Eine Hochzeit, Drohungen, Kehrtwenden – Trumps Iran-Theater in fünf Akten
Der amerikanische Präsident hat das lange Wochenende in den USA dazu genutzt, in den Friedensverhandlungen mit dem Iran neue Akzente zu setzen. Ein Blick auf die dramatischen Ereignisse des vergangenen Wochenendes und die neuerlichen Kehrtwenden von Donald Trump.
Die Hochzeit
Eigentlich hätte Trump am Wochenende an der Hochzeit seines ältesten Sohnes teilnehmen wollen. Der 48 Jahre alte Donald Junior heiratete am Samstag seine neue Flamme Bettina Anderson (39) auf einer privaten karibischen Insel. Der stolze Vater des Bräutigams allerdings sagte, der Zeitpunkt für einen präsidialen Ausflug auf die Bahamas sei wohl ungünstig. Also schrieb Trump auf dem Internetdienst Truth Social: «Ich halte es für wichtig, während dieser bedeutenden Zeitspanne in Washington im Weissen Haus zu bleiben.»
Und weil der Präsident plötzlich Zeit hatte, versammelte er seine sicherheitspolitischen Berater um sich, um über die nächsten Schritte im Iran-Krieg zu diskutieren. Dies sorgte für Verunsicherung, weil Beobachter Angst hatten, Trump plane nun einen neuen Angriff auf den Iran?
Die Eskalation
Der Waffenstillstand, in den die USA und der Iran Anfang April eingewilligt hatten, galt zuletzt als brüchig. Trump schien die Geduld mit dem Regime in Teheran zu verlieren, das nicht ernsthaft über einen dauerhaften Frieden verhandeln wolle. Er drohte deshalb erneut mit der Wiederaufnahme der Kampfhandlungen.
Die gute Nachricht
Doch dann folgte die nächste Kehrtwende, die Trump standesgemäss auf Truth Social bekanntgab. Am Samstagnachmittag schrieb er: Ein Friedensabkommen sei weitgehend ausgehandelt worden, und sämtliche Details könnten schon bald veröffentlicht werden. Der gewöhnlich gut informierte Axios-Journalist Barak Ravid veröffentlichte wenige Stunden später einzelne Punkte des Abkommens. Demnach würde nach der Unterzeichnung einer Grundsatzvereinbarung eine Frist von mindestens 60 Tagen beginnen, während der die Verhandlungsparteien über die Zukunft des iranischen Nuklearprogramms sprechen wollten. Die Strasse von Hormus aber würde umgehend wieder für den Schiffsverkehr geöffnet, und zwar auch für iranische Öltanker. Auch seien die USA bereit, über ein Ende der Sanktionen gegen den Iran zu sprechen.
Die Kritik
Hardliner in Washington und Jerusalem reagierten enttäuscht über diese Eckpunkte. So sagte der republikanische Senator Ted Cruz in einer ersten Reaktion auf X, es wäre ein «katastrophaler Fehler», wenn Trump das Regime im Iran finanziell belohnen würde.
I am deeply concerned about what we are hearing about an Iran “deal,” being pushed by some voices in the administration.
— Ted Cruz (@tedcruz) May 24, 2026
President Trump’s decision to strike Iran was the most consequential decision of his second term. He was right to do so, and we achieved extraordinary…
Trump reagierte auf diese Kritik so wie er häufig auf Kritik reagiert: Zum einen wies er die Skeptiker in Schranken. Sie hätten keine Ahnung von der brillanten Verhandlungsarbeit, die er gerade leiste. Er jedenfalls werde nur dann einen Deal mit dem Iran abschliessen, wenn dieser «grossartig und sinnvoll» sei. Zum andern aber trat der Präsident auch auf die Bremse. Nachdem es zuerst geheissen hatte, Trump werde den Iran-Deal vielleicht noch am Sonntag publik machen, sagten seine Sprecher plötzlich, die Verhandlungen könnten noch einige Tage andauern. Die Gespräche über die Zukunft des Nuklearprogramms seien derart komplex, sagte Aussenminister Marco Rubio am Sonntag, «das kann man nicht in 72 Stunden auf einem Bierdeckel machen».
Keine Katastrophe?
Nebst den bekannten Stolpersteinen scheint Trump in letzter Minute noch eine neue Forderung gestellt zu haben, die einen Friedensdeal verzögern konnte. Der amerikanische Präsident fordert nun nämlich, dass sämtliche Golfstaaten sowie Pakistan die Existenz von Israel anerkennen und diplomatische Beziehungen mit dem jüdischen Staat aufnehmen – dabei erwähnte er ausdrücklich auch den Iran. «Wow, das wäre wirklich etwas Besonderes», schrieb Trump am Montag auf Truth Social.
In der Tat. Ein Verhandlungsteam aus dem Iran traf derweil am Montag in Katar ein, wo die nächste Gesprächsrunde stattfinden soll. Ein Sprecher des Regimes sagte, dass Teheran nicht mit sich über das Nuklearprogramm reden lasse. (aargauerzeitung.ch)
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