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EDA: Schweizerin im Niger entführt

EDA: Schweizerin aus ihrem Haus im Niger entführt

14.04.2025, 13:2014.04.2025, 18:44

Eine Schweizerin ist im westafrikanischen Niger entführt worden. Sie wurde am Sonntagabend in Agadez im Zentrum des Landes verschleppt, wie lokale Medien berichteten. Das Aussendepartement in Bern bestätigte auf Anfrage die Entführung.

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) habe Kenntnis von der Entführung einer Schweizer Staatsangehörigen in Niger. Die Schweizer Vertretung in der Hauptstadt Niamey stehe mit den lokalen Behörden in Kontakt, und weitere Abklärungen seien im Gange, hiess es am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Zuerst darüber berichtet hatte «20 Minuten».

Hier liegt Agadez:

Der Gouverneur der Region Agadez, Brigadegeneral Ibra Boulama Issa, bestätigte seinerseits «die Entführung einer Ausländerin mit dem Namen Claudia, einer Schweizerin» aus ihrem Haus in Agadez am Sonntagabend «gegen 22 Uhr».

Nach Angaben von «Aïr Info» in Agadez lebte die mit einem Nigerianer verheiratete und im Libanon geborene Schweizerin seit mehreren Jahren in Agadez. Ursprünglich aus der Tourismus-Branche kommend, habe sie lokale Kunsthandwerker unterstützt.

Erst im Januar war eine Österreicherin ebenfalls in Agadez von Bewaffneten entführt worden. Es handelte sich um eine 73-Jährige, die seit 28 Jahren dort gelebt hatte.

Vor diesen beiden Entführungen waren zuletzt 2010 Menschen aus dem Westen in der Region Agadez entführt worden, wozu sich die Al-Qaida im Islamischen Maghreb (AQMI) bekannt hatte.

Im Zentrum Nigers sind Rebellengruppen und bewaffnete jihadistische - also militant-islamistische - Bewegungen aktiv. Die Unsicherheit in der Region hat in den letzten Jahren auch deshalb zugenommen, weil es einen Run auf die Goldminen der Region gibt.

EDA rät von Reisen ins Land ab

Das Aussendepartement (EDA) in Bern rät deshalb von Reisen nach Niger sowie von Aufenthalten jeder Art im Land ab. Im Juli 2023 habe das Militär die Macht übernommen, und die Sicherheitslage habe sich nach dem Abzug der militärischen Truppen westlicher Staaten weiter verschlechtert, wird gewarnt. Die Entwicklung der Lage sei ungewiss.

In grossen Teilen der Sahara und des Sahel seien bewaffnete Banden und terroristische Gruppierungen aktiv, die von Schmuggel, Raubüberfällen und Entführungen leben, heisst es weiter. Diese seien gut organisiert, operierten grenzüberschreitend und hätten Verbindungen zu lokalen, kriminellen Gruppen. Das Entführungsrisiko sei im ganzen Land sehr hoch. (hkl/sda/afp)

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