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Bund will schnelles Visumverfahren für Erdbebenopfer einstellen

epa10536870 People mourn at the graves of their relatives at the Kapicam cemetery cemetery on the eve of Ramadan, in the aftermath of a powerful earthquake in Kahramanmaras, Turkey, 22 March 2023. Mor ...
Sie trauern um ihre Angehörigen, die beim Erdbeben gestorben sind.Bild: keystone

Bund will schnelles Visumverfahren für Erdbebenopfer einstellen

23.04.2023, 13:1823.04.2023, 13:18

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) will das Spezialprogramm, mit dem Erdbebenopfer aus der Türkei und Syrien mit engen Verwandten in der Schweiz beschleunigt ein Visum erhalten, einstellen. Grund dafür ist laut dem Bund ein rückläufiges Bedürfnis.

Das Programm werde deshalb in absehbarer Zeit eingestellt, sagte ein SEM-Sprecher der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Sonntag auf Anfrage. Er bestätigte Informationen der «NZZ am Sonntag». Laut der Zeitung ist vorgesehen, das spezielle Visumprogramm Mitte Mai einzustellen.

Am meisten Visumgesuche gingen laut Auswertung des SEM Anfang März ein mit zweimal je über 100 Gesuchen pro Woche. Seither ist die Anzahl rückläufig. Vergangene Woche waren es noch 41 Gesuche.

Gemäss SEM wurden bisher rund 300 solcher Visa ausgestellt. 240 davon gingen an Personen aus der Türkei und 60 an Personen aus Syrien. Von den Eingereisten habe bisher niemand ein Asylgesuch gestellt. Die ausgestellten Visa gelten jeweils für 90 Tage.

Mehrheitlich ältere Menschen

Etwas mehr als die Hälfte der von der Schweiz aufgenommenen Personen sind über 60 Jahre alt. Rund 24 davon sind gar über 80. Ein Visum erhielten auch rund 40 Kinder und Jugendliche, die 20 Jahre alt oder jünger sind.

Vom sogenannten Fast-Track-Verfahren für Visa aus den Erdbebenregionen in der Türkei und in Syrien kann profitieren, wer durch das Beben die Wohnung verloren hat und über enge Verwandte in der Schweiz verfügt.

Dazu zählen Ehegatten, Eltern, Grosseltern, Kinder sowie minderjährige Enkelkinder - nicht aber Geschwister. Für einen positiven Visumentscheid müssen die Verwandten in der Schweiz bestätigen, dass sie diese Personen aufnehmen und für sie aufkommen.

Bei den zwei Erdbeben von Anfang Februar im Südosten der Türkei und im Norden Syriens sind über 50'000 Menschen gestorben, und über 100'000 wurden verletzt. Zudem wurden zahlreiche Häuser und Infrastrukturen zerstört.

(yam/sda)

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