Crans-Montanas Gemeindepräsident Féraud: «Mir hat es an Menschlichkeit gefehlt»
Er bedauere, dass er an der Pressekonferenz vom 6. Januar keine Entschuldigung ausgesprochen habe. Damals habe man sich stark auf die Klärung der Ereignisse konzentriert. «Wir waren ratlos, erschöpft und von dieser Tragödie erschüttert», sagte Féraud. Man habe erst gerade erkannt, dass es bei den Brandschutzkontrollen Versäumnisse gegeben hatte.
Von einem Rücktritt sieht Féraud weiterhin ab, auch wenn er ihn nicht ausschliesst. Der Moment sei aber aktuell nicht der richtige. Heute müsse die Gemeinde funktionieren. Sein «einziges Interesse» sei, «dass wir die Wahrheit finden», sagte der Gemeindepräsident, der im Strafverfahren zu den fünfzehn Beschuldigten gehört.
«Wieder eine gewisse Friedlichkeit gefunden»
Féraud sagte, die Gemeinde denke täglich an die Opfer und deren Angehörige. Zugleich versuche Crans-Montana, nach der Tragödie wieder Zuversicht zu gewinnen und an die Zeit vor dem Unglück anzuknüpfen. «Wir haben wieder eine gewisse Friedlichkeit gefunden. Wir hoffen jetzt auf eine gute Sommersaison, um die Monate Januar und Februar wettzumachen, die stark von der Tragödie geprägt waren», sagte der Gemeindepräsident weiter.
Trotz der Kritik an seiner Person und der Gemeinde sieht Féraud insbesondere nach der Einwohnerversammlung im Juni Rückhalt in der Bevölkerung. Der Gemeinderat habe die Kritik erhalten, die er verdient habe, zugleich aber auch Unterstützung erfahren. «Wir hatten das Vertrauen in uns selbst verloren, das ist offensichtlich», sagte Féraud. «Jetzt haben wir nach und nach unser Selbstvertrauen wiedergewonnen.» Man warte nun darauf, dass die Justiz ihr Urteil fälle.
Die Gemeinde rechne mit dem Ende des zivilrechtlichen Verfahrens in fünfzehn Jahren. Dem Risiko hoher Schadenersatzzahlungen sei man sich bewusst. Dafür würden nun jährliche Rückstellungen gebildet. (sda)
