Schweiz
International

Schweizer auf Bali zu einem Jahr Gefängnis verurteilt

Feiertag beleidigt und missachtet: Schweizer auf Bali zu einem Jahr Gefängnis verurteilt

21.08.2026, 06:2821.08.2026, 06:28

Ein Schweizer Tourist ist auf Bali wegen der Missachtung von Feiertagsregeln zu einer einjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Das Aussendepartement EDA in Bern bestätigte am Donnerstag gegenüber Keystone-SDA, Kenntnis vom Fall zu haben.

epa12830010 Balinese carry giant effigies depicting aspects of evil, known locally as 'Ogoh-ogoh', during a parade before Nyepi Day, the Balinese Day of Silence, which marks the Balinese Hin ...
Nyepi-Feierlichkeiten im März auf Bali.Bild: keystone

Der 26-Jährige war Ende März auf der beliebten Ferieninsel festgenommen worden. Zuvor hatte er beim traditionellen Nyepi-Fest, dem «Tag der Stille» auf Bali, das Haus verlassen – dies verstösst gegen die Traditionen der Insel. Weiter beleidigte er die Feierlichkeiten mehrfach. «Scheiss auf Nyepi und scheiss auch auf eure Regeln», schrieb er auf Instagram. Zudem soll er ein Video gepostet haben, in dem er «Fuck Nyepi» gerufen haben soll.

«Was der Angeklagte getan hat, hat das balinesische Volk beleidigt, seinen Glauben verletzt und in der Öffentlichkeit Empörung hervorgerufen», so der zuständige Richter laut Associated Press. Der Schweizer sagte, er habe die Beschränkungen nicht verstanden und die Bevölkerung nicht beleidigen wollen. «Ich bedauere zutiefst, was ich getan habe, und entschuldige mich beim balinesischen Volk», wird er zitiert.

Das EDA sagte gegenüber Keystone-SDA, es habe Kenntnis von der Inhaftierung eines Schweizer Staatsangehörigen in Bali, könne sich aber aus Gründen des Daten- und Persönlichkeitsschutzes nicht konkret zum Fall äussern. Die Schweizer Botschaft in Jakarta stehe in Kontakt mit den zuständigen Behörden und unterstütze die betroffene Person im Rahmen des konsularischen Schutzes.

Bali ist innerhalb Indonesiens – dem grössten muslimischen Land der Erde – die einzige Insel mit hinduistischer Bevölkerungsmehrheit. Entsprechend tief ist der Glaube im Alltag verankert. Am «Tag der Stille» kontrollieren lokale Sicherheitskräfte die Einhaltung der Vorschriften. Von Besucherinnen und Besuchern wird erwartet, dass sie sich ruhig und respektvoll verhalten – Touristen dürfen sich aber meist in ihren Hotelanlagen frei bewegen. (dab, mit Material von Keystone-SDA)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
28 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Fernrohr
21.08.2026 06:52registriert Januar 2019
Da kommt mir das Lied in den Sinn: 🎼🎵🎶🎶 'Es isch emool en Dubbel gsii...' 🎼🎶🎶🎵
593
Melden
Zum Kommentar
avatar
SkyDaddy
21.08.2026 06:45registriert Januar 2017
Richtig und wichtig. Wir erwarten von den Leuten doch auch, dass sie sich bei uns anpassen, auch Touristen.
466
Melden
Zum Kommentar
avatar
Banana-Miez
21.08.2026 07:26registriert April 2017
Dieses Nyepi ist also eine Art "hardcore" Sonntag, den die Menschen in Stille und möglichst ohne Ablenkung (sogar das mobile Internet wird abgeschaltet!) verbringen. Hätte der Gute sich etwas mehr mit Balis Kultur befasst statt nur "Fastfood-Reisen", hätte er diese Zeit ja auch für sich selbst zur Einsicht nutzen können. Hätte vielleicht geholfen, dass er etwas gelassener durchs Leben geht. Aber na ja. Nun hat er ein Jahr Zeit, sich in Gelassenheit zu üben.
270
Melden
Zum Kommentar
28
Bund will Überschuss komplett in die Armee stecken – Empörung bei Links-Grün
Der Bund verzeichnet im aktuellen Jahr der Voraussicht nach einen deutlichen Überschuss, obwohl er mit einem Verlust budgetiert hatte. Der Kampf um die Verwendung des Geldes hat bereits Fahrt aufgenommen.
Seit Monaten versucht Verteidigungsminister Martin Pfister Geld für sein Departement zu beschaffen, um die Schweizer Armee auf Vordermann zu bringen – dabei war ihm bisher wenig Erfolg beschieden. Doch nun wittert Pfister seine Chance: Am Mittwoch wurde bekannt, dass der Bund in diesem Jahr statt eines budgetierten Verlusts von 700 Millionen Franken einen Überschuss von etwa 800 Millionen Franken verzeichnen wird. Hauptgrund sind gestiegene Einnahmen, Grosskonzerne aus der Finanz- und Pharmabranche liefern voraussichtlich hohe Gewinnsteuern ab.
Zur Story