Die zweite Hitzewelle kommt – und die Trockenheit verschärft sich
Es ist Mitte Juni und uns steht bereits die zweite Hitzewelle bevor: Diverse Modelle prognostizieren für nächste Woche einen sogenannten Hochdruckrücken über Mitteleuropa und damit mehrere Hitzetage für grosse Teile Europas und die Schweiz.
Schon heute Samstag und am Sonntag wird es sonnig und warm – Hitzetage mit über 30 Grad gibt es allerdings höchstens im Rheintal oder südlich der Alpen. Auch zu Beginn der neuen Woche bleibt es temperaturmässig noch unter 30 Grad. Gemäss dem Blog von SRF Meteo ziehen zeitweise auch dichtere Wolkenfelder durch, während die Temperaturen vorübergehend gar leicht zurückgehen.
Spätestens ab Donnerstag muss dann mit Hitze gerechnet werden. Demnach liegen ab dann die Höchstwerte im Flachland während mehrerer Tage zwischen 30 und 35 Grad. Da es auch etwas schwüler wird und die Temperaturen nachts dabei voraussichtlich nicht unter 20 Grad fallen, ist auch mit Tropennächten zu rechnen.
Mindestens bis am 22. Juni heiss
Verantwortlich für die zweite sommerliche Hitzewelle des Jahres ist das sogenannte Azorenhoch: ein Hochdruckgebiet, das sich im Bereich der portugiesischen Inselgruppe im Nordatlantik bildet und manchmal – so wie jetzt – nach Mitteleuropa ausdehnen kann.
Wie lange diese Hitzeperiode anhält, ist derweil noch unklar. Gemäss der Berechnung des europäischen Wettermodells (ECMWF) bleibt das Azorenhoch noch mindestens bis zum 22. Juni bestehen. Laut SRF Meteo deuten die meisten Wettermodelle darauf hin, dass die Temperaturen in der übernächsten Woche leicht zurückgehen könnten – ein markanter Kälteeinbruch zeichne sich aber nicht ab.
Achtung vor dem Sprung in den See
Etwas träger als die Luft erwärmen sich die Temperaturen der Seen. Wer sich bereits dieses Wochenende etwas abkühlen will, sollte sich vor dem Sprung ins kalte Nass besser kurz «annetzen». Die meisten Seen in der Schweiz sind nämlich noch ziemlich frisch: Laut des Wasserforschungsinstituts des ETH-Bereichs EAWAG ist beispielsweise der Zürichsee heute Samstag noch 19,5 Grad frisch, der Thunersee 17,7 Grad, der Vierwaldstättersee 17,5 Grad, der Genfersee 19,6, der Bielersee 18,1 und der Bodensee je nach Region zwischen 17,4 und 18,9 Grad.
Mit den kommenden Hitzetagen knacken aber die meisten dieser Seen spätestens am Donnerstag die 20-Grad-Marke.
Fluss- und Seepegel «so tief wie fast nie»
Während sich viele über die sonnig-heissen Tage freuen dürften, werden diese für die Natur zunehmend zum Problem. So hat sich laut Manuela Brunner vom WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF die Situation über die letzten eher regnerischen Tage und Wochen zwar leicht entspannt, doch bereits jetzt seien die Pegelstände vieler Flüsse und Seen im Mittelland wie Rhein und Aare bereits «wieder auf rekordverdächtigem tiefen Niveau». Laut der Hydrologin seien die Pegel gar «so tief wie fast nie».
Dies komme zu einer Zeit, in der sich die Schweiz eigentlich in ihrer jährlichen Hochwasserphase befinde. Brunner sagt in einem Beitrag: «Zu dieser Jahreszeit fallen normalerweise viele Niederschläge. Gleichzeitig erreicht die Schneeschmelze ihren Höhepunkt. Aber dieses Jahr ist das anders. April und Mai waren extrem trocken, und die Schneedecke ist sehr dünn.» Und nun dürften die Pegelstände gar weiter sinken.
Laut Gefahrenkarte des Bundesamts für Meteorologie und Klimatologie gilt bezüglich Trockenheit derzeit für die gesamte Schweiz die Gefahrenstufe zwei von fünf (mässige Gefahr). Aufgrund der Trockenheit warnt das Bundesamt im Wallis jedoch vor «erheblicher» bis teilweise «sehr grosser Gefahr» durch Waldbrände. (lak)
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