Global Peace Index: Schweiz trotzt globalem Abwärtstrend – Russland bleibt Schlusslicht
Es verwundert nicht: Der Global Peace Index 2026 zeichnet ein düsteres Bild der aktuellen globalen Sicherheitslage. Die Welt ist derzeit so unfriedlich wie nie seit dem erstmaligen Erscheinen des Index im Jahr 2007. Im Jahr 2025 verschlechterte sich die durchschnittliche Friedlichkeit um weitere 0,7 Prozent, was den zwölften Rückgang in Folge markiert. Insgesamt verzeichneten 99 Länder eine Abnahme ihrer Friedenswerte, während nur 62 Verbesserungen erzielten. Verglichen mit 2008 sind 119 Staaten heute weniger friedlich als damals.
Einzig Europa ist bezüglich des Friedenszustands weitgehend stabil geblieben, doch auch der «Alte Kontinent» verzeichnet Anzeichen wachsender Militarisierung. Insbesondere die Rüstungsausgaben stiegen zuletzt deutlich an. Die Schweiz hat im jährlich erscheinenden Ranking zwar einen Platz verloren, gehört zusammen mit Island, Neuseeland, Slowenien und Irland aber weiterhin zu den friedlichsten Staaten der Welt. Als Gründe werden die politische Stabilität, die niedrige innere Gewalt sowie die guten Beziehungen zu den Nachbarstaaten aufgelistet.
Ganz anders sieht es in gewissen Regionen des Mittleren Ostens und Nordafrikas aus, die als Hotspots tiefer Instabilität gelten. Länder wie der Sudan, Jemen, Syrien und Israel rangieren am unteren Ende des Rankings. Auch in Südasien verschlechterten sich die Friedensindikatoren deutlich, nicht zuletzt durch politische Spannungen und Gewaltausbrüche in Staaten wie Nepal und Pakistan.
Diese drei ergeben sich aus insgesamt 23 qualitativen und quantitativen Indikatoren. Pro Indikator gibt es eine Punktzahl. Alle Punkte zusammen ergeben die Gesamtpunktzahl eines Landes. Je niedriger diese ist, desto friedfertiger wird das jeweilige Land eingestuft.
Wie bereits in den Jahren zuvor belegt Russland den letzten Platz im Global Peace Index. Vor allem wegen des fortdauernden Angriffskriegs gegen die Ukraine, der zu massiven Todesopfern, Zerstörung und regionaler Destabilisierung geführt hat. Das Land zeigt eine anhaltende Militarisierung, eine systematische Unterdrückung innenpolitischer Opposition und ist geprägt von der internationalen Isolation, welche die Risiken für Europa und die Weltpolitik erheblich erhöht.
Verantwortlich für den Rückgang des globalen Friedenszustands sind hauptsächlich die zahlreichen Kriege und Konflikte, innere Gewalt und politische Destabilisierungen sowie neue Technologien wie die Künstliche Intelligenz. So hat die Zahl der Todesfälle durch interne Konflikte 2025 mit über 181'000 ein Rekordniveau erreicht, und die Zahl der Länder, die an externen Konflikten beteiligt sind, hat sich seit 2008 nahezu verdoppelt (auf 103).
Der geopolitische Einfluss traditioneller westlicher Grossmächte schwindet gemäss des Berichts, während mittelstarke Staaten regional an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig verändert moderne Technologie die Kriegsführung dramatisch – insbesondere durch eine massive Zunahme autonomer Drohneneinsätze und KI‑gestützter Waffensysteme, die Entscheidungsspielräume der menschlichen Kontrolle verkleinern.
Der Index zeigt ausserdem, dass innerstaatliche Konflikte nicht nur tödlicher, sondern auch international vernetzter geworden sind: Viele Staaten liefern Unterstützung oder sind Teil erweiterter Konfliktdynamiken, was die Chancen auf dauerhafte Friedenslösungen verringert.
Positive Signale gibt es zum Glück auch: Einige Indikatoren, etwa im Bereich der Terrorismusbekämpfung und der Finanzierung von UN‑Friedensmissionen, haben sich leicht verbessert. Und der Bericht betont, dass Fortschritte möglich sind – etwa durch stabilisierende Institutionen, politische Reformen oder echte Friedensprozesse, wie sie etwa in Teilen Afrikas bereits wirken. Insgesamt zeigt der Global Peace Index 2026 aber, dass der Weg zu weniger Gewalt und mehr globaler Sicherheit weit ist.
