Montag keine Post aus Washington bekamen. Dazu gehört auch die Schweiz. Der Präsident unterzeichnete nämlich ein separates Dekret. Mit diesem verschob er die am 2. April angekündigte Einführung für die Vergeltungszölle auf den 1. August verschob. Im Klartext: Auf Schweizer Güter-Exporten in die USA erhebt die amerikanische Bundesregierung mindestens bis Ende Monat weiterhin 10 Prozent Strafzoll.

Die Aufregung um die Ankündigung des amerikanischen Präsidenten, die Trump in den vergangenen Tagen gezielt geschürt hatte, war also vielleicht ein bisschen übertrieben. Während in Bern der Bundesrat bereits eine Medienkonferenz für den Dienstag plante, an der angeblich der Inhalt des Trump-Briefes hätte kommentiert werden sollen, hatte der Bewohner des Weissen Hauses wohl gar nie die Absicht, einen solchen zu schreiben.

Aus Schweizer Sicht ist das aber wohl ein gutes Zeichen: Washington scheint der Meinung zu sein, dass die Verhandlungen zwischen Washington und Bern bereits derart fortgeschritten sind, dass im laufenden Monat noch ein Abkommen abgeschlossen werden könne. Helene Budliger Artieda, die Chefin des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco), hatte kürzlich gesagt, die entsprechenden Gespräche befänden sich «auf den letzten Metern».

Helene Budliger Artieda, Staatsekretaerin und Direktorin des Staatssekretariats fuer Wirtschaft SECO, spricht an der Medienkonferenz des Bundesrates ueber die Vertraege mit der Europaeischen Union EU, ...
Helene Budliger Artieda, Chefin des Staatsekretariats für Wirtschaft.Bild: keystone

Auch die Europäische Union (EU) kann sich ein bisschen freuen. Obwohl Trump immer wieder gegen Brüssel stichelt, hat er am Montag keinen Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen veröffentlicht. (aargauerzeitung.ch)

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