«Folterer von Moudon» zu 13 Jahren Haft verurteilt
Der sogenannte «Folterer von Moudon» muss 13 Jahre ins Gefängnis. Er wurde am Dienstag vom Strafgericht in Lausanne verurteilt. Es befand ihn für schuldig, zwischen 2009 und 2018 etwa fünfzehn Opfern wiederholt Misshandlungen zugefügt zu haben.
Der 33-Jährige, der bereits mehr als acht Jahre in Untersuchungshaft verbracht hat, muss sich laut dem Urteil aufgrund eines «nach wie vor hohen Gefährlichkeitsgrades» auch einer stationären psychiatrischen Behandlung unterziehen.
Das Urteil fiel etwas milder aus als die Forderung der Staatsanwaltschaft, die 15 Jahre Haft mit anschliessender psychiatrischer Behandlung in einer geschlossenen Einrichtung beantragt hatte. Die Verteidigung hatte für zwölf Jahre Haft und eine ambulante Behandlung plädiert.
Der Mann hatte lange Zeit eine kleine Gemeinschaft von Jugendlichen in einer schwierigen Lebenssituation in Angst und Schrecken versetzt. Seine Opfer, sowohl Frauen als auch Männer, mussten zahlreiche Gewalttaten erdulden, die manchmal regelrechten Folterungen glichen.
«Äusserste Grausamkeit»
Das Gericht sprach von Taten «äusserster Grausamkeit» oder auch von «makabren und blutrünstigen Inszenierungen».
Einen Freund, der ihm einen kleinen Geldbetrag geschuldet haben soll, soll er gefesselt, geschlagen und ihm Elektroschocks in den Genitalbereich versetzt haben. Seine Freundinnen soll er geschlagen, gewürgt oder mit Blasrohren Metallpfeile auf sie geschossen haben.
Die Opfer waren meist so verängstigt, dass ein grosser Teil von ihnen auf eine Anzeige verzichtete. Erst im August 2018, als sich ein junger Mann an die Polizei wandte, soll der Mann in Moudon VD verhaftet und in Untersuchungshaft genommen worden sein. Seither sitzt er in Haft. (sda)
