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Dreimal mehr Anfragen wegen Gewalt in der Familie bei Beratung 147

Stressed and unhappy young girl huddle in corner, cover her ears blocking sound of her parent arguing in background. Domestic violence at home and traumatic childhood develop to depression. Synchronos ...
Mit der Aufnahme der gewaltfreien Erziehung ins Zivilgesetzbuch (ZGB) sind körperliche Bestrafungen und andere erniedrigende Behandlungen explizit verboten (Symbolbild).Bild: www.imago-images.de

Dreimal mehr Anfragen wegen Gewalt in der Familie bei Beratung 147

01.07.2026, 06:00

Eltern haben Kinder ohne Anwendung von Gewalt zu erziehen. Dieses Prinzip ist ab heute im Zivilgesetzbuch verankert. Die Stiftung Pro Juventute begrüsst diesen Schritt, denn die Anfragen von Kindern wegen Gewalt in der Familie verdreifachten sich zuletzt.

Mit der Aufnahme der gewaltfreien Erziehung ins Zivilgesetzbuch (ZGB) sind körperliche Bestrafungen und andere erniedrigende Behandlungen explizit verboten. Das Parlament hatte die entsprechende Änderung im Juli letzten Jahres verabschiedet.

Das Recht des Kindes auf eine gewaltfreie Erziehung soll primär präventiv wirken und das Bewusstsein schärfen. Gleichzeitig werden die Kantone verpflichtet, niederschwellige Beratungsangebote für Familien in Erziehungsfragen bereitzustellen.

Die Stiftung Pro Juventute begrüsst diesen Schritt als klares Signal, dass die Schweiz keine Gewalt gegen Kinder in der Erziehung toleriere, wie sie am Mittwoch mitteilte. Mit dem Gesetz erfülle die Schweiz eine Verpflichtung aus der UN-Kinderrechtskonvention.

Die Realität stehe jedoch im Widerspruch zum gesetzlichen Anspruch. Gewalt in der Erziehung sei weiterhin verbreitet, so die Stiftung.

Im vergangenen Jahr wurden rund 22 Beratungen pro Woche wegen Gewalt in der Familie über das Telefon 147 von Pro Juventute durchgeführt. Im Jahr 2021 waren es noch sieben bis acht Beratungen pro Woche gewesen, 2024 bereits 14 pro Woche. Dies entspreche einer Verdreifachung innerhalb von fünf Jahren. Es sei zudem von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.

Nationale Kampagne gefordert

Damit der gesetzliche Grundsatz im Familienalltag verankert werde, müsse die Prävention verstärkt werden. Pro Juventute fordert eine nationale Sensibilisierungskampagne. Zudem brauche es einen Ausbau von leicht zugänglichen Beratungs- und Unterstützungsangeboten für Eltern und Familien. Solche Massnahmen seien unerlässlich, um Eltern über Alternativen zur Gewalt aufzuklären und ihnen rasch Hilfe zu vermitteln, wenn sie sich überfordert fühlten.

«Damit gewaltfreie Erziehung gelebt werden kann, müssen Eltern einfachen Zugang zu Informationen sowie zu fachlicher Beratung erhalten», liess sich Nicole Platel, Direktorin von Pro Juventute, in der Mitteilung zitieren.

Pro Juventute bietet selbst eine Elternberatung an, die per Telefon, WhatsApp oder E-Mail kostenlos und rund um die Uhr erreichbar ist. (sda)

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Die beliebtesten Kommentare
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Merida
01.07.2026 06:40registriert November 2014
Eine bessere Prävention wäre wünschenswert. Sie muss einfach auch alle Eltern erreichen, egal wo sie wohnen, ob sie Arbeit haben oder nicht und welche Sprache sie sprechen.
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